»Zehu Ze«

Comeback nach 20 Jahren

Die Comedy-Senioren von »Zehu Ze« Foto: Ilan-s

Die berühmteste Comedy-Show Israels feiert ein Corona-Comeback. Und die fünf Stars der Truppe von Zehu Ze sind stolz darauf, zur Corona-Zielgruppe Nummer eins zu gehören – schließlich sind sie alle um die 70 Jahre alt. Nach 20 Jahren Sendepause kehrt die einstige Lieblingsshow der Israelis zurück.

»Fünf Senioren werden zur heißesten Bildschirm-Sensation des Jahres«, titelte ein israelisches Boulevard-Blatt. »Ihr Jungs seid die Beatles!«, begrüßen Fans die fantastischen Fünf, wie die Komiker um den TV-Star und Sänger Gidi Gov gern genannt werden.

Moni Moshonov Auch die anderen vier, Dovale Glickman, Avi Kushnir, Shlomo Baraba und Moni Moshonov, sind bekannte TV-Gesichter. Zusammen sind sie so etwas wie die israelische Version von Monty Python, angereichert mit einer kräftigen Dosis des berühmten landestypischen Galgenhumors. Zehu Ze gibt es seit 1978. Schon damals brach die Show mit der ersten Staffel alle Zuschauerrekorde.

Zur Sendezeit am Donnerstag um 16 Uhr machten sogar die Militärbasen früher Schluss, damit alle Soldaten die neueste Episode schauen konnten. Endgültigen Kultstatus erlangte die Sendung während des Golfkriegs: »Wir waren die Einzigen, die es wagten, Witze darüber zu machen«, erinnert sich Gidi Gov. »Zum Beispiel hatten wir einen Sketch, in dem eine Bombe in ein Haus einschlägt und sich daraufhin alle Passanten gierig auf die schönsten Einrichtungsgegenstände stürzen.«

»Solange wir gesund sind, geht es auf jeden Fall weiter.«

Gidi Gov

»Die Sendung hat damals wirklich das Bewusstsein der Zuschauer geprägt«, ergänzt Moshonov. »Wir holten das Fernsehpublikum genau da ab, wo es sich befand, nämlich in einer Welt voller Angst, Hysterie und Panik.« Zehu Ze sollte sich zu einer Art TV-Lagerfeuer der Nation entwickeln, weshalb seit ihrem Ende vor 20 Jahren Fans immer wieder eine Neuauflage forderten. Jetzt, inmitten der Corona-Krise, wurden sie erhört.

Virus-Kostüm In Zehu Ze! 2020 sieht man die Truppe im knalligen Virus-Kostüm mit Gummistacheln durch den menschlichen Blutkreislauf schweben und dabei über das miese TV-Programm meckern; danach parodieren sie ein seniles Rabbinergericht, das von Corona noch nie etwas gehört hat. Anschließend werden sie auf dem Parkplatz vor einem Supermarkt in eine wüste Senioren-Rauferei verwickelt.

Aber das Zehu Ze-Team zeichnet sich nicht nur durch seinen schrägen Humor aus, sondern auch durch sein musikalisches Talent. Über eine Million Klicks konnten die Songs auf YouTube verzeichnen. In jeder Folge gibt es ein Medley der beliebtesten israelischen Hits, die die jeweilige Stimmung im Land wiedergeben.

Zum Beispiel sangen die fünf während des Lockdowns das anrührende »Schir le Schira«, das von einem kleinen Mädchen handelt und allen Großeltern gewidmet ist, die in dieser Zeit von ihren Enkelkindern getrennt waren.

Wie viele Staffeln es geben wird, ist ungewiss. »Solange wir gesund sind, geht es auf jeden Fall weiter«, versichert Gidi Gov. Die Fans dürfte das freuen.

Die iranische Atomanlage Fordo vor den amerikanischen Angriffen

Iranisches Atomprogramm

Fordo: Der Mossad war da

Yossi Cohen leitete den israelischen Auslandsgeheimdienst von 2015 bis 2021. Unter seiner Ära hätten israelische Spione die iranische Atomanlage Fordo mehrmals in Augenschein genommen

 12.08.2026

Israel

Tel Aviv bekommt offiziell einen »Geiselplatz«

Der Platz vor dem Kunstmuseum der israelischen Metropole wurde zum Sammelort für alle, die ihre Solidarität mit den Geiseln in Gaza ausdrücken wollten. An diese dramatische Zeit soll nun seine offizielle Umbenennung erinnern

von Andrea Krogmann  12.08.2026

Kommentar

UNRWA: Fakten statt Tabus

Warum Kritik am Palästinenserhilfswerk auf Schweigen und Ablehnung stößt

von Duki Dror  12.08.2026

Tel Aviv/Gaza/Brüssel

Israel verlängert zwei EU-Missionen in Palästinensergebieten

Die EU hilft bei der Ausbildung palästinensischer Polizisten und der Überwachung des Rafah-Grenzübergangs. Beide EU-Missionen können nun aus Sicht Israels bis 2027 weitergehen

von Cindy Riechau  12.08.2026

Eskalation

Israelisches Ministerium droht mit Schließung heiliger Stätten

Kein Geld, kein Service: Weil ein Haushaltsstopp auch den Betrieb heiliger Stätten betrifft, droht das zuständige Religionsministerium in Israel mit Schließungen - wenige Wochen vor den höchsten Feiertagen

 12.08.2026

Nahost

Abbas zu Gesprächen mit Erdoğan in Ankara

Der Palästinenserpräsident will sich zwei Tage in der Türkei aufhalten. Israels Finanzminister Smotrich fordert Netanjahu auf, Abbas die Rückkehr zu verweigern

 12.08.2026

UNO

Kein Rückzug aus Siedlungen

»Wir werden nirgendwo hingehen. Die jüdischen Gemeinden werden in Judäa und Samaria bleiben«, sagt Israels UNO-Botschafter Danny Danon

 12.08.2026

Jerusalem/Caracas

Israel und Venezuela nähern sich nach 17 Jahren wieder an

Beide Staaten verständigen sich auf die Wiederaufnahme konsularischer Kontakte und die Einrichtung eines offiziellen Koordinierungskanals

 12.08.2026

Westjordanland

Israels Armee verurteilt illegale Siedlerposten innerhalb palästinensischer Dörfer

Die IDF bezeichneten die jüngsten Vorgänge in dem Gebiet als »illegal, verwerflich und inakzeptabel«. Aber tun sie etwas dagegen?

 12.08.2026