Jerusalem

Herzog ruft vor Parlamentswahl in Israel zu Einigkeit auf

Präsident Isaac Herzog Foto: copyright (c) Flash90 2025

Vor einer wegweisenden Wahl in Israel im Oktober hat Staatspräsident Isaac Herzog das Volk zur Einigkeit aufgerufen. Die Wahl sei »kein Bürgerkrieg«, sagte er nach Angaben des Nachrichtenportals »Ynet« bei einer Zeremonie zur Umbettung der sterblichen Überreste der Großeltern des jüdischen Staatsvisionärs Theodor Herzl in Jerusalem. Sie waren aus dem jüdischen Friedhof in Belgrad exhumiert und nach Israel überführt worden.

Der Präsident sagte den Angaben zufolge: »Wir müssen weiterhin gemeinsam der historischen Mission würdig sein, an der wir teilhaben - dem Aufbau des jüdischen Staates.« Angesichts von Berichten über eine Rekordzahl von Israelis, die in den letzten drei Jahren das Land verlassen haben, sagte Herzog: »Mein Herz schmerzt angesichts jedes Einzelnen, jedes Paares und jeder Familie, die an einen anderen Ort gehen - wir haben keinen anderen Ort.«

Laut einer Studie der Tel Aviver Universität haben im Zeitraum von 2023 bis 2025 mehr als 268.500 israelische Staatsbürger das Land für mindestens drei aufeinanderfolgende Monate verlassen – ein neuer Höchststand im Vergleich zu den Vorjahren. Zum Vergleich: Im entsprechenden Zeitraum zehn Jahre zuvor (2013–2015) betrug die Vergleichszahl lediglich rund 183.200 Staatsbürger. Die Forscher stuften die neuen Zahlen als beunruhigend ein. Unter den Auswanderern seien auch viele Ärzte, Ingenieure und andere Akademiker.

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Seit Ende 2022 ist Israel mit einer Reihe schwerer politischer und gesellschaftlicher Erschütterungen konfrontiert – vom umstrittenen Justizumbau der rechtsreligiösen Regierung über das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 bis hin zu den darauffolgenden Kriegen und militärischen Auseinandersetzungen in der Region. dpa

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