Nahost

Israel verärgert wegen personeller Besetzung von Gaza-Gremium

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: copyright (c) Flash90 2025

Israel ist wegen der Besetzung eines wichtigen internationalen Aufsichtsgremiums für den Gazastreifen durch das Weiße Haus verärgert. Die Ankündigung bezüglich der Zusammensetzung des sogenannten Gaza Executive Board, der dem »Friedensrat« unterstellt ist, sei »nicht mit Israel abgestimmt und widerspricht dessen Politik«, heißt es in einer ungewöhnlich deutlichen Stellungnahme des Büros von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. Dieser habe Außenminister Gideon Saar angewiesen, sich in dieser Angelegenheit mit seinem US-Kollegen Marco Rubio in Verbindung zu setzen. 

Lesen Sie auch

Netanjahu stößt sich offensichtlich daran, dass dem Gremium der türkische Außenminister Hakan Fidan und der ranghohe katarische Diplomat Ali Thawadi angehören. Die Türkei und Katar hatten Israels Krieg im Gazastreifen gegen die islamistische Palästinenserorganisation Hamas scharf kritisiert. Technisch ist der Gaza-Exekutivrat sowie ein weiteres Exekutivkomitee dem »Friedensrat« unterstellt, der sich aus führenden Politikern aus aller Welt zusammensetzen und von US-Präsident Donald Trump geleitet werden wird. Die Exekutivgremien werden jedoch direkter mit der Aufsicht über die Nachkriegsverwaltung in Gaza befasst sein.

Die israelische Zeitung »Jediot Achronot« berichtete unter Berufung auf israelische Sicherheitskreise, Israel habe die Sorge, dass die Terrororganisation Hamas bei einer Beteiligung Katars erneut Finanzmittel im großen Umfang erhalten könnte. Dank früherer Übermittlung von Bargeld in Millionenhöhe aus Katar in den Gazastreifen - mit israelischer Zustimmung - sei die Hamas vor dem Terrorangriff am 7. Oktober 2023 zu einem »terroristischen Monster« herangewachsen. Dies dürfe nicht noch einmal passieren. Katar und die Türkei, die auch als Vermittler im Nahost-Konflikt agierten, gelten als Unterstützer der Hamas, die auch deren Spitzenmitgliedern Unterschlupf gewährten.

»Das ist unsere Show«

Auf Netanjahus Einwände angesprochen, sagte ein ranghoher US-Beamter der US-Nachrichtenseite »Axios«: »Das ist unsere Show, nicht seine Show. Wir haben in den vergangenen Monaten in Gaza Dinge erreicht, die niemand für möglich gehalten hätte, und wir werden weitermachen.« Netanjahu sei nicht zur personellen Besetzung des Exekutivgremiums konsultiert worden, weil er in dieser Angelegenheit kein Mitspracherecht habe. »Er soll sich auf den Iran konzentrieren und uns Gaza überlassen. Wir werden uns nicht mit ihm streiten.«

Der »Friedensrat« ist Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für Gaza, die ein dauerhaftes Kriegsende und die Entwaffnung der Terrororganisation Hamas vorsieht, was diese ablehnt. Das internationale Gremium soll die aus palästinensischen Technokraten bestehende neue Übergangsregierung des im Krieg weitgehend zerstörten Küstenstreifens beaufsichtigen. Mehrere Staats- und Regierungschefs wurden nach eigenen Angaben vom Freitag von Trump eingeladen, in diesem »Friedensrat« mitzuwirken. Eine Einladung erhielt demnach unter anderem auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. dpa

Jerusalem

Frühere Staatschefinnen fordern Strafen für israelische Siedler

Die frühere Präsidentin Irlands, Mary Robinson, und die frühere Premierministerin Neuseelands, Helen Clark, forderten unter anderem ein Verbot des Handels mit Waren illegaler Siedlungen

 29.07.2026

Tel Aviv

Zahl der Tollwut-Fälle binnen drei Jahren mehr als verdreifacht

Von Januar bis Mai 2026 wurden in Israel bereits 63 Ausbrüche der Krankheit bei Tieren festgestellt

 29.07.2026

Jerusalem

Netanjahus drei Wohnsitze kosteten Israel in 18 Monaten rund 783.000 Euro

Neue Badewannen, »zubereitete Speisen« und andere Posten sowie unkenntlich gemachte Einträge sorgen für Kritik

 29.07.2026

Jerusalem

Iran verstärkt Pläne für Anschläge auf israelische Spitzenpolitiker

Die verschärfte Sicherheitslage soll auch erklären, warum Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Reise in die USA ungewöhnlich diskret organisierte

 29.07.2026

Bahnverkehr

Mehr »Regios« für Israel

Auf der gerade eröffneten »Ostroute« sollen bald neue Züge aus Deutschland fahren

von Valentin Suckut  28.07.2026

Jerusalem

Umfrage: Eisenkots Partei bleibt vor Likud

Wie viele Mandate würden »Yashar!« und Likud in der Knesset bekommen?

 28.07.2026

Gazastreifen

Morgens Krankenpfleger, nach Feierabend Terrorist

Sie waren Krankenpfleger, Ärzte und Terroristen: Anhand von Nachrufen des Islamischen Dschihad und der Hamas konnte das Doppelleben von 18 Mitarbeitern des Gesundheitswesens enthüllt werden

 28.07.2026

USA-Besuch

Netanjahu reist zu Gesprächen mit Trump nach Washington

Der israelische Regierungschef soll gegenüber seinen Ministern erklärt haben, die US-Regierung wolle einen Abzug Israels Truppen aus dem Libanon, Syrien und Gaza. »Ich werde Nein sagen«, so der Ministerpräsident

 27.07.2026

Aufruf

Zwei Moscheen im Westjordanland angezündet – Siedler sprühen Parolen auf Moschee

In der Westbank ist es zu einer Serie mutmaßlicher Angriffe radikaler Siedler gekommen. Unterdessen forderten zahlreiche frühere Vertreter von Armee und Geheimdiensten Trump auf, gegenüber Netanjahu das Thema anzusprechen

 27.07.2026