Deutschland

Bildungszentrum von Yad Vashem soll Leerstelle füllen

Halle der Namen in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem Foto: imago images/Schöning

Deutschland

Bildungszentrum von Yad Vashem soll Leerstelle füllen

Das in Deutschland geplante Bildungszentrum der Gedenkstätte Yad Vashem soll ein größeres Bild in den Dialog der Erinnerungskultur bringen

 31.12.2025 09:14 Uhr

Das in Deutschland geplante Bildungszentrum der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem soll die jüdische Perspektive in der deutschen Erinnerungskultur stärken. »Wir möchten mit dem Bildungszentrum ein größeres Bild als bisher in den Dialog der Erinnerungskultur in Deutschland einbringen. Das wird vor allem Stimmen der Opfer beinhalten und weniger der Täter«, sagte Yael Richler-Friedman, Pädagogische Direktorin des internationalen Instituts für Holocaust-Bildung von Yad Vashem. Die deutsche Erinnerungskultur sei bisher von lokalen Geschichten geprägt gewesen. Über weitere Details werde momentan noch beraten, sagte Richler-Friedman.

Lesen Sie auch

Ziel sei es, im geplanten Bildungszentrum die Dimension des Massenmordes zu verdeutlichen. Besucher sollen dazu angeregt werden, sich mit den komplexen menschlichen Fragen hinter den Erfahrungen der Opfer auseinanderzusetzen. Das solle eine Reflexion der eigenen Identität anregen und Empathie schaffen.

Offen für alle

Yad Vashem mit Sitz in Jerusalem ist die größte Holocaust-Gedenkstätte der Welt. Im September hatten Yad-Vashem-Leiter Dani Dayan und Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) mitgeteilt, dass es eine Außenstelle in Deutschland geben soll. Ein Bildungszentrum soll entweder in Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Sachsen entstehen. Eine Standortentscheidung soll voraussichtlich im ersten Halbjahr 2026 getroffen werden. Seine Arbeit aufnehmen könnte das Zentrum zwei bis drei Jahre später.

Es wird der erste Ableger der Gedenkstätte in einem anderen Land. Die Bildungsstätte werde etwa 20 Mitarbeiter haben. Sie soll offen für alle sein, sich aber besonders an Lehrkräfte richten. dpa/ja

Hamas

Missbrauch als Waffe

Auf Basis von Tausenden Videos, Fotos und Zeugenaussagen dokumentiert ein neuer Bericht systematische sexuelle Übergriffe der Terroristen am 7. Oktober und danach

von Sabine Brandes  24.05.2026

Tel Aviv

Hilfe für das »Liebling Haus«

Das Besucherzentrum der »Weißen Stadt« wird nach Raketenschäden mit deutscher Hilfe repariert

von Sabine Brandes  24.05.2026

Studie

Wird Israel unbezahlbar?

Die Lebenshaltungskosten im Land gehören zu den höchsten weltweit. Dafür gibt es zahlreiche Gründe – manche sind hausgemacht

von Sabine Brandes  24.05.2026

Essen

Balagan auf der Zunge

Zwischen Frena-Ofen und French Malawach: Das EAT Tel Aviv Food Festival zeigt, wie Israels Küche Traditionen aus aller Welt aufgreift, neu mischt und daraus ein lebendiges Geschmacks-Chaos macht

von Sabine Brandes  24.05.2026

Essay

Erinnerungen an Schawuot in Be’eri

Unsere Autorin ist in dem Kibbuz aufgewachsen, der durch das Massaker traurige Bekanntheit erlangte. Eines der prägendsten Feste ihrer Kindheit war das Wochenfest – wird jene Freude je wieder zurückkehren?

von Eshkar Eldan Cohen  21.05.2026

Wahlen

Arabisch-israelisches Zünglein an der Waage?

Der Aktivist Yoseph Haddad will den Sprung in die Politik wagen und könnte im festgefahrenen Rennen um die Knesset entscheidend sein

von Sabine Brandes  21.05.2026

Aschkelon

Israel schiebt Hunderte Flottillen-Aktivisten ab

Während die ausländischen Flottillenaktivisten vom Flughafen Ramon aus ausgeflogen werden, steht die israelische Teilnehmerin Zohar Regev in Aschkelon vor Gericht

 21.05.2026

Jerusalem

»Nicht das Gesicht Israels«: Sturm der Entrüstung gegen Ben-Gvir

Der rechtsextreme Politiker steht in der Kritik, weil er ein Video veröffentlichte, in dem Aktivisten der Gaza-Flotille gedemütigt werden. Auch Regierungschef Benjamin Netanjahu distanzierte sich von seinem Minister

von Sabine Brandes  21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026