Vermisst

Er brachte Menschen heim

Brachte andere sicher nach Hause: Eitan Levi Foto: Sabine Brandes

Vermisst

Er brachte Menschen heim

Der Taxifahrer Eitan Levi wurde am 7. Oktober ein frühes Opfer

von Sabine Brandes  12.09.2025 14:04 Uhr

Er sorgte dafür, dass alle immer sicher nach Hause kommen. Eitan Levi war ein hart arbeitender Taxifahrer aus der israelischen Stadt Bat Yam. Am Morgen des 7. Oktober 2023 fuhr er eine Freundin in deren Heimatort, den Kibbuz Beʼeri in der Nähe des Gazastreifens.

Um 7.30 Uhr rief Levi einen Angehörigen an und berichtete von heftigem Raketenbeschuss aus Gaza. Zehn Minuten später, noch während des Telefonats, hörte der Angehörige Levi rufen: »Er ist auf meinem Autodach gelandet!« Dann waren Kampfgeräusche und Wortfetzen auf Arabisch zu hören, bevor die Verbindung schließlich abbrach.

62 Tage später wurde Eitan Levis Familie von den Behörden informiert, dass er an dem Morgen von Terroristen der Hamas ermordet und sein Leichnam nach Gaza entführt worden sei, wo er von der Terrororganisation noch immer festgehalten wird. Später tauchten grässliche Aufnahmen aus der Palästinenserenklave auf, die zeigten, wie Zivilisten den leblosen, fast nackten Körper des Israelis traten und schlugen.

»Er war ein bemerkenswerter Mann«

Levi wurde 53 Jahre alt. »Er war ein bemerkenswerter Mann, erfüllt von Liebe und Mitgefühl für Menschen und insbesondere für Tiere in Not«, schreibt das Familienforum für Geiseln über ihn. »Er liebte das Leben innig, doch was ihn wirklich auszeichnete, war die enge Beziehung zu seiner Familie und seinen Tieren, den beiden Schäferhündinnen Casey und Belle und seinem Papagei Angel. Er kümmerte sich voller Hingabe um sie. Sie waren ein untrennbarer Teil seiner Welt.«

»Keine Worte können die große Lücke beschreiben, die er hinterlassen hat – den Schmerz und die Sehnsucht seines Sohnes und seiner geliebten Hunde, die noch immer verzweifelt auf ihn warten.«

Lesen Sie auch

Sein einziger Sohn, Shachar Levi, sagte: »Wir werden weiterhin über dich sprechen, Papa! Wir werden deiner gedenken und für die Rückgabe deines Leichnams zur Beerdigung in Israel kämpfen.«

Einer, der immer dafür gesorgt hat, dass die Menschen sicher nach Hause kommen, ist nach mehr als 700 Tagen in der Hölle noch immer nicht zurückgekehrt.

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Nachrichten

Auszählung, Expats, Einmischung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  28.10.2026

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026