Jerusalem

»Er wollte Juden töten«

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: copyright (c) Flash90 2025

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat in einer Videoansprache zum Doppelmord von Washington D.C. Stellung genommen. Dabei waren am Mittwochabend (Ortszeit) zwei junge Mitarbeiter der israelischen Botschaft, der Deutsch-Israeli Yaron Lischinsky und die Amerikanerin Sarah Milgrim, ermordet worden.

»Ein brutaler Terrorist erschoss kaltblütig ein junges, schönes Paar - Yaron Lischinsky und Sara Milgrim. Yaron hatte gerade einen Verlobungsring für Sara gekauft«, erklärte Netanjahu. »Er wollte ihn ihr nächste Woche in Jerusalem überreichen. Sie hatten vor, ein neues und glückliches Leben miteinander zu beginnen. Nun, das ist tragischerweise nicht geschehen.«

Yaron und Sarah waren dem Ministerpräsidenten zufolge nicht die Opfer eines zufälligen Verbrechens. »Der Terrorist, der sie grausam niederschoss, tat dies aus einem einzigen Grund: Er wollte Juden töten. Und als er abgeführt wurde, rief er ›Free Palestine!‹.«

»Wie die Nazis«

»Das ist genau die gleiche Parole, die wir am 7. Oktober gehört haben«, fügte Benjamin Netanjahu hinzu. »An diesem Tag stürmten Tausende von Terroristen aus dem Gazastreifen nach Israel. Sie enthaupteten Männer. Sie vergewaltigten Frauen. Sie verbrannten Babys bei lebendigem Leib. Sie schlachteten 1200 unschuldige Menschen ab und verschleppten 251 unschuldige Menschen als Geiseln in die Kerker von Gaza.«

Lesen Sie auch

Netanjahu erwähnte den ehemaligen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Dieser habe Israel kurz nach den Massakern der Hamas besucht. »Und nachdem er die Schrecken gesehen hatte, sagte er zu mir: ›Diese Hamas-Terroristen sind genau wie die Nazis.‹ Er hatte Recht.«

»Und wenn sie damit durchkommen würden, hätten diese Hamas-Terroristen jeden letzten Juden auf der Welt abgeschlachtet«, sagte der Regierungschef. Die Parole ›Free Palestine!‹ sei die heutige Version von »Heil Hitler«. »Sie wollen keinen palästinensischen Staat. Sie wollen den jüdischen Staat zerstören. Sie wollen das jüdische Volk auslöschen, das seit 3500 Jahren im Land Israel ansässig ist.«

Dank der Hamas

»Ich konnte nie verstehen, wie diese einfache Wahrheit den Führern Frankreichs, Großbritanniens, Kanadas und anderer Länder entgeht. Sie schlagen nun vor, einen palästinensischen Staat zu gründen und diese Mörder mit dem höchsten Preis zu belohnen«, so Netanjahu.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Diese erneute Kritik Netanjahus an Präsident Emmanuel Macron und den Premierministern Keir Starmer und Mark Carney erfolgte, nachdem diese am Dienstag Israel aufgrund des von der Hamas begonnenen Krieges in Gaza und der zeitweiligen Blockade der Hilfslieferungen mit »konkreten Maßnahmen« gedroht hatten.

»Nun, 18 Jahre lang hatten wir de facto einen palästinensischen Staat. Er heißt Gaza. Und was haben wir bekommen? Frieden? Nein. Wir bekamen das grausamste Gemetzel an Juden seit dem Holocaust.« Seit ihrer Machtübernahme in Gaza überzog die Hamas Israel mit Kriegen und Terrorwellen, die in den Massakern vom 7. Oktober 2023 gipfelten. im

Medien

Geglaubt und geteilt

»Antisemitismus«, definierte Adorno, sei »das Gerücht über Juden«. Was ist dann dessen Verbreitung? Die ARD muss sich einer längst fälligen Debatte stellen

von Esther Schapira  11.08.2026

Social Media

Shirin David, Bill Kaulitz und die Wassermelonen-Jünger

Bei der Rapperin reicht ein »Free Palestine« für die Verbündeten, bei dem Sänger ein »Tel Aviv! Love!« für die Gegner. Ein Kommentar

von Pola Sarah Nathusius  11.08.2026

Nahost

Israels Armee zerstört Haus im Westjordanland

Hintergrund ist eine tödliche Auseinandersetzung mit Siedlern und Soldaten im vergangenen Monat

 11.08.2026

Jerusalem

Netanjahu setzt umstrittenen Unternehmer auf Likud-Liste

Der neue Kandidat hatte US-Präsident Trump unlängst als »ein moralisch korrumpiertes Stück Scheiße« bezeichnet, revidierte seine Meinung jedoch nun. Derweil deutet sich im Likud ein Streit über Listenplätze an

 11.08.2026

Nahost

Israel erwartet Täuschung durch zwei arabische Staaten

Medienberichten zufolge soll der jüdische Staat mit scheinbaren diplomatischen Annäherungen in Sicherheit gewogen und dann angegriffen werden

 11.08.2026

Nordrhein-Westfalen

Medienminister übt scharfe Kritik an Georg Restle und dem WDR

Nathaniel Liminski (CDU): »Israel und das Judentum sind kein Freiwild für jeden Vorwurf, auch nicht für Journalisten«

 11.08.2026 Aktualisiert

Archäologie

Die Fingerabdrücke von Qumran

Wie Wissenschaftler mithilfe von Künstlicher Intelligenz den Schriftrollen vom Toten Meer ihre letzten Geheimnisse entlocken wollen

von Sabine Brandes  11.08.2026

Diplomatie

Kolumbien erkennt Israels Souveränität über den Golan an

Die neue Regierung in Bogotá will auch die kolumbianische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Unterdessen hat Israel Soforthilfe für die Opfer des schweren Erdbebens in Kolumbien zugesagt

 10.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  10.08.2026