Am Flughafen Ben-Gurion bei Tel Aviv ist es zu erheblichen Spannungen zwischen Reisenden und Flughafenpersonal sowie Unmut unter Passagieren gekommen. Zahlreiche Reisende, die mit gültigen Tickets zu Auslandsflügen erschienen waren, erfuhren erst am Schalter, dass sie ihre Maschinen doch nicht besteigen durften. Die Publikation »Times of Israel« berichtete.
Die Situation eskalierte zeitweise an mehreren Check-in-Bereichen. Sicherheitskräfte und Polizei mussten eingreifen, nachdem verärgerte Reisende lautstark gegen Mitarbeiter der Fluggesellschaften protestierten. Der Vorfall ereignete sich nur einen Tag nach der Wiederaufnahme erster begrenzter Abflüge aus Israel.
Hintergrund der Verwirrung sollen kurzfristige Änderungen bei den zulässigen Passagierzahlen gewesen sein. Berichten zufolge hatte das Verkehrsministerium der nationalen Fluggesellschaft El Al in der Nacht zunächst erlaubt, auf einigen Flügen statt bisher 100 bis zu 200 Passagiere mitzunehmen. Am Morgen sei diese Entscheidung jedoch zurückgenommen worden.
Entschuldigung für Unannehmlichkeiten
Dadurch hätten einige Reisende zwar eine Bestätigung erhalten, dass ihre Flüge stattfinden, konnten am Flughafen aber dennoch nicht an Bord gehen. Zunächst war bei den Behörden von maximal 50 Passagieren pro ausgehendem Flug die Rede gewesen, dann von 70, 100 und schließlich von 200. Danach lag die Grenze wieder bei 100 Passagieren.
Das Verkehrsministerium erklärte zuletzt, es gelte weiterhin die Vorgabe, dass Fluggesellschaften bei ausgehenden Flügen maximal 100 Passagiere befördern dürften. Diese Regel entspreche den Richtlinien der Zivilluftfahrtbehörde und der Sicherheitsorgane.
El Al erklärte, man halte sich strikt an die laufend angepassten Anweisungen. »Wir arbeiten nach den Richtlinien des Heimatschutzkommandos, die fortlaufend aktualisiert werden, und entschuldigen uns bei unseren Kunden für die entstandenen Unannehmlichkeiten.«
Gestrandete Passagiere
Der Flugverkehr in Israel ist seit Beginn der militärischen Eskalation mit Iran stark eingeschränkt. Nachdem die USA und Israel Ende Februar eine Luftoffensive gegen Ziele im Iran begonnen hatten, wurden große Teile des Luftraums im Nahen Osten zeitweise geschlossen. Hunderttausende Reisende strandeten dadurch weltweit.
Der Flughafen Ben Gurion öffnete erst Mitte vergangener Woche schrittweise wieder für ankommende Maschinen, damit gestrandete Israelis zurückgeholt werden konnten. Ausgehende Flüge wurden erst am Sonntag in begrenztem Umfang wieder zugelassen. im