Waffen

Mullah-Regime setzt Streubomben gegen Israel ein

Streubombe mit mehr als 600 Sprengkörpern (Archivbild) Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Als die Sirenen am Sonntagnachmittag erneut über Zentralisrael heulten, suchten viele Bewohner Schutz in Bunkern und Treppenhäusern. Kurz darauf schlugen die Trümmerteile einer abgefangenen iranischen Rakete in Orten ein, die über mehrere Kilometer entfernt liegen. Mindestens sieben Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer, als Splitter des Geschosses niedergingen, wie die israelische Polizei und Rettungsdienste mitteilten.

Magen David Adom gab an, dass neben mehreren Personen, die sich auf dem Weg in Schutzräume verletzten, sieben weitere von Sanitätern behandelt wurden, die durch Raketenteile verwundet worden waren. Ein 40-jähriger Mann befindet sich in ernstem und ein 25-jähriger in mittelschwerem Zustand; ein 56-jähriger Mann erlitt leichte Verletzungen.

Derartige Raketen explodieren nicht nur einmal

Die israelische Feuerwehr teilte mit, dass Einsatzkräfte an zwei Haupteinschlagstellen in Zentralisrael im Einsatz waren, wo Teile der Streubombe auf die Erde gefallen waren. Nach Angaben der israelischen Armee (IDF) handelte es sich vermutlich um einen iranischen Angriff mit einer sogenannten Streumunitions-Gefechtsladung: eine Waffe, die besonders gefährlich für Zivilisten ist.

Solche Raketen explodieren nicht nur einmal. Stattdessen zerplatzt der Sprengkopf hoch in der Luft und verteilt viele kleinere Bomben über ein großes Gebiet. Diese sogenannten Submunitionen schlagen dann einzeln am Boden ein und können noch lange nach dem Angriff detonieren.

Clusterbomben, auf Deutsch Streumunition, sind so konstruiert, dass sie eine Vielzahl kleiner Sprengkörper freisetzen. Anstatt einer einzelnen Explosion werden Dutzende, manchmal Hunderte Mini-Bomben über eine Fläche verstreut. Das vergrößert die Zerstörung erheblich und erschwert die Kontrolle über das Zielgebiet erheblich.

Armeesprecher Nadav Shoshani: »Der Iran hat bereits mehrfach Streumunition eingesetzt.«

Militärisch sollen solche Waffen große Flächen abdecken, etwa gegen Fahrzeugkolonnen oder militärische Stellungen. In dicht besiedelten Gebieten stellen sie allerdings ein außergewöhnlich großes Risiko dar. Ein Teil der Submunition detoniert oft nicht sofort und bleibt als Blindgänger zurück. Gerade Kinder oder Passanten können diese kleinen Metallkörper später aufheben oder versehentlich auslösen. Sicherheitskräfte warnen die Bevölkerung, verdächtige Objekte auf keinen Fall zu berühren, da Submunition am Boden liegen könnte, die noch nicht detoniert ist.

Der internationale Sprecher der IDF, Oberstleutnant Nadav Shoshani, erklärte, es sei nicht das erste Mal, dass der Iran solche Waffen einsetzt. »Sie verwendeten Streumunition bereits mehrfach«, sagte er. Der Einsatz gegen zivile Gebiete sei besonders gefährlich und könne als Kriegsverbrechen gewertet werden.

Nach Angaben des Militärs sei ein entsprechender Sprengkopf über zentralen Regionen Israels niedergegangen und habe mehrere Sprengkörper über ein Gebiet von etlichen Kilometern verteilt. Einige der Submunitionen trafen Wohnhäuser und Straßen. Israelische Behörden untersuchen derzeit die Trümmerteile der Rakete und der einzelnen Sprengkörper. Bombenräumkommandos wurden in verschiedene Orte geschickt, um mögliche Blindgänger zu sichern. Die Armee rief die Bevölkerung auf, ungewöhnliche Metallobjekte sofort zu melden.

Amnesty International ächtet Streumunition

»Streumunition ist von Natur aus eine wahllos wirkende Waffe, die niemals eingesetzt werden darf. Durch den Einsatz solcher Waffen in der Nähe oder inmitten von bewohnten Gebieten gefährdeten die iranischen Streitkräfte das Leben von Zivilisten und demonstrierten eine klare Missachtung des humanitären Völkerrechts«, sagte Erika Guevara Rosas, Senior Director für Forschung, Interessenvertretung, Politik und Kampagnen bei Amnesty International im Juni 2025, als dem Iran schon einmal vorgeworfen wurde, Streubomben gegen Israel einzusetzen.

Mehr als 100 Staaten haben die Konvention über Streumunition unterzeichnet, die Produktion, Lagerung und den Einsatz dieser Waffen verbietet. Kritiker warnen, dass vor allem die nicht explodierten Submunitionen noch Jahre nach einem Angriff tödlich sein können.

Während die Verletzten des jüngsten Angriffs im Krankenhaus behandelt werden, suchen Spezialisten weiter nach möglichen Blindgängern. Jeder einzelne Sprengkörper kann noch lange Zeit später detonieren. Es ist diese langfristige Bedrohung, die Streumunition zu einer der umstrittensten Waffen moderner Kriege macht.

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