Zufrieden

Happy im Heiligen Land

Don’t worry, be jewish: Ein Israeli am Strand von Tel Aviv. Foto: Stephan Pramme

Umgeben von Feinden, einer ständiger Bedrohung ausgetzt, ständig mit Wassermangel und chaotischem Verkehr sowie politischen Krisen konfrontiert. Doch offenbar scheint all das die Israelis wenig zu belasten. Denn auf der »Glücklichkeitsskala« des Gallup World Poll ist Israel gerade auf dem achten Platz gelandet. Gemeinsam mit Kanada und der Schweiz. Ganz oben stehen die Skandinavier, absoluter Spitzenreiter sind die lockeren Dänen. Die Deutschen sind übrigens nur die Nummer 33, ganz unten auf der Liste stehen die afrikanischen Nationen.

Befragung Glücksgefühle messen ist wahrlich kein einfaches Unterfangen. Dennoch haben sich die Mitarbeiter des Gallup World Poll, ein internationales Institut, das auf Befragungen aller Art spezialisiert ist, aufgemacht, den Schlüssel zum Glück zu finden. Vier Jahre lang sprachen sie mit Menschen in 155 Ländern, um zwei Arten von Wohlbefinden zu untersuchen. Zuerst wollten sie wissen, wie es um die allgemeine Zufriedenheit bestellt ist, und gaben den Antworten die Noten eins bis zehn. Anschließend fragten sie ihr Gegenüber, wie der letzte Tag war, etwa, ob man sich ausgeruht fühlte, respektiert, frei von Schmerzen und intellektuell eingebunden. 62 Prozent der Israelis gaben an, erfolgreich im Leben zu stehen und ihr Dasein zu genießen, 35 von Hundert meinten, sie seien angestrengt, und lediglich drei Prozent leiden. Ihr tägliches Wohlbefinden gaben sie mit 6,4 Punkten an. Diese Angaben katapultierten die Frauen und Männer von Nahariya bis Eilat in die Top Ten der glücklichsten Länder dieser Welt.

Beim täglichen Befinden schnitten die Deutschen besser ab als die Israelis: 7,4 Punkte auf der Skala bis zehn markierten sie. Allerdings seien allgemein lediglich 43 Prozent erfolgreich, während die Hälfte der Bevölkerung ein angestrengtes Leben führte und sieben Prozent litten. Natürlich kein Vergleich zu Togo etwa, wo nur ein Prozent angab, es ginge ihnen gut, und 31 Prozent tagein, tagaus ihr Leben als Leiden empfinden.

Position Am allerbesten geht es den eigenen Angaben nach den Schweden, Norwegern, Dänen und Holländern. »Ja, den skandinavischen Ländern geht es wirklich gut«, fasst Jim Harter, wissenschaftlicher Leiter bei Gallup, zusammen. »Offensichtlich kümmert man sich dort besser um die Grundbedürfnisse. Es ist eine Theorie, dass dies das Glücksgefühl der Menschen stärkt.« Natürlich hänge das Ergebnis der Studie mit Reichtum und Wohlstand beziehungsweise der Armut der Länder zusammen, aber nicht ausschließlich, erläutert er.

Die Studie würde zudem aufzeigen, dass das alltägliche Glücksgefühl mehr damit zu tun habe, wie die psychologischen und sozialen Bedürfnisse gedeckt werden, als mit einer prall gefüllten Brieftasche. Ein Beispiel dafür sei Costa Rica, das es auf Platz sechs der Liste schaffte – vor vielen reicheren Nationen. »Dieser kleine Staat in Zentralamerika hat ausgezeichnete soziale Verbindungen zwischen den Menschen, das zeichnet sich für die Bewohner aus.« Geht man nach Kontinenten, steht Israel sogar ganz oben. Auf asiatischem Grund ist der kleine Nahoststaat unangefochten die Nummer eins. Israels Nachbarn sind weit abgeschlagen, mit Jordanien als Nächstem an 52. Stelle und dem Libanon auf dem 73. Platz. Bei 155 Teilnehmern muss man Syrien und Ägypten eher als unglücklich bezeichnen – sie belegten beide einen beschämenden 115. Platz.

