Tel Aviv

Geisel-Familien fordern Deal

Angehörige der Geiseln bei einer Demonstration in Tel Aviv. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90

Bei einer Demonstration in Tel Aviv haben Tausende Menschen für ein rasches Ende des Gaza-Kriegs und die Freilassung der Geiseln aus der Gewalt der Terrororganisation Hamas protestiert. Zahlreiche Menschen versammelten sich auf dem »Platz der Geiseln« im Zentrum der Stadt und forderten die Regierung auf, einem Deal für eine Waffenruhe und der Befreiung der Verschleppten zuzustimmen.

Am Sonntag soll Medienberichten zufolge erneut das Sicherheitskabinett um Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zusammenkommen. Ein bereits von der Hamas gebilligter Vorschlag für ein Abkommen soll jedoch nicht Thema der Gespräche sein, berichtete der TV-Sender N12.

»Heute Abend erhielten die Menschen in Israel einen weiteren Beweis dafür, dass die Netanjahu-Regierung einen endlosen Krieg den Geiseln vorzieht und sich damit völlig gegen den Willen des Volkes stellt, obwohl es eine echte Möglichkeit gibt, die Geiseln nach Hause zu holen«, teilte das Forum der Geisel-Angehörigen mit. Es rief für Sonntag zu einem weiteren Protest auf.

Erinnern an vor einem Jahr ermordete Geiseln

Die Demonstranten erinnerten zudem an sechs vor einem Jahr in der Gewalt der Hamas ermordete Geiseln. Die Armee hatte damals die Leichen von Hersh Goldberg-Polin, Alexander Lobanov, Almog Sarusi, Ori Danino, Carmel Gat und Eden Jeruschalmi in einem Tunnel unweit der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen geborgen. Nach Einschätzung des Militärs wurden sie von Terroristen brutal ermordet, bevor die Truppen sie erreichten. Der Vorfall sorgte in Israel und weltweit für Bestürzung.

Die Menschen auf dem »Platz der Geiseln« erklärten, das Beispiel der vor einem Jahr Ermordeten zeige, dass militärischer Druck die Geiseln gefährde.

Einige Familienangehörige forderten US-Präsident Donald Trump auf, zu handeln und alles dafür zu tun, die noch immer im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln zu befreien und den Krieg zu beenden. Sie breiteten ein großes Spruchband aus, auf dem stand: »Trump, make history« (Trump, schreiben Sie Geschichte). dpa

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