Naher Osten

Israel nimmt Abschied von drei Getöteten

Hinterbliebene und Freunde von Idan Shtivi nehmen am Montag in Kfar Ma’as an seiner Beerdigung teil. Foto: copyright (c) Flash90 2025

In Israel wurden am Montag unter großer Anteilnahme drei Tote zu Grabe getragen: die von der Hamas ermordeten Geiseln Idan Shtivi und Ilan Weiss sowie den Reserveoffizier Ariel Lubliner.

In Tel Aviv begleiteten Hunderte Menschen den Trauerzug für den 28-jährigen Shtivi. Er war am 7. Oktober 2023 beim Nova-Festival entführt und getötet worden. Seine sterblichen Überreste wurden erst vergangene Woche gemeinsam mit denen von Ilan Weiss aus dem Gazastreifen zurückgebracht. Viele Trauernde hielten israelische Fahnen und Schilder mit der Aufschrift »Sorry« in den Händen.

Shtivis Mutter Dalit erinnerte an ihren Sohn als jungen Mann mit »reinem Herzen, voller Sensibilität und Liebe«. »Du warst unser Sonnenschein, du hast jeden Raum erhellt«, sagte sie laut israelischen Zeitungen unter Tränen. Auch seine Geschwister fanden bewegende Worte: »Wir versprechen dir, dass dein Andenken lebendig bleibt.« Seine Freundin Stav erklärte: »Alle unsere Träume werden nicht mehr wahr werden – nicht in diesem Leben. Trotzdem sage ich Ja zu dir, für immer.«

Würdigung von Herzog

Weiss, 56 Jahre alt, war stellvertretender Leiter des Sicherheitsteams im Kibbuz Be’eri. Am 7. Oktober wurde er dort von palästinensischen Terroristen ermordet, seine Leiche nach Gaza verschleppt. Seine Frau und seine Tochter kamen später während einer Waffenruhe frei. Die Beerdigung in Be’eri fand im engsten Familienkreis statt. Medienvertreter waren nicht zugelassen.

Lesen Sie auch

Präsident Isaac Herzog würdigte Weiss in einer Mitteilung als »Mann von Mut und edlem Geist« und sprach den Angehörigen sein »tief empfundenes Beileid« aus. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, Weiss habe »sein Leben im Einsatz für die Verteidigung seiner Gemeinde verloren« und sei »ein Symbol für den Mut, den viele Israelis am 7. Oktober gezeigt haben«.

Im Norden Israels, in Kiryat Bialik bei Haifa, trauerte eine große Gemeinde um den Reserveoffizier Ariel Lubliner. Der 34-Jährige, der vor rund zehn Jahren aus Brasilien eingewandert war, kam am Samstag im südlichen Gazastreifen ums Leben – offenbar durch ein Versehen in den eigenen Reihen. Seine junge Frau Barbara hielt während der Zeremonie den gemeinsamen neun Monate alten Sohn Lior im Arm.

Schmerz wird sichtbar

In einem bewegenden Moment kroch der Säugling auf das Grab seines Vaters, wie die »Times of Israel« berichtet. »Danke, dass du dein Leben mit uns geteilt hast«, sagte die Witwe demnach. »Danke, dass du uns ein Stück von dir hinterlassen hast.« Freunde erinnerten Lubliner als »leidenschaftlichen Familienmenschen« und als Soldaten, der »immer Verantwortung übernommen hat, wenn es darauf ankam«.

Politiker mehrerer Parteien betonten, dass die Gesellschaft trotz aller Verluste »nicht zerbrechen dürfe« und dass das Andenken an die Opfer »eine Verpflichtung für kommende Generationen« sei. im

Ehemalige Geiseln

Wenn aus Ketten Freudentänze werden

Hennafeier von Eliya Cohen und Ziv Abud: Das Paar feiert seine Liebe und bereitet sich auf die Hochzeit im August vor

von Sabine Brandes  03.07.2026

Gesundheit

Rezept gegen die Pillen

Neue Vorschriften sollen den Missbrauch opioidhaltiger Medikamente eindämmen. Israel führt weltweit beim Pro-Kopf-Konsum

von Sabine Brandes  03.07.2026

Wirtschaft

So viele Millionäre gibt es in Israel

Ein Überblick

von Sabine Brandes  03.07.2026

Kriminalität

Vier Tote in 24 Stunden

Nur 12 Prozent aufgeklärt: Israels arabische Gemeinde sieht sich einer immer weiter eskalierenden Welle der Gewalt gegenüber

von Sabine Brandes  03.07.2026

Gazastreifen

Israelische Armee tötet Entführer von Daniel Perez

Muhammad Na’im Jandiya überfiel mit einer Nukhba-Einheit den Kibbuz Nahal Oz

 03.07.2026

22. Makkabiade

Zusammenstehen - mehr denn je

Tausende Athletinnen und Athleten aus aller Welt feiern bei der Eröffnung in Jerusalem jüdische Identität, Sport und Solidarität – gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

»Hab viel Spaß in der Hölle, du Hurensohn!«

Die ehemalige deutsch-israelische Geisel Rom Braslavski reagiert auf die Tötung ihres Peinigers. Ein Moment, der für ihn mehr als Rache ist

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nahost

Hat ein Tadschike für den Iran Ziele in Israel ausgespäht?

Über ein Jobangebot kam ein Tadschike laut Israels Geheimdienst mit einem iranischen Agenten in Kontakt. Er soll für Teheran Orte in Israel ausspioniert und weitere Spione angeworben haben

 02.07.2026

Interview

»Klimaanlagen sind Pflicht«

Keren Agay-Shay erklärt, warum extrem heiße Sommer mehr sind als ein Wetterphänomen – und welche Maßnahmen Leben retten können

von Sabine Brandes  02.07.2026