Glück Inbar Cohen gehört zu den Glücklichen. Sie ist Computerprogrammiererin und findet ihr Leben in Israel »ziemlich klasse«. Auf den ersten Blick nicht zu erwarten, oder? »Vielleicht nicht aus europäischer Sicht«, gibt die 35-Jährige zu, »doch wenn man unser Land näher kennt, dann weiß man, was hier alles gut ist«. Zuallererst lobt sie die Errungenschaften, die der junge Staat in 62 Jahren seiner Existenz geschaffen hat. »Darauf können wir unheimlich stolz sein.« Ihr guter Verdienst und der ihres Mannes in der Computerbranche ermöglicht ihnen ein angenehmes Leben in der Nähe von Tel Aviv im eigenen Häuschen. Vor der Tür stehen zwei nagelneue Autos. Zum Urlaub geht es mindes-tens einmal pro Jahr ins Ausland. »Dazu haben wir bei uns eine gute Gesundheitsversorgung, die Natur ist umwerfend schön, die Freizeitangebote überragend.«

Doch Cohen sieht auch die Dinge, die mit Geld nicht zu kaufen sind: »Bei uns gibt es echte Freiheit. Und das inmitten der umliegenden gänzlich undemokratischen Staaten.« Kriege und politische Instabilität machen ihr indes keine Angst. »Ich glaube, wir werden in den nächsten Jahren Frieden haben, da denke ich ganz positiv.« Besonders wichtig sind der Mutter von zwei kleinen Kindern die engen Familienbande. »Man ist füreinander da, hilft sich, verbringt die Freizeit miteinander. In vielen anderen Ländern ist das heute nicht mehr so, das finde ich traurig.« Als sie zwei Jahre in den USA lebte, sei sie »geschockt über den Verfall der Familie« gewesen. »Damit könnte ich nicht leben. Ich brauche meine Lieben alle ständig um mich herum.« Und dann geht es ihr richtig gut – wie der Mehrheit ihrer Landsleute.

Tel Aviv

El Al baut Flugverkehr wieder aus: 40 Ziele bis nächste Woche

Nach Angaben der Fluglinie soll das Angebot im Laufe des Monats weiter wachsen. Es sei denn, die Sicherheitslage verändert sich wieder

 24.04.2026

Jerusalem

Ein Diplomat für die christliche Welt

George Deek soll als Sondergesandter Schadensbegrenzung betreiben und »die Beziehungen weltweit vertiefen«

von Sabine Brandes  23.04.2026

Untersuchungskommission

Hamas-Massaker: Unruhen im Gerichtssaal

Israel ist noch immer auf der Suche nach Antworten für die Versäumnisse vor dem 7. Oktober

von Sabine Brandes  23.04.2026

Jom Haazmaut

Trump erhält Israel-Preis für besondere Verdienste um das jüdische Volk

Nach Angaben des israelischen Bildungsministeriums erhält der amerikanische Präsident den Preis in der Kategorie »besondere Verdienste um das jüdische Volk«

 23.04.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026

Jom Haazmaut

Herzog ehrt Soldaten am Unabhängigkeitstag – Armee zu neuer Offensive bereit

»Herausragende Soldaten lernen in normalen Jahren die Schlachten der Vergangenheit – aber ihr kämpft die Schlachten, die künftige Generationen studieren werden«, sagt der Präsident zu IDF-Angehörigen

 23.04.2026

Israel

Ein Kind nach dem Tod

Israelische Richter erlauben der Familie der getöteten Geisel Yotam Haim die Verwendung von dessen Sperma, um einen Enkel zu zeugen

von Sabine Brandes  23.04.2026

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026

Nachrichten

Wohnen, Defizit, Währung

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  22.04.2026