Westbank

Israels Armee zieht aus Hebron ab

Israelische Soldaten in den Straßen von Hebron Foto: picture alliance/dpa

Gut eine Woche nach Beginn des israelischen Militäreinsatzes im Raum Hebron zieht die Armee nach Angaben des Gouverneurs aus der Stadt im Westjordanland ab. Die israelische Armee selbst hat sich noch nicht zu dem Abzug geäußert, doch hochrangige Armeevertreter bestätigten gegenüber der »Times of Israel«, dass die israelischen Truppen das Gebiet verlassen haben.

Palästinensische Sicherheitskräfte hätten die vollständige Kontrolle in dem Gebiet, sagte Gouverneur Chalid Dudin vor Journalisten. Rund 3300 Anwohner, die durch den Einsatz vertrieben wurden, könnten nun sicher in ihre Häuser zurückkehren. Ihre Häuser seien weitgehend zerstört, sagte Dudin, und kündigte schnelle Schritte zum Wiederaufbau an.

Vor elf Tagen hatten zwei Mohammad Jaaba und Firas Jaaba, zwei Angreifer aus Hebron, die israelischen Soldaten Ron Yonatan und Yuval Shai Svilem ermordet und drei weitere verletzt, bevor sie selbst getötet wurden. Israels Militär begann daraufhin nach eigenen Angaben einen Anti-Terror-Einsatz, bei dem die Stadt dem Bürgermeister zufolge abgeriegelt wurde. 

Hunderte Häuser durchsucht

Laut israelischer Armee wurden in vergangenen Tagen Dutzende Verdächtige festgenommen und Waffen sichergestellt. Israelische Soldaten durchsuchten dabei Hunderte Häuser. Der »Times of Israel« zufolge habe Armeechef Eyal Zamir Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bereits vergangene Woche mitgeteilt, dass es keinen operativen Grund gäbe, den Einsatz fortzuführen. Zamir soll dem Premier bereits nach zwei Tagen empfohlen haben, die Anti-Terror-Mission zu beenden, doch Netanjahu habe dies abgelehnt.

Das UN-Nothilfebüro Ocha erklärte, dass bei dem Einsatz mehr als 3000 Menschen vertrieben und auch Wohnhäuser und Geschäfte zerstört worden seien. Die meisten der Betroffenen seien bei Verwandten untergekommen. Teils nutzten Soldaten nach UN-Angaben auch Wohnhäuser als Militärposten. 

Folgen für 250.000 Schüler und Studenten

Der Einsatz hat nach palästinensischen Angaben schwere Folgen für die Wirtschaft. Bürgermeister Jussef al-Dschabari sprach von täglichen Verlusten in Höhe von umgerechnet rund 3,5 Millionen Euro. Unternehmen könnten wegen des Einsatzes keine Rohstoffe mehr beziehen oder Waren ausliefern und Beschäftigte ihre Arbeitsstätten nicht mehr erreichen.

Direkte Folgen gab es auch für Tausende Schüler und Studenten: Dem UN-Kinderhilfswerk Unicef zufolge wechselten 250.000 von ihnen in fast 700 Bildungseinrichtungen aus Sicherheitsgründen in den Distanzunterricht. dpa

Krieg

Tanker im Persischen Golf attackiert

Die Golfregion ist für Tanker und Frachtschiffe weiterhin gefährlich. Erneut wird ein Tanker angegriffen

 02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Jerusalem

Lieberman: »Nicht mit Bibi und nicht mit Tibi«

Der Chef von Israel Beiteinu schließt eine Zusammenarbeit mit Netanjahu und den arabischen Parteien aus – und fordert eine rein zionistische Koalition

von Sabine Brandes  02.11.2026 Aktualisiert

Israel

Herzog ruft Israels Politiker zu Kompromissbereitschaft auf

Der Präsident mahnt die Parteichefs zur Flexibilität bei den Koalitionsgesprächen und warnt vor Neuwahlen. Am Mittwoch beginnen die Beratungen in seinem Amtssitz

 01.11.2026

Regierungsbildung

Israels Oppositionschefs treffen sich zu Gesprächen

Avigdor Liberman soll sich mit Gadi Eisenkot getroffen haben, Yair Golan sprach mit der Gemeinsamen Liste. Der Likud schließt unterdessen eine Rotation im Amt des Ministerpräsidenten aus

 01.11.2026

Gadi Eisenkot spricht in der Wahlnacht vor Anhängern

Regierungsbildung in Israel

Eisenkot nennt vier Bedingungen für mögliche Koalitionspartner

Der Yashar-Chef will die neue Knesset-Mehrheit rasch nutzen und lädt jeden Abgeordneten zur Zusammenarbeit ein, der seine Grundsätze akzeptiert

 01.11.2026

Jair Golan, Vorsitzender der Demokraten in Israel, im Porträt

Nahost

Opposition warnt vor neuem Krieg mit Iran unter Netanjahu

Angesichts wachsender Spannungen mit dem Iran stellt ein führender Oppositionspolitiker die politische Legitimation Netanjahus für eine neue militärische Auseinandersetzung infrage

 01.11.2026

Isaac Herzog spricht beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Regierungsbildung

Israels Präsident kündigt Gespräche zur Regierungsbildung an

Keines der politischen Lager in Israel erreicht die erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen. Nun liegt die Initiative bei Präsident Herzog. Wer erhält den ersten Auftrag zur Regierungsbildung?

 01.11.2026

Jerusalem

Wahlsieger ohne Mehrheit

Das endgültige Wahlergebnis liegt vor. Benjamin Netanjahus Likud hat mehr Sitze als alle anderen Parteien. Nützt ihm das etwas?

 30.10.2026