Jerusalem

Ben-Gvir präsentiert israelische Fahne auf dem Tempelberg

Israels Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir (r.), am Donnerstag auf dem Tempelberg in Jerusalem Foto: copyright (c) Flash90 2025

Kurz vor dem jährlichen Flaggenmarsch vor allem nationalistischer Israelis in der Altstadt von Jerusalem hat der rechtsextreme israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, am Donnerstag demonstrativ eine israelische Fahne auf dem Tempelberg präsentiert. Dort ließ er sich gemeinsam mit dem Knessetabgeordneten Yizhak Kroizer fotografieren, der wie Ben-Gvir der rechtsextremen Partei »Otzma Jehudit« angehört.

Kroizer schrieb nach diesem Besuch auf dem Areal, das Juden und Muslimen heilig ist, auf Facebook: »Die Zeit ist gekommen, alle Moscheen loszuwerden und dafür zu arbeiten, um den Tempel (wieder) zu erbauen.« In einem Video auf derselben Plattform nahm Kroizer auf den bevorstehenden Wahlkampf in Israel Bezug.

Der zweite jüdische Tempel war im Jahr 70 n.d.Z. von den Römern zerstört worden. Die im Jahr 717 n.d.Z. auf dem Tempelberg eröffnete Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte des Islam.

Bei Ausschreitungen während des Flaggenmarsches, der traditionell am Vorabend des israelischen Jerusalem-Tags stattfindet – in diesem Jahr fällt dieser auf den 14. Mai, den Tag, an dem im Jahr 1948 Israel gegründet wurde –, wurden unterdessen laut einem Bericht des israelischen Nachrichtensenders »Kan« 13 Menschen festgenommen.

Religiöse Juden riefen israelischen Medien zufolge in der Alstadt anti-arabische Parolen. In einem Videoclip war eine Gruppe zu sehen, die folgenden Gesang anstimmte: »Möge euer Dorf brennen.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Altstadt von Jerusalem war 1948 von Jordanien besetzt und 1967 im Sechstagekrieg von Israel erobert worden. 1980 wurde Ost-Jerusalem und damit auch die Altstadt von Israel annektiert. Die Moscheen auf dem Tempelberg werden von der islamischen Religionsbehörde Waqf verwaltet.

Das ultraorthodox geprägte israelische Oberrabbinat verbietet es Juden seit vielen Jahrzehnten, auf dem Tempelberg zu beten, um das Heiligtum nicht zu entweihen. Nationalreligiöse Zionisten stellen diese Position jedoch zunehmend infrage. In den vergangenen Jahren haben immer mehr Juden den Tempelberg zum Gebet aufgesucht. Zu den Moscheen haben seit einigen Jahren nur noch Muslime Zutritt. ag

Tourismus

Wenn Akko leuchtet

Mit einer Lichtershow will die Hafenstadt im Norden Israels mehr Besucher anlocken

von Sabine Brandes  20.08.2026

Lod

Personalmangel am Flughafen Ben Gurion führt zu Gepäckchaos und Verspätungen

Mitarbeiter sagen, es gebe nicht genügend Manpower. Die Flughafenbehörde verweist hingegen auf eine Kettenreaktion durch die starke Auslastung, die Präsenz von Tankflugzeugen der USA sowie ungewöhnlich viel Flugverkehr

 20.08.2026

Nahost

Netanjahu: Israel warnte Türkei vor Militäraufbau in Syrien

Israel werde keinen türkischen Militäraufbau in Syrien hinnehmen, wenn dieser sich nach Süden ausdehne und damit die Sicherheit Israels gefährde, sagt der Ministerpräsident

 20.08.2026

Archäologie

Vor 15.000 Jahren: Menschen am Carmel aßen Schlangen und Eidechsen

Die Panzerschleiche, die Pfeilnatter und die Montpellier-Schlange wurden offenbar besonders häufig verspeist

 20.08.2026

Medien

Protokollant des täglichen Irrsinns

Der Publizist Henryk M. Broder wird heute 80 Jahre alt. Eine persönliche Würdigung

von Reinhard Mohr  20.08.2026

Aufarbeitung

Armee ermittelt zu Tod von Hind Rajab und Sanitätern in Gaza

Das Schicksal des palästinensischen Mädchens Hind Rajab hat Menschen auf aller Welt bewegt und empört. Nach einer Prüfung nimmt Israels Armee nun strafrechtliche Ermittlungen dazu auf

 19.08.2026

Umfrage

Immer weniger Palästinenser sympathisieren mit der Hamas

Die Hamas hat weiter an Zustimmung bei den Palästinensern verloren. Immer mehr sprechen sich für eine Verhandlungslösung und weniger für Gewalt aus. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage

von Andrea Krogmann  19.08.2026

Israel

Die Eindeutigkeit der Uneindeutigen

Ben Gvirs Äußerungen sind menschenverachtend und sollten von allen verurteilt werden, denen Israel am Herzen liegt. Zugleich spiegeln sie zum Glück nicht die Gaza-Politik Israels wider

von Volker Beck  19.08.2026

Hamas

In einem Monat entwaffnet?

US-Sondervermittler Jared Kushner reiste nach Israel, um die nächste Phase für den Gazastreifen zu besprechen. Er spricht von diplomatischen Erfolgen

von Sabine Brandes  19.08.2026