Nahost

Benny Gantz fordert mehr Druck auf Hamas

Benny Gantz Foto: Copyright (c) Flash 90 2024

Während die israelische Armee im Krieg gegen den Terror tiefer in die Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens vorrückt, planen die USA als wichtigster Verbündeter Medienberichten zufolge eine neue milliardenschwere Waffenlieferung an den jüdischen Staat.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich »entsetzt« über die israelische Militäroffensive. »Diese Entwicklungen erschweren den Zugang für humanitäre Hilfe weiter und verschlimmern die ohnehin schon schlimme Situation. Gleichzeitig feuert die Hamas weiterhin wahllos Raketen ab«, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric am Dienstag.

Tatsächlich hat die Hamas diesen und alle vorherigen Kriege mit Israel begonnen und ihre eigene Bevölkerung zum wiederholten Mal in eine verzweifelte Lage gebracht. Zusätzlich missbrauchen die Terroristen die Zivilisten in Gaza als menschliche Schutzschilde. Auch kündigten sie neue Massaker in Israel an. Dies wollen die israelischen Streitkräfte (IDF) verhindern. Eine Befreiung der weit über 100 weiterhin in Gaza festgehaltenen Geiseln gehört ebenso zu den Zielen der IDF wie eine Zerschlagung der Hamas.

Mehr Druck auf den Terror

Der in Israels Kriegskabinett sitzende Ex-General Benny Gantz rief zu mehr internationalem Druck auf die Terrororganisation auf. Dieser Forderung habe er bei einem Telefonat mit dem nationalen Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, Ausdruck verliehen, schrieb Gantz am Dienstagabend auf X. Zugleich bleibe der militärische Druck auf die Terrororganisation nötig, »um eine Vereinbarung zur Rückgabe der Geiseln zu erreichen und die Bedrohung durch die Hamas zu beseitigen«, schrieb er.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen wegen des Vorrückens der israelischen Armee in Rafah will Sullivan dem Nachrichtenportal »Axios« zufolge an diesem Wochenende nach Saudi-Arabien und Israel reisen. Die USA als wichtigster Verbündeter hatten Israel insbesondere wegen der befürchteten Konsequenzen für die Zivilbevölkerung immer wieder vor einer großen Bodenoffensive in der an Ägypten grenzenden Stadt gewarnt.

Israelische Truppen waren nach Augenzeugenberichten dennoch mit Panzern tiefer in die Stadt vorgedrungen, die sich am Dienstag von Osten aus in weiter westlich gelegene Viertel bewegten. Wie die Armee am Mittwochmorgen mitteilte, wurde bei Kämpfen ein weiterer 19-jähriger Soldat getötet. Es war laut der »Times of Israel« das erste Mal, dass bei Israels Vorstoß in Rafah ein Soldat der Armee fiel.

Konsequenzen für Waffenlieferungen

US-Präsident Biden hatte Israel vergangene Woche damit gedroht, dass eine größere Bodenoffensive in der mit Binnenflüchtlingen aus anderen Teilen des Gazastreifens überfüllten Stadt Konsequenzen für US-Waffenlieferungen haben könnte. Nach einer großen Bodenoffensive sehe es aber gegenwärtig nicht aus, sagte eine Sprecherin am Dienstag.

US-Medien zufolge plant die US-Regierung nun eine neue Waffenlieferung an Israel im Volumen von mehr als einer Milliarde US-Dollar (rund 924 Millionen Euro). Sie enthalte Panzermunition, taktische Fahrzeuge und Mörsergranaten, hieß es. Die US-Regierung habe den Genehmigungsprozess im Kongress angestoßen.

Das israelische Militär meldete unterdessen die Tötung von mehr als zehn Hamas-Mitgliedern bei einem gezielten Luftangriff auf ein Kommandozentrum der palästinensischen Terrororganisation in einer Schule. Die Räumlichkeiten seien von der Hamas genutzt worden, um Angriffe auf das israelische Militär im Gazastreifen zu planen, sagte ein Armeesprecher am Dienstag. Die Hamas habe den »Kriegsraum« mitten in einer Schule des UN-Palästinenserhilfswerks (UNRWA) eingerichtet.

Verhandlungen nahezu zum »Stillstand« gekommen

Die Bemühungen um eine Waffenruhe sind indessen dem Vermittlerstaat Katar zufolge nahezu zum »Stillstand« gekommen. Es gebe grundlegende Unstimmigkeiten zwischen der Hamas und Israel, sagte Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani am Dienstag in Doha.

Über einen temporären Hafen des US-Militärs vor der Küste des Gazastreifens sollen unterdessen in Kürze erste Hilfsgüter eintreffen. »In den kommenden Tagen werden die Vereinigten Staaten als Teil einer internationalen Anstrengung in Abstimmung mit den Vereinten Nationen und dem Welternährungsprogramm damit beginnen, die Lieferung von humanitärer Hilfe in den Gazastreifen über den zyprischen Seekorridor zu ermöglichen«, sagte Pentagon-Sprecher Pat Ryder am Dienstag in Washington. dpa/ja

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