Jerusalem

Israel verweigert antisemitischer US-Aktivistin Linda Sarsour die Einreise

Linda Sarsour im Januar bei einer Demonstration in New York Foto: picture alliance / Sipa USA

Israel hat der palästinensisch-amerikanischen Aktivistin Linda Sarsour die Einreise verweigert. Grundlage der Entscheidung ist nach Angaben aus Jerusalem eine Empfehlung des Ministeriums für Diaspora-Angelegenheiten und den Kampf gegen Antisemitismus.

Die zuständige israelische Einwanderungsbehörde bestätigte, dass Sarsour künftig nicht mehr ins Land einreisen darf. Begründet wurde dies mit ihrer politischen Tätigkeit, die nach Einschätzung israelischer Stellen auf eine internationale Isolation des Landes abzielt.

Diaspora-Minister Amichai Chikli erklärte, Sarsour sei nach Erkenntnissen seines Ministeriums eine zentrale Figur in Kampagnen gegen Israel. Sie habe nach den Massakern des 7. Oktobers 2023 Pro-Hamas-Demonstrationen unterstützt. Israel könne Personen, die sich aktiv gegen den Staat richteten, keinen Zugang gewähren.

Lesen Sie auch

Chikli schrieb zudem auf der Plattform X: »Souveräne Staaten schützen ihre Grenzen. Israel wird seine Tore nicht länger für diejenigen öffnen, die daran arbeiten, es zu zerstören.« Der Minister warf Sarsour außerdem eine enge Verbindung zur antisemitischen BDS-Bewegung vor.

Insgesamt werde ihr politisches Engagement als Versuch gewertet, Israel international zu schwächen und zu isolieren, so die Argumentation aus Jerusalem. Chikli erklärte weiter: »Wer sein Leben darauf verwendet, Israel zu isolieren und zu schädigen, wird unsere Straßen nicht betreten. Punkt.«

Sarsour ist in New York geboren und palästinensischer Herkunft. Sie arbeitet als Beraterin des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani, dem ebenfalls israelfeindliche Positionen vorgeworfen werden, und war in der Vergangenheit unter anderem eine der nationalen Ko-Vorsitzenden des Women’s March in den USA. Zudem leitete sie die Arab American Association of New York.

Nach der Entscheidung reagierte Sarsour mit scharfer Kritik. Sie erklärte, sie werde wegen ihres Einsatzes für Menschenrechte ausgeschlossen. Israel bezeichnete sie dabei als »mörderisches Apartheidregime« und forderte die USA auf, »die Waffen- und Finanzhilfen sofort zu stoppen«. im

Hintergrund

Kampf um den mächtigen Sessel

Ohana raus, Lapid rein? Die Opposition will den Knessetpräsidenten austauschen. Es geht um weit mehr als einen repräsentativen Posten

von Sabine Brandes  02.11.2026

Regierungsbildung in Israel

Präsident Herzog will erst mit kleinen Parteien sprechen

Präsident Isaac Herzog beginnt am Mittwoch mit den Konsultationen zur Regierungsbildung

 02.11.2026

Wirtschaft

Wahlkater an der Börse

Die Hoffnung auf einen politischen Wandel in Israel ließen Aktien und Schekel zunächst steigen. Doch das Ergebnis schürt die Unsicherheit

von Sabine Brandes  02.11.2026

Wahlen

»Wie schwarz muss eine Seele sein …«

Rechte Demonstranten machen am Sonntagabend bei einem Protest vor dem Wohnhaus des Politikers Gadi Eisenkot den Tod seines Sohn zum Gegenstand der Hetze

von Sabine Brandes  02.11.2026

Westbank

Israels Armee zieht aus Hebron ab

Elf Tage nach Beginn des Anti-Terror-Einsatzes haben sich die israelischen Truppen zurückgezogen

 02.11.2026

Krieg

Tanker im Persischen Golf attackiert

Die Golfregion ist für Tanker und Frachtschiffe weiterhin gefährlich. Erneut wird ein Tanker angegriffen

 02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Jerusalem

Lieberman: »Nicht mit Bibi und nicht mit Tibi«

Der Chef von Israel Beiteinu schließt eine Zusammenarbeit mit Netanjahu und den arabischen Parteien aus – und fordert eine rein zionistische Koalition

von Sabine Brandes  02.11.2026 Aktualisiert

Israel

Herzog ruft Israels Politiker zu Kompromissbereitschaft auf

Der Präsident mahnt die Parteichefs zur Flexibilität bei den Koalitionsgesprächen und warnt vor Neuwahlen. Am Mittwoch beginnen die Beratungen in seinem Amtssitz

 01.11.2026