»Freedom Flotilla Coalition«

Neue Gaza-Flottille unterwegs

Boote mit israelfeindlichen Aktivisten am 21. August vor der Küste Albaniens Foto: picture alliance / Anadolu

Die Freedom Flotilla Coalition (FFC) kündigt eine neue Fahrt in Richtung Gazastreifen an. Mehrere Schiffe sollen zunächst verschiedene europäische Häfen anlaufen und anschließend gemeinsam versuchen, Gaza im Oktober zu erreichen. Nach Angaben des Bündnisses soll die Aktion Israels »illegale und tödliche« Seeblockade des Gazastreifens infrage stellen.

Von der ägyptischen Seeblockade Gazas, die ebenfalls eingerichtet wurde, um den Waffenschmuggel für die Hamas und andere palästinensische Terrorgruppen einzudämmen, ist in der Erklärung nicht die Rede.

Die Organisatoren erklärten, die Schiffe würden auf ihrer Reise durch Europa Veranstaltungen und Treffen mit örtlichen Unterstützern begleiten. Ziel sei es, vor der geplanten Weiterfahrt nach Gaza möglichst viel öffentliche Aufmerksamkeit für die Kampagne zu erzeugen.

Globalisierung der Intifada

Bebildert wurde die Erklärung der israelfeindlichen Organisation mit dem Foto eines Bootes, auf dessen Rumpf und Segel eine »Globalisierung der Intifada« gefordert wird. Damit ist Gewalt gegen Juden in aller Welt gemeint. Bisher hatten sich Gaza-Flottillen gegen Israel gerichtet, nicht aber alle Juden.

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Bereits im Juni und Juli war das FFC-Schiff »Handala II« in Skandinavien unterwegs, bevor es in Kiel in einer Hafenmauer krachte und einen hohen Sachschaden verursachte. Bei dem Malheur ging auch das Boot kaputt. Anfang September startete zudem das Schiff »Kate« im britischen Bristol. Nach Angaben der Organisatoren legte es anschließend in Irland, Deutschland und Frankreich an. Weitere Stationen in Spanien, Portugal und Italien sind demnach vorgesehen.

An den verschiedenen Häfen will die FFC zugleich Forderungen an die jeweiligen Regierungen richten. Diese sollen nach Vorstellung des Bündnisses unter anderem Waffen- und Energielieferungen an Israel stoppen, die diplomatische und militärische Zusammenarbeit beenden und Sanktionen gegen Israel verhängen. Eine Verurteilung des palästinensischen Terrors, der in der Region alle Kriege der vergangenen Jahrzehnte begann, blieb aus.

Versorgung der Bevölkerung

Die Organisation begründet die neue Mission mit der ihrer Ansicht nach weiterhin unzureichenden internationalen Reaktion auf die Lage im Gazastreifen. Die FFC behauptet, Israel töte weiterhin Palästinenser, beschränke die Versorgung der Bevölkerung und verweigere den Palästinensern grundlegende Rechte. Die israelische Regierung weist dies zurück, während UNICEF im August Ergebnisse einer Erhebung veröffentlichte, wonach es in Gaza kaum Mangelernährung gibt. Schon während des von der Hamas begonnenen Krieges sorgte Israel für die Einfuhr von zwei Millionen Tonnen an Hilfsgütern für die Zivilbevölkerung Gazas.

Auch die Ereignisse rund um frühere Flottillen werden von der FFC zur Begründung ihrer Kampagne angeführt. Die Organisation spricht von Gewalt, Folter, schweren Schlägen, wiederholtem Einsatz von Elektroschockern und sexuellen Übergriffen gegen Teilnehmer einer Mission im Frühjahr. Belege dafür wurden nie vorgelegt.

Zohar Chamberlain Regev vom FFC-Lenkungsausschuss erklärte, die neue Fahrt sei notwendig, weil Regierungen ihren Verpflichtungen weiterhin nicht nachkämen. »In jedem Hafen werden wir die Forderung mitführen, dass Palästinenser frei sein müssen, in Würde zu leben. Im Oktober wollen wir diese Forderung und die Solidarität von Menschen aus aller Welt an die Küste Gazas tragen.«

Ungehinderte Fahrt

Von den Regierungen verlangt das Bündnis unter anderem, der Flottille eine sichere und ungehinderte Fahrt nach Gaza zu garantieren. Zugleich fordert die FFC eine uneingeschränkte Versorgung des Gazastreifens, obwohl die Zufuhr von Hilfsgütern laut COGAT, der zuständigen Behörde, nicht eingeschränkt ist. Auch wollen die Initiatoren politische und wirtschaftliche Maßnahmen gegen die israelische Seeblockade, nicht aber gegen die ägyptische. Den Terror der Hamas, dem seit Jahren viele Palästinenser zum Opfer gefallen sind, kritisierte die FFC nicht. im

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