Berlin

Holocaust-Überlebende zweifeln an Deutschland

Christoph Heubner Foto: picture alliance/dpa

Die veränderte Haltung der Bundesregierung gegenüber der israelischen Regierung im Zuge des Nahost-Konfliktes führt bei Holocaust-Überlebenden zu Verunsicherungen. Darauf hat der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, Christoph Heubner, am Sonntag in Berlin verwiesen. »Es entstehen ernste Zweifel, ob die Regierung und die Menschen in Deutschland sich bewusst sind, unter welch existentieller Bedrohung von verschiedenen Seiten Israel in diesen Tagen steht«, erklärte Heubner.

Egal, wie ablehnend, kritisch oder zustimmend Überlebende des Holocaust der israelischen Regierung und den von ihr beschlossenen Maßnahmen gegenüberstünden, sie alle eine die Sorge um den Fortbestand ihres Staates. Dieser habe Jüdinnen und Juden nach dem Holocaust Sicherheit und eine Zukunft geboten. »Jede Entscheidung gerade der deutschen Bundesregierung, die als Abkehr von Israel gewertet werden muss, empfinden Überlebende des Holocaust auf dem Hintergrund ihrer eigenen Geschichte als bedrohlich und deprimierend.« Sie befürchteten durch die aktuelle Entscheidung eine Stärkung der Terrororganisation Hamas, sagte Heubner weiter.

Der Blick auf Deutschland sei für Überlebende des Holocaust in den vergangenen Jahrzehnten »ein Blick der Zuversicht und der Verlässlichkeit« gewesen. In diesen Tagen verdunkle sich ihr Blick auf Deutschland.

Die Bundesregierung hatte am Freitag mitgeteilt, bis auf Weiteres keine Rüstungsgüter mehr an Israel zu liefern, die im Gaza-Streifen zum Einsatz kommen können. Hintergrund sind die Pläne Israels, den Militäreinsatz auszuweiten und die Stadt Gaza einzunehmen. epd/ja

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