Gesellschaft

Beliebteste Babynamen in Kriegszeiten

Viele israelische Eltern gaben ihren neugeborenen Jungen im vergangenen Jahr den Namen Ariel: Kundgebung am Rand der Beerdigung der Geisel Shiri Bibas und ihrer beiden kleinen Söhne Ariel und Kfir in Tel Aviv (26. Februar 2025) Foto: Copyright (c) Flash 90 2025

Rechtzeitig zu den Hohen Feiertagen in Israel hat die Bevölkerungs- und Einwanderungsbehörde die Liste der beliebtesten Namen für Kinder veröffentlicht, die im vergangenen jüdischen Jahr – und mitten im Krieg – geboren wurden.

Dabei zeigt sich, dass die Ereignisse in und um Israel in den vergangenen zwei Jahren eindeutig einen starken Einfluss auf die Namenstrends hatten und wahrscheinlich immer noch haben.

Unter der jüdischen Bevölkerung ist Lavi der beliebteste Jungenname, ganz offensichtlich mit Hinblick auf die israelische Militäroperation gegen die atomare Bedrohung des Iran, die im Juni durchgeführt wurde. Der Name der Operation »Am Ke’Lavi« bedeutet übersetzt: »ein Volk wie ein aufsteigender Löwe«.

Ariel Bibas wurde mit seinem Bruder Kfir und seiner Mutter Shiri ermordet

Der zweithäufigste Name ist Ariel, der mit Ariel Bibas in Verbindung gebracht wird – dem vierjährigen rothaarigen Jungen, der aus seinem Zuhause im Kibbuz Nir Oz von Terroristen nach Gaza entführt und dort zusammen mit seinen Babybruder Kfir und seiner Mutter Shiri Bibas brutal ermordet wurde.

Ihr Vater Yarden Bibas kam durch einen Deal aus der Geiselhaft frei und musste später erfahren, dass seine Familie ermordet worden war.

Das unvorstellbar grausame Schicksal der Bibas-Familie hat die Israelis und die ganze Welt besonders bewegt. Die beiden kleinen rothaarigen Jungen standen sinnbildlich für die bestialischen Taten, die von der Hamas auch gegen Kinder verübt wurden.

David, Raphael und Uri komplettieren die Top fünf, gefolgt von anderen mit dem Krieg verbundenen Namen wie Elia und Ari auf den Plätzen sieben und acht sowie Eitan auf Platz neun.

Betrachtet man alle Jungennamen in Israel im vergangenen Jahr, bleibt Mohammed der häufigste Name im Land, gefolgt von Yosef, Adam und David. Lavi, der beliebteste Name unter Juden, belegt in dieser Liste insgesamt den fünften Platz.

Bei Mädchen ist Avigail in Israel über alle Bevölkerungsgruppen hinweg der beliebteste Name. Landesweit liegt Miriam auf Platz zwei, während bei Juden Tamar den ersten Platz belegt. Die Top fünf werden landesweit von Libi, Tamar und Sarah abgerundet, während bei Juden Yael den Namen Miriam in den Top fünf ablöst.

Die beliebtesten Namen im vergangenen Jahr sind:

Jungen (Gesamtbevölkerung):
Mohammed
Yosef
Adam
David
Lavi
Ariel
Omer
Raphael
Uri
Yehuda

Jungen (Jüdischer Sektor):
Lavi
Ariel
David
Raphael
Uri
Yehuda
Elia
Ari
Eitan
Michael

Mädchen (Gesamtbevölkerung):
Avigail
Miriam
Libi
Tamar
Sarah
Leah/Lia
Yael
Ela
Ayala
Noa

Mädchen (Jüdischer Sektor):
Avigail
Tamar
Libi
Yael
Sarah
Ela
Noa
Lia/Leah
Ayala
Esther

Medien

Kristin Helberg, der Hass auf Israel und der urdeutsche Wunsch nach Entlastung

Ein Kommentar von Jan Fleischhauer

von Jan Fleischhauer  10.05.2026

»Gaza-Flottille«

Israel schiebt zwei Gaza-Aktivisten ab

Der Spanier Saif Abu Keschek und der Brasilianer Thiago Ávil wurden nach der Blockade der Gaza-Flotte nach Israel gebracht – jetzt folgt ihre Abschiebung

 10.05.2026

Terror

Hisbollah greift Israel an: Mehrere Soldaten verletzt

Im Norden des jüdischen Staates werden zwei Soldaten in Krankenhäuser gebracht. Einer von ihnen ist schwer verwundet. Ein weiterer Soldat wird im Süd-Libanon getroffen

 08.05.2026

Vorwurf

»Kult-Rabbi« aus Meron verhaftet

Ein Gemeindeführer der Breslov-chassidischen Bewegung soll seine Autorität für sexuelle Übergriffe missbraucht haben

von Sabine Brandes  08.05.2026

Gesellschaft

Regierung will Rückkehrrecht ändern

Entsprechend des Entwurfs sollen künftig nur noch orthodoxe Übertritte zum Judentum anerkannt werden

von Sabine Brandes  08.05.2026

Tel Aviv

Erster Hantavirus-Fall in Israel registriert

Die betroffene Person soll sich vor mehreren Monaten während eines Aufenthalts in Osteuropa angesteckt haben

 08.05.2026

Jerusalem

Bennett verklagt Ministerin und Fernsehsender wegen Behauptungen über psychische Erkrankung

Der Oppositionspolitiker fordert laut israelischen Medienberichten Schadenersatz in Höhe von zwei Millionen Schekel (0,59 Millionen Euro)

 08.05.2026

Jerusalem/Washington D.C./Ankara

Israel und USA wollen neue Gaza-Flottille stoppen, bitten Türkei um Hilfe

Konkret geht es demnach um 15 Boote, die sich in türkischen Häfen befinden und Teil der sogenannten »Global Sumud Flotilla« werden sollen

 08.05.2026

Meinung

LMU München: Ein Abschiedsbrief an meine geliebte Alma Mater

Ein Liebesbrief aus Enttäuschung an eine Universität, die sich selbst zu verlieren droht

von Guy Katz  08.05.2026