Nahost

Bericht: Israel setzt im Iran auf psychologischen Druck gegen Sicherheitskräfte

Polizisten in Teheran Foto: picture alliance / NurPhoto

Im Krieg gegen den Iran verfolgt Israel laut einem Bericht des »Wall Street Journal« (WSJ) offenbar auch Strategien jenseits klassischer Militärschläge. Demnach sollen Geheimdienstmitarbeiter gezielt iranische Sicherheitskräfte unter Druck setzen, um deren Loyalität zu erschüttern und Unruhe im Land zu fördern.

Dem Bericht zufolge gehören dazu Drohanrufe an Angehörige von Polizei und paramilitärischen Einheiten. Ziel sei es, die Moral der Kräfte zu untergraben und langfristig Voraussetzungen für einen möglichen Aufstand gegen die Führung in Teheran zu schaffen.

In einem vom WSJ geschilderten Fall kontaktierte ein mutmaßlicher Agent des israelischen Geheimdienstes Mossad einen iranischen Polizeikommandeur direkt. In dem aufgezeichneten Gespräch heißt es: »Wir wissen alles über Sie. Sie stehen auf unserer schwarzen Liste, und wir haben alle Informationen über Sie.«

Angriffe auf »Strukturen der inneren Kontrolle«

Der Angesprochene soll zunächst knapp reagiert haben, bevor der Anrufer ihn aufforderte, sich im Falle von Protesten auf die Seite der Bevölkerung zu stellen: »Ich rufe an, um Sie im Voraus zu warnen, dass Sie auf der Seite Ihres Volkes stehen sollten. Wenn Sie das nicht tun, wird Ihr Schicksal das Ihres Anführers sein.«

Der Kommandeur entgegnete laut Bericht: »Bruder, ich schwöre beim Koran, ich bin nicht dein Feind. Ich bin ohnehin schon ein toter Mann. Bitte kommt einfach und helft uns.«

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Parallel zu solchen Aktionen zielt Israel demnach verstärkt auf Einrichtungen und Einheiten, die für die innere Kontrolle zuständig sind – darunter die Basidsch-Miliz sowie spezielle Polizeikräfte. Während die USA vor allem militärische und industrielle Ziele ins Visier nähmen, konzentriere sich Israel auf »Strukturen der inneren Kontrolle«.

Sicherheitsapparat unter Druck

Neben Kommandozentralen wurden laut Bericht auch Sportanlagen angegriffen, die von Sicherheitskräften als Ausweichquartiere genutzt worden sein sollen. Später hätten sich die Angriffe auf Kontrollpunkte und Straßensperren verlagert, die häufig von Basidsch-Kräften betrieben werden, heißt es in dem WSJ-Bericht.

Die Angriffe führten demnach dazu, dass sich Sicherheitskräfte vermehrt verstecken oder ihre Positionen verlagern. Bewohner berichteten demnach, dass Polizisten zeitweise in Schulen, Hallen oder sogar Wohngebäuden unterkamen. In einigen Fällen hätten Anwohner ihre Wohnungen verlassen, aus Angst vor weiteren Angriffen.

Auch Infrastruktur der Polizei sei zerstört worden, darunter Fahrzeuge und technische Ausrüstung. Ermittlungen zu alltäglicher Kriminalität seien vielerorts zum Erliegen gekommen, während Geschäftsleute aufgefordert worden seien, ihre Läden frühzeitig zu schließen, da Schutz nicht mehr gewährleistet werden könne.

Trotz der Belastung für den Sicherheitsapparat bleibt dem WSJ zufolge unklar, wie stark die Maßnahmen das Regime tatsächlich schwächen. im

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