Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

In München: Olympioniken von 1972 Foto: Christian Rudnik

Gedoppelt
Immer mehr Babys haben alleinerziehende Mütter: Die Zahl der jüdisch-israelischen Frauen, die sich entschlossen haben, ohne einen Partner Mutter zu werden, hat sich fast verdoppelt. Im Jahr 2000 waren es 2.600, 2010 bereits 4.900. Hauptgrund sei die Möglichkeit der Befruchtung durch eine Samenspende, die mittlerweile überall relativ kostengünstig erhältlich ist, sagen Experten. Diese Zahlen sind am Familientag vom Zentralen Statistikbüro bekanntgegeben worden. Doch auch die Zahl der klassischen Familien hat sich erhöht: Seit 2010 stieg sie von 1,5 auf 1,8 Millionen.

Gespendet
Es sind keine Vampire, die hier eine grausige Zeremonie abhalten, sondern gewöhnliche Menschen. Bei diesen sind dieser Tage »Blut-Partys« in. Der Organisator lädt dazu nicht nur Gäste, sondern auch eine mobile Station von Magen David Adom (MDA) ein. Die außergewöhnliche Idee stammt von der Tel Aviverin Joyce Fischler, die die Geladenen an ihrem 32. Geburtstag zum Aderlass aufforderte. Mehr als 30 der Gratulanten labten sich nicht nur an Kaffee und Kuchen, sondern rollten ihre Ärmel hoch. Eli Bin, der Leiter von MDA, freut sich über die Initiative. »Wenn jeder einmal im Jahr daran denken würde, Blut zu spenden, hätten wir nie wieder einen Mangel und könnten mehr Leben retten.«

Geredet
Israel will die achte »Israeli Apartheid Week« nicht einfach hinnehmen. Diese Aktion fordert jährlich »Boykotte und Sanktionen gegen Israel, um die palästinensische Bevölkerung zu unterstützen«. Vergangenes Jahr nahmen weltweit 97 Städte teil. Das Ministerium für Diplomatie und Diaspora-Angelegenheiten taufte die Aktion in »Anti-Israel-Hasswoche« um. Als Gegenmaßnahme schickt sie Gesandte in Kirchen und Synagogen, Gemeindezentren und Universitäten. Einer der Teilnehmer erklärte, dass es keine vorgegebenen Redetexte gibt. »Wir sagen, was immer wir wollen. Ziel ist, unsere persönliche Geschichte zu erzählen, um damit klar zu machen, dass Israel eine vielfältige, lebendige und demokratische Gesellschaft ist.«

Gereist
Zurück in der Stadt des Horrors. Sieben Mitglieder des israelischen Teams von 1972 sind in die bayerische Hauptstadt gereist, um an einer TV-Dokumentation über den 40. Jahrestag des Olympia-Massakers von München mitzuwirken. Die Reise habe bei ihnen »gemischte Gefühle« hervorgerufen. Die sieben hatten überlebt, als palästinensische Terroristen in das olympische Dorf eingedrungen waren und Geiseln genommen hatten. Bei einer fehlgeschlagenen Rettungsaktion wurden elf Israelis und ein deutscher Polizist getötet. »Ich fühle mich bei dem Besuch wie auf einer Wolke aus Liebe«, sagte der frühere Schwimmer Avraham Melamed. »Doch es gründet auf der schlimmsten Zeit unseres Lebens.«

Gestritten
Am letzten Wochenende gerieten Hunderte von Gläubigen auf dem Jerusalemer Tempelberg mit der israelischen Polizei aneinander. Nachdem vor zwei Wochen rechtsextreme Israelis einen »muslimfreien Tempelberg« gefordert hatten, brach sich die Gewalt immer wieder Bahn. Nach dem Gottesdienst am Freitag hatten junge Muslime begonnen, Steine auf die Mughrabi-Brücke unterhalb des Plateaus zu werfen. Es ist extrem selten, dass israelische Sicherheitskräfte den muslimischen Bereich betreten. Nachdem sich jedoch gewalttätige Palästinenser in der Al-Aqsa-Moschee versteckt hatten, sahen sich die Polizisten gezwungen, auf deren Vorplatz Blendgranaten einzusetzen. Ein Palästinenser wurde bei den Auseinandersetzungen getötet, 15 verletzt. Außerdem wurden elf Polizisten verwundet.

Genannt
Zum vierten Mal soll die Währung des jüdischen Staates einen neuen Namen bekommen. In 64 Jahren wechselten Scheine und Münzen bereits dreimal ihre Bezeichnung, im kommenden Jahr steht die nächste Änderung an. Die Bank of Israel erwägt, den Namen von »Neuer israelischer Schekel« in »Israelischer Schekel« umzuändern. Sinnvoll, bedenkt man, dass der »neue« Schekel bereits fast drei Jahrzehnte in den Portemonnaies der Bevölkerung zubringt. Mit dem Namen soll Stabilität ausgedrückt werden, erklärte die Bank. Da ohnehin neue Scheine gedruckt werden müssen, soll die Gelegenheit genutzt werden.

Gefahren
Wer jemals in Israel ein Auto gekauft hat, der weiß, wie teuer das ist. Bis zu 70 Prozent mehr als in Europa muss man für einen Wagen berappen. Jetzt sollen die Käufer entlastet werden. Eine Wettbewerbskommission kam zu dem Schluss, dass die Preise nicht denen eines freien Marktes entsprechen, sondern abgesprochen werden. Verkehrsminister Yisrael Katz versprach, die Vorschläge der Kommission umzusetzen – darunter den, dass Israelis nun auch Autos importieren dürfen, die US-Standards entsprechen. Bislang mussten sie nach EU-Vorgaben hergestellt sein. Letztlich soll erreicht werden, dass Autos und Ersatzteile für Endverbraucher günstiger werden.

Kommentar

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