Krieg

1900 getötete Soldaten und Kommandeure im Iran: Israel setzt Angriffe gegen das Mullah-Regime fort

Teheran am Montag: Helfer räumen nach einem Angriff Schutt beiseite. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die israelischen Streitkräfte (IDF) haben ihre militärischen Operationen gegen iranische Ziele weiter ausgeweitet. Nach Angaben eines Militärsprechers wurden seit Beginn des Krieges Ende Februar mehr als 1900 Soldaten und Kommandeure des iranischen Regimes getötet.

Die Luftwaffe habe in den vergangenen Stunden erneut militärische Einrichtungen in mehreren Teilen Irans angegriffen, darunter Ziele in Teheran, Isfahan und im Süden des Landes.

Im Mittelpunkt der Angriffe standen nach Militärangaben auch mehrere große Militärflughäfen. Demnach wurden Start- und Landebahnen, Luftabwehrsysteme sowie Flugzeuge zerstört, die mit der Quds-Brigade der Revolutionsgarden in Verbindung stehen. Insgesamt seien 16 Transportmaschinen vernichtet worden.

Diese Flugzeuge seien Teil eines Netzwerks gewesen, über das Waffen und Geld an mit Iran verbündete Terrororganisationen im Nahen Osten geliefert wurden, darunter die Hisbollah, die Hamas sowie die Huthi im Jemen.

Der Militärsprecher betonte, die Operationen zielten darauf ab, die militärischen Fähigkeiten des iranischen Regimes nachhaltig zu schwächen und die Luftherrschaft über iranischem Gebiet zu sichern. »Maschinen der Luftwaffe fliegen auch in diesem Moment Angriffe«, erklärte er. Die Attacken würden fortgesetzt, um die militärische Infrastruktur des Regimes weiter zu beschädigen.

Nächtlicher Einsatz

Auch im Libanon setzt Israel seine Angriffe fort. Nach Militärangaben wurden dort bislang mehr als 700 Ziele der Hisbollah getroffen, darunter rund 100 Einrichtungen der Eliteeinheit Radwan. Zudem hätten israelische Soldaten bei einem nächtlichen Einsatz im Süden des Landes Infrastruktur der Hisbollah entdeckt und mehrere Terroristen getötet. Solche Operationen sollen nach Angaben des Militärs die Sicherheit der israelischen Gemeinden im Norden stärken sowie den Dauerbeschuss aus dem Libanon unterbinden.

Trotz der laufenden Offensive warnte das Militär die Bevölkerung weiterhin vor anhaltenden Gefahren. Raketen- und Drohnenangriffe könnten nicht vollständig verhindert werden. »Unser Luftverteidigungssystem ist das beste der Welt, aber die Verteidigung ist nicht hermetisch«, hieß es.

Lesen Sie auch

Die Einschränkungen für das öffentliche Leben bleiben deshalb zunächst bestehen. Schulen, Kindergärten und Universitäten bleiben landesweit geschlossen. Das Bildungsministerium erklärte aber, der Präsenzunterricht werde bis Ende der Woche wieder aufgenommen.

Versammlungen eingeschränkt

Versammlungen sind weiterhin stark begrenzt. Öffentliche Zusammenkünfte dürfen nur stattfinden, wenn ein Schutzraum innerhalb der vorgeschriebenen Warnzeit erreichbar ist. Maximal 50 Menschen dürfen sich versammeln, bei Beerdigungen im Freien gilt eine Obergrenze von 20 Teilnehmern. Informelle Aktivitäten für Kinder sind nur in kleinen Gruppen von bis zu 30 Teilnehmern erlaubt und müssen in der Nähe eines Schutzraums stattfinden.

Auch in den Städten selbst bleibt die Lage angespannt. Bombenentschärfer der Polizei arbeiten seit Beginn des Krieges nahezu ohne Pause an Einschlagstellen von Raketen und Raketenteilen. Sie warnen die Bevölkerung eindringlich davor, sich solchen Orten zu nähern oder Trümmerstücke anzufassen.

