EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Nahost

Iran soll Angriff mehrerer Terrorgruppen auf Israel planen

Ein iranischer Raketentransporter in Teheran Foto: picture alliance / SIPA

Der Iran arbeitet offenbar daran, die verschiedenen Gruppen seiner sogenannten »Widerstands-Achse« für einen gemeinsamen Angriff auf Israel zusammenzubringen. Israelischen Einschätzungen zufolge könnte Teheran dabei einen gleichzeitigen Einsatz an mehreren Fronten vorbereiten – mit Beteiligung der Hisbollah im Libanon, der Hamas, der Huthis im Jemen sowie proiranischer Milizen im Irak. Dies geht aus einem Bericht der »Jerusalem Post« hervor.

Das Ziel soll darin bestehen, einen »Fehler« des 7. Oktober 2023 nicht zu wiederholen: Damals griff die Hamas Israel an, ohne dass die mit ihr verbündeten Kräfte gleichzeitig eine koordinierte Großoffensive eröffneten. Zwar beschoss die Hisbollah Israel bereits am selben Tag aus dem Libanon, einen umfassenden Angriff parallel zur Hamas-Offensive startete sie jedoch nicht.

Nach dem Hamas-Angriff auf Israel hatten sich Hinweise darauf ergeben, dass der damalige Hamas-Anführer Yahya Sinwar auf eine Ausweitung des Krieges gehofft hatte. In im Gazastreifen erbeuteten internen Dokumenten wurde demnach die Notwendigkeit betont, die »externen Fronten« miteinander zu verbinden und vorzubereiten. Gemeint waren unter anderem der Libanon, Syrien und der Sinai.

Erhöhung des Drucks

Offenbar will Teheran nun dafür sorgen, dass eine solche Abstimmung bereits vor Beginn eines künftigen Angriffs funktioniert. Arabischen Medienberichten zufolge wird eine Operation erwogen, bei der mehrere Verbündete des Iran von Beginn an gleichzeitig gegen Israel vorgehen. Damit würde die Koordinierung der verschiedenen Schauplätze selbst zu einem zentralen Bestandteil der Angriffsplanung.

Lesen Sie auch

Auch innerhalb der Hamas könnte es dafür neue Voraussetzungen geben. Khalil al-Hayya, der im Juli zum Chef der Terrororganisation gewählt wurde, gilt als enger Verbündeter Teherans. Der aus dem Gazastreifen stammende Hamas-Funktionär gehörte bereits unter Sinwar zu den wichtigsten Akteuren bei der Pflege der Beziehungen zum Iran.

Israelische Einschätzungen deuten laut »Jerusalem Post« zudem darauf hin, dass Teheran versucht, die Zusammenarbeit seiner Verbündeten nach den schweren Rückschlägen der vergangenen Jahre wieder zu intensivieren. Die israelische Armee will zuletzt eine erneute Abstimmung zwischen Hamas und Hisbollah festgestellt haben, die mit iranischer Unterstützung vorangetrieben worden sein soll. Ziel sei es demnach, den Druck auf Israel gleichzeitig aus dem Norden und dem Süden zu erhöhen.

Wiederherstellung von Kapazitäten

Parallel dazu soll die iranische Quds-Einheit ihre Kontakte zu den verschiedenen Milizen und Terrororganisationen verstärkt haben. Berichten zufolge führten ranghohe Vertreter der Revolutionsgarden während einer früheren Phase relativer Ruhe Gespräche mit Kommandeuren der Hisbollah, der Huthis und irakischer Milizen. Iranische Berater sollen zudem direkt vor Ort mit den Verbündeten gearbeitet haben.

Teheran versucht offenbar gleichzeitig, die militärischen Fähigkeiten seines Netzwerks wieder auszubauen. Dazu gehören demnach die Produktion von Raketen und Drohnen sowie die Wiederherstellung von Kapazitäten, die bei früheren Kämpfen beschädigt worden waren. Gemeinsame Übungen sowie engere persönliche und operative Kontakte sollen die Zusammenarbeit zusätzlich vertieft haben.

Die Kräfteverhältnisse innerhalb dieses Netzwerks haben sich allerdings verändert. Die Schwächung der Hisbollah und der Sturz des Assad-Regimes in Syrien haben die Bedeutung anderer iranischer Partner erhöht. Insbesondere die Huthis im Jemen und die proiranischen Milizen im Irak spielen dabei offenbar eine größere Rolle als vor dem 7. Oktober. im

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber wehren sich mit dem Stimmzettel gegen den Sicherheitsminister – und könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel steckt mal wieder im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026

Jerusalem

Vorfälle bei Parlamentswahl

Für die große Mehrheit der Israelis verlief der Wahltag friedlich. Es gab jedoch Einschüchterungsversuche und sogar Angriffe

 28.10.2026

Jerusalem

Benjamin Netanjahu bei Wahl vorn - aber ohne Mehrheit

Bleibt der heutige Ministerpräsident an der Macht? Oder kommt es zum Regierungswechsel? Der Politikveteran gibt sich in der Wahlnacht trotz unklarem Ausgang siegesgewiss

 28.10.2026 Aktualisiert