Nach Festnahme bei Festival

Belgische Staatsanwälte treten Ermittlungen gegen Israelis ab

Die Festnahme erfolgte auf dem Tomorrowland-Festival in Boom bei Antwerpen Foto: IMAGO/Photo News

In Belgien hat die föderale Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen zwei israelische Soldaten eingestellt und den Fall an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag übergeben.

Die beiden Israelis, Angehörige Givati-Brigade der israelischen Streitkräfte, waren am vorvergangenen Wochenende beim Tomorroland-Musikfestival von der belgischen Polizei vorübergehend festgenommen und einem Verhör unterzogen worden, nachdem der in Brüssel ansässige Verein Hind Rajab Foundation (HRF) sie wegen angeblicher Kriegsverbrechen in Gaza angezeigt hatte.

Lesen Sie auch

»Der Internationale Strafgerichtshof untersucht derzeit mögliche schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht in den palästinensischen Gebieten«, teilte die föderale Staatsanwaltschaft am Mittwoch laut Nachrichtenagentur »Belga« nun mit. Nach Prüfung der Beschwerden gegen die beiden Israelis habe man entschieden, die Akten an den IStGH weiterzuleiten. Das sei in der Strafprozessordnung Belgiens so vorgesehen.

Die von einem ehemaligen Hisbollah-Mitglied gegründete HRF, die im Brüsseler Stadtteil Molenbeek ansässig ist, reagierte enttäuscht. »Wir sind der Meinung, dass Belgien weiter hätte gehen müssen«, erklärte die Organisation in einer Stellungnahme. »Unserer Ansicht nach hätten die Verdächtigen nicht nur festgenommen, sondern auch inhaftiert und entweder in Belgien strafrechtlich verfolgt oder an den IStGH ausgeliefert werden müssen.«

Beobachter gehen davon aus, dass die Ermittlungen sich damit erledigt haben dürften, denn üblicherweise führt der IStGH nur Verfahren gegen hochrangige Personen durch. mth

Wissenschaft

Zwei israelische Unis unter den besten der Welt

Das Weizmann Institute of Science in Rehovot und die Hebräische Universität Jerusalem schafften es in die Top 100

 26.08.2026

Kommentar

Unpolitisch war gestern

Der ESC unterliegt künftig neuen Regeln für Krisenstaaten, Israel kann nach wie vor am Wettbewerb teilnehmen. Noch ist das keine Lex Israel. Aber der Eindruck entsteht

von Nicole Dreyfus  26.08.2026

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 26.08.2026

Jerusalem

Netanjahu warnt vor Stimmenverlusten im rechten Lager

»Bei dieser Wahl zählt jede Stimme. Verschwenden Sie Ihre Stimme nicht an kleine Parteien«, sagt der Ministerpräsident. Den Grund für diese Warnung liefern die jüngsten Umfragen und die Geschichte

 26.08.2026

Nir Oz

Herzog: Sorgen der Bewohner an der Gaza-Grenze dürfen nicht unterschätzt werden

»Der Staat Israel ist hier, beobachtet, ist wachsam und verteidigt«, sagt der Präsident in einem der Kibbuzim, die am 7. Oktober 2023 attackiert wurden

 26.08.2026

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  26.08.2026

Krieg

Trump droht Iran mit Zerstörung von Minenbooten und -schiffen

Immer wieder droht der US-Präsident mit der Zerstörung des Irans. Einen Tag nach Äußerungen zu neuen Sanktionen gegen das Land holt Trump wieder aus

 25.08.2026

Glauben

Trotz Krieg: 45.000 Chassidim pilgern nach Uman

Für die Reise zum Grab von Rabbi Nachman werden Hunderte Flüge über sechs Nachbarländer organisiert – Israel schickt Polizisten und Diplomaten

von Sabine Brandes  25.08.2026

Westjordanland

Knesset-Abgeordneter zerstört palästinensisches »Märtyrer«-Denkmal

Zvi Sukkot fuhr unter Armeeschutz nach Madama. Die IDF wirft dem Abgeordneten vor, sie getäuscht zu haben

 25.08.2026