Jerusalem

Gadi Eisenkot baut Vorsprung vor Netanjahu aus

Gadi Eisenkot ist Chef der Partei Yashar. Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Der ehemalige Generalstabschef Gadi Eisenkot kann seinen Vorsprung in einer neuen israelischen Wahlumfrage weiter ausbauen. Seine Partei Yashar kommt inzwischen auf 25 Sitze in der Knesset und legt damit gegenüber der vorherigen Erhebung um zwei Mandate zu. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der israelischen Zeitung »Maariv« hervor.

Während Eisenkot zulegt, verliert das Bündnis »Beyachad« des früheren Ministerpräsidenten Naftali Bennett zwei Sitze und kommt nun auf 13 Mandate. Der Likud von Regierungschef Benjamin Netanjahu bleibt dagegen unverändert bei 20 Sitzen.

Auch bei der Verteilung der politischen Blöcke gibt es Bewegung. Das oppositionelle zionistische Lager erreicht in der Erhebung 57 Sitze. Vier weitere Mandate könnten durch das Bündnis der Reservisten mit der Wirtschaftspartei von Yoaz Hendel und Yaron Zelecha hinzukommen. Damit wäre eine Mehrheit von 61 Sitzen möglich, ohne auf arabische Parteien angewiesen zu sein.

Unsicheres Umfragebild

Für Netanjahus Regierungsblock zeichnet sich dagegen ein Rückgang ab. Er kommt laut »Maariv« auf 47 Mandate und damit vier weniger als in der vorherigen Umfrage. Entscheidend für die mögliche Mehrheit der Opposition ist allerdings, ob das Bündnis von Hendel und Zelecha die Wahlhürde tatsächlich überspringt.

Lesen Sie auch

Genau an dieser Stelle bleibt das Umfragebild unsicher. Die gemeinsame Liste der Reservisten und der Wirtschaftspartei erreicht vier Mandate und schafft damit den Einzug in die Knesset. »Amcha Israel« unter Führung von Ofer Winter fällt dagegen auf 2,8 Prozent und bleibt unter der Sperrklausel. Bei der vorherigen Umfrage war die Partei noch auf vier Mandate gekommen.

Neben den großen Parteien verteilen sich die Sitze auf weitere politische Kräfte. Die Demokraten von Yair Golan kommen auf zehn Mandate, Israel Beitenu von Avigdor Lieberman auf neun und Otzma Yehudit von Itamar Ben Gvir auf acht. Vereinigtes Tora-Judentum und Schas erreichen jeweils sieben Sitze.

Juden und Araber

Bei den arabischen Parteien kommt eine gemeinsame Liste aus Chadasch-Ta’al und Balad auf sieben Mandate. Ra’am erreicht fünf. Insgesamt würden die arabischen Parteien damit zwölf Sitze erhalten. Der religiös-zionistische Block von Bezalel Smotrich kommt gemeinsam mit Zehut von Mosche Feiglin ebenfalls auf fünf Mandate.

Maariv weist zugleich auf die hohe Unsicherheit des derzeitigen Kräfteverhältnisses hin. Sowohl die Liste von Hendel und Zelecha als auch »Amcha Israel« bewegen sich nahe an der Sperrklausel. Schon geringe Veränderungen könnten deshalb die Sitzverteilung und damit auch die möglichen Mehrheitsverhältnisse erheblich verändern.

Die Umfrage wurde vom 7. bis 8. September vom Institut Lazar Research in Zusammenarbeit mit »Panel4All« durchgeführt. Von 4052 angefragten Personen nahmen 600 teil. Die Befragung soll die erwachsene israelische Bevölkerung ab 18 Jahren einschließlich jüdischer und arabischer Bürger repräsentieren. Die maximale Stichprobenfehlermarge wird mit vier Prozent angegeben. im

Luftfahrt

Delta und United fliegen wieder nach Israel

Auch europäische Linien bereiten eine Wiederaufnahme ihrer Routen zum Ben-Gurion-Flughafen vor

 08.09.2026

Jerusalem

Bericht: Netanjahu wurde vor dem 7. Oktober von den Vereinigten arabischen Emiraten gewarnt

»Seine Missachtung der Warnungen kommt einer strafrechtlich relevanten Fahrlässigkeit gleich«, erklärt der frühere Ministerpräsident Naftali Bennett

 08.09.2026

Jerusalem

Oberstes Gericht weist Klage von Israelis im Ausland wegen fehlendem Wahlrecht ab

Die Richter entschieden nicht über die grundsätzliche Frage, ob die Betroffenen zu Unrecht von der Wahl ausgeschlossen wurden, sondern verwarfen den Antrag aus verfahrensrechtlichen Gründen

 08.09.2026

Kommentar

Warum der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nie wieder »Nie wieder!« sagen sollte

Wer Antisemitismus nur dort bekämpft, wo es bequem ist, bekämpft ihn nicht – und wer wie im Fall Maha El Hissy konkrete Vorwürfe nicht ernsthaft prüfen will, sollte aufhören, zu erklären, wie ernst er diesen Kampf nimmt

von Andreas Büttner  08.09.2026

Deutschland

Schoa-Überlebende und Antisemitismusbeauftragte rechnen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Maha El Hissy ab

Die Hintergründe

 08.09.2026

Reaktion

Israels Botschafter spricht Klartext über AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt

Ron Prosor ist besorgt. Was sagt der Diplomat zum Sieg der Rechtsextremisten?

 07.09.2026

»Freedom Flotilla Coalition«

Neue Gaza-Flottille unterwegs

Die Initiatoren wollen den Gazastreifen im Oktober erreichen und fordern eine »globale Intifada«

 07.09.2026

Israelische Zeitungen

Wahlen

Wie in Israel über den Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt berichtet wird

Der AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt sorgt im jüdischen Staat für Unruhe – und löst eine ambivalente Debatte über die Partei und ihre Haltung zu Juden und Israel aus

von Sabine Brandes  07.09.2026

Nahost

Iran soll Angriff mehrerer Terrorgruppen auf Israel planen

Nach israelischen Einschätzungen könnte das Mullah-Regime einen gleichzeitigen Einsatz an mehreren Fronten vorbereiten – mit Beteiligung der Hisbollah, der Hamas und der Huthi

 07.09.2026