»Einschlagorte sind keine Reality Shows«, sagte ein Sprengstoffexperte der Polizei laut »Times of Israel«. »Kommen Sie nicht mit ihrem Telefon zu diesen Orten, um Aufnahmen zu machen. Berühren Sie nichts.« Immer wieder würden Menschen versuchen, Trümmer zu fotografieren oder sogar mitzunehmen – ein Verhalten, das lebensgefährlich sein könne.

191 Verletzte in 24 Stunden

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden insgesamt 191 Menschen wegen Verletzungen im Zusammenhang mit dem Krieg in Krankenhäuser gebracht, darunter Zivilisten und Soldaten. Eine Person befindet sich in kritischem Zustand, drei weitere sind schwer verletzt. Die meisten Patienten wurden mit leichteren Verletzungen behandelt.

Seit Beginn der Kämpfe am 28. Februar mussten landesweit 2339 Menschen medizinisch versorgt werden. Derzeit befinden sich noch 95 Patienten in Krankenhäusern. im

Jerusalem

Israel und Honduras vertiefen sicherheitspolitische Kooperation

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sowie sein honduranischer Amtskollege Enrique Rodríguez Burchard unterzeichneten ein »Memorandum of Understanding«

 16.08.2026

Kairo

Jared Kushner führt Gespräche über Gaza in Ägypten

Der Schwiegersohn von US-Präsident Trump will in Ägypten Fortschritte im seit langem festgefahrenen Friedensplan für den Gazastreifen erzielen

 16.08.2026

Archäologie

1.300 Jahre altes »Industriegebiet« in Israel gefunden

Sorgsame Planung, vielseitige Nutzung: Industrie- und Gewerbegebiete waren offenbar auch schon vor 1.300 Jahren stadtplanerische Vorzeigeobjekte, wie ein Fund in Israel zeigt

 16.08.2026

Großbritannien

Israels Marathon-Team gewinnt Gold bei Leichtathletik-EM

In Birmingham liefern die israelischen Läufer die beste Teamleistung über 42,195 Kilometer. Bester Einzelläufer ist Gashau Ayale, der hinter einem Deutschen und einem Italiener auf Platz drei landet

 16.08.2026

Teheran

Iran richtet Mann wegen angeblicher Israel-Spionage hin

Die iranische Justiz hat ein weiteres Todesurteil vollstreckt. Menschenrechtler werfen den Behörden vor, die Todesstrafe zur Unterdrückung von Kritik einzusetzen

 16.08.2026

Jerusalem/Beirut

Israel meldet Tötung von Hisbollah-Kommandeur im Südlibanon

Bei israelischen Luftangriffen am Samstag soll laut Militärangaben Abu Hassan Alaa getötet worden sein

 16.08.2026

Buenos Aires/Jerusalem

Mali und Liel Yahalomi in Argentinien gefunden

Das Drama um die in Wien verschwundene Mutter und Tochter hatte ganz Israel in Atem gehalten. Nun sind die beiden in Südamerika aufgetaucht – und der Fall erweist sich als viel komplizierter, als bisher gedacht

 16.08.2026

Essay

Politische und moralische Bankrotterklärung

Die Literaturkritikerin Maha El Hissy hat kein Problem damit, die populärste antisemitische Ritualmordlegende unserer Gegenwart zu verbreiten. Trotzdem wurde sie in die Jury des renommierten Deutschen Buchpreises berufen

von Daniel Neumann  15.08.2026

Österreich

Vermisste Israelinnen in Wien: Polizei stellt Suche ein

Europol hat die Ermittlungen im Fall der in Wien vermissten Israelinnen übernommen. Auch der Mossad soll vor Ort sein. Es wird davon ausgegangen, dass Mutter und Tochter nicht mehr in der Stadt sind

 14.08.2026