Israel

Ex-Geiseln führen Tochter unter die Chuppa

Aviva, Shir und Keith Siegel (v.l.n.r.) Foto: Flash 90

Es war eine der schönsten Hochzeiten der vergangenen zwei Jahre – und dabei ging es vor allem auch um die Eltern der Braut.

Das langjährige Paar Shir Siegel und Yuval Bar-On hatten sich im September 2023 verlobt. Doch das junge Glück wurde am 7. Oktober 2023 jäh zerstört. Zu den von Hamas-Terroristen während der Massaker Verschleppten gehörten auch Siegels Eltern Aviva und Keith, die im Kibbuz Kfar Aza gelebt hatten.

Warten auf die Eltern

Aviva Siegel kam Ende November 2023 im Rahmen eines Abkommens frei. Ihr Mann aber blieb in der Gefangenschaft der Islamisten, und Aviva beschrieb später ihre Qualen: »Die schlimmsten Momente für mich waren die, als ich zusehen musste, wie sie Keith und die Mädchen, die bei uns waren, gefoltert haben«, sagte sie nach ihrer Freilassung in einem Interview. »Ich wollte schreien, aber ich konnte nicht. Sie haben mir sogar verboten, zu weinen.«

Tochter Shir und ihr Verlobter schworen sich, erst zu heiraten, wenn beide Eltern wieder in Freiheit sind.

Mehr als ein Jahr und zwei Monate nach seiner Frau wurde Keith Siegel am 1. Februar 2025 freigelassen. Ausgehungert und unsicher auf den Beinen führte die Hamas den 65-Jährigen auf seinem Weg zurück nach Israel vor. Nach einem Aufenthalt im Krankenhaus konnte er endlich wieder bei seiner Familie sein.

Und nun war es schließlich so weit. Shir Siegel wurde am vergangenen Donnerstag von ihrer Mutter und ihrem Vater unter die Chuppa geführt.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Videos und Fotos von der Hochzeitsfeier, die in den sozialen Medien geteilt wurden, zeigen, wie die Eltern ihre Tochter begleiten und umarmen. Auch der Tanz von Vater und Tochter ist zu sehen.

Ebenfalls ausgelassen getanzt hat die ehemalige Geisel Emily Damari, mit der Shir eng befreundet ist. Und auch die ehemaligen Geiseln Liri Albag, Agam Berger und Amit Soussana haben mitgefeiert, mit denen Aviva Siegel in Gaza zeitweise zusammen gefangen gehalten worden war.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Es ist das Bild des Sieges«, postete Shir Siegel auf ihrem Instagram-Profil unter Bilder der Chuppa. »Wenn alle zu Hause sind, wird es der ultimative Sieg sein«, verwies sie auf die noch in Gaza festgehaltenen Geiseln. »Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen«, schrieb sie weiter. »Ich hoffe, dass diese Momente viel Licht verbreiten und alle zu uns nach Hause zurückholen werden.«

Ein weiteres Video zeigt Shir Siegel während der traditionellen Hochzeitsgebete, die sie um zwei Zeilen erweitert hat: »Dass alle Geiseln sicher zu ihren Familien zurückkehren mögen. Dass Frieden, Liebe und Brüderlichkeit mit dem gesamten Volk Israel sein mögen.« sal

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Nachrichten

Auszählung, Expats, Einmischung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  28.10.2026

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026