Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben »Abu Yusuf«, ein ranghohes Mitglied der palästinensischen Terrororganisation Islamischer Dschihad, im Gazastreifen gezielt getötet. Dem Mann wurde vorgeworfen, eine Terrorzelle befehligt zu haben, die während des Massakers am 7. Oktober 2023 nach Israel eindrang, wie aus einer gemeinsamen Mitteilung des Militärs und des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet hervorgeht. Die Zelle soll auch an der Bewachung damals verschleppter Geiseln beteiligt gewesen sein.
Der bereits am Sonntag getötete Terrorist habe innerhalb des Islamischen Dschihad mehrere Funktionen innegehabt, hieß es weiter. Während des Gaza-Kriegs sei er an der Festhaltung von Geiseln im Süden des Gazastreifens beteiligt gewesen. Die Angaben lassen sich allesamt nicht unabhängig überprüfen.
Freigelassene Geisel beschreibt Getöteten als Peiniger
Der Deutsch-Israeli Rom Braslavski, der zwei Jahre lang als Geisel im Gazastreifen festgehalten worden war, beschrieb den Getöteten als seinen Peiniger. In einem Video auf der Plattform X war zu sehen, wie Braslavski emotional überwältigt in Tränen ausbrach, als ihm die Nachricht übermittelt wurde.
Er habe den Mann als »Abu Yusuf« gekannt. »Das ist der Mensch, der 100 Kilogramm wog und auf meinen Hals sprang, als ich unterernährt war«, schrieb der 22-Jährige bei X. »Das ist der Mensch, auf dessen Befehl und mit dessen eigenen Händen ich misshandelt wurde und der mich mehrmals beinahe getötet hätte.«
Ein Propagandavideo des Islamischen Dschihad, das während seiner Geiselhaft veröffentlicht worden war, hatte den jungen Mann äußerst abgemagert und blass gezeigt.
Braslavski schrieb, die Armee habe in seinem Namen Rache an seinem Peiniger genommen. »Erst jetzt kann ich zu hundert Prozent sagen: Ich habe gewonnen.«
Der Überfall der islamistischen Hamas und anderer extremistischer Gruppen auf Israel am 7. Oktober 2023 löste den verheerenden Gaza-Krieg aus. Die Armee veröffentlicht regelmäßig Mitteilungen, wonach mutmaßliche Teilnehmer des Massakers gezielt im Gazastreifen getötet worden seien. dpa/ja