Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Ungebetene Besucher: Kokodile im Jordantal Foto: Flash 90

Ausgebildet
Um eine Ghettoisierung zu vermeiden, hat der israelische Bildungsminister Gideon Saar zu einer drastischen Maßnahme gegriffen: Er ließ die Ner-Etzion-Schule in Petach Tikwa von einem Tag auf den anderen schließen. Bis auf ein einziges Kind waren alle Schüler äthiopischer Abstammung. Die Gemeinde hatte daraufhin ihre Kinder für zwei Tage vom Unterricht fernngehalten und gefordert, dass die Klassen mit Mädchen und Jungs anderer Herkunft gemischt werden. Saar will jedoch, dass die äthiopischen Schüler in andere Schulen der Stadt gehen und verpflichtet die Leitungen zur Mitarbeit. Bildungseinrichtungen, die sich nicht daran halten, drohte der Minister mit Entzug von Fördergeldern. Im Gegenzug müssen auch die Eltern Flexibilität zeigen, ihre Kinder beispielsweise auf nicht-religiöse Einrichtungen oder in benachbarte Gemeinden schicken.

Ausgebombt
Eine dritte Batterie des erfolgreichen Raketenabwehrsystems »Eiserne Kuppel« schützt ab sofort die Stadt Aschdod. »Besonders im Hinblick auf den Beginn des Schuljahres ist das eine wirklich gute Nachricht und gibt den Bürgern ein Gefühl von Sicherheit«, befand Bürgermeister Yechiel Lasri. Verteidigungsminister Ehud Barak erklärte, dass die Abstellung in Aschdod Teil eines nationalen Notfallplanes sei, den er vor einigen Wochen genehmigt habe. Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen insgesamt neun Einheiten der Eisernen Kuppel Israel überziehen.

Ausgesiedelt
Die Polizei hat in der Nacht zum Montag drei illegale Bauten von israelischen Siedlern zerstört. Es bedurfte 1.000 Polizisten, um die Strukturen in der Siedlung Migron abzubauen, da sich etwa 200 Personen in und um die Gebäude positioniert hatten, um den Bulldozern den Weg zu versperren. Ohne Erfolg. Nach kurzer Zeit war nur noch Geröll übrig. Der Oberste Gerichtshof hatte die Demolierung zunächst gestoppt, wenige Stunden darauf jedoch wieder erlaubt. Am Montagmorgen brannte eine Moschee im Dorf Qusra nördlich von Nablus. Palästinensische Quellen sagen, dass eine Gruppe von jüdischen Siedlern brennende Reifen auf das moslemische Gotteshaus geworfen und Scheiben zerschlagen hätten. In verschiedenen israelischen Tageszeitungen wurde die Brandstiftung in der Moschee als »Preisschild-Politik« von extremistischen Siedlern bezeichnet.

Ausgebüchst
Im sonst eher verschlafenen Jordantal brauchten die Bewohner in den vergangenen Tagen starke Nerven. Statt Wüsten- und Fledermäusen huschten plötzlich jede Menge Krokodile durch die Nacht. Ein Wärter der Reptilienfarm im Moschaw Fatzael hatte vergessen, ein Tor zu schließen, und binnen Minuten waren die Tiere entwischt. Eine Gruppe von ihnen schaffte es sogar bis ins zwei Kilometer entfernte Schwimmbad von Moschaw Jifat. Sehr zum Unwohlsein der übrigen Badegäste. Die Krokodile gehören einer eher kleinwüchsigen Art an und werden bis zu anderthalb Meter lang. Dennoch könnten sie Menschen gefährlich werden. Die Park- und Naturbehörde hatte gemeinsam mit Soldaten und Anwohnern bis zum Wochenbeginn 65 Ausreißer wieder eingefangen. Doch niemand weiß genau, wie viele noch unterwegs sind.

Ausgereist
Der Vater des von der Hamas festgehaltenen israelischen Soldaten Gilad Schalit, Noam, ist nach New York gereist. Vor der Sitzung der Generalversammlung, die am 13. September beginnt, will der ältere Schalit mit ausländischen Vertretern sprechen und um Unterstützung für seinen Sohn bitten. Die nächste Sitzung der UN befasst sich mit dem palästinensischen Begehren, einen Staat auszurufen. Noam Schalit will die Botschafter daran erinnern, dass sein Sohn in den palästinensischen Gebieten gefangen gehalten wird. Und dass ihm in fünf Jahren nicht einmal ein Besuch des Roten Kreuzes gestattet wurde – ein klarer Verstoß gegen internationales Recht. »Es wäre wohl etwas anmaßend, dass wir Gilads Freilassung als Kondition für die Anerkennung des Staates verlangen. Aber wir wollen definitiv beide Dinge miteinander verbinden«, so Schalit vor seiner Abreise.

Ausgelaufen
Sie sieht schick aus, schnell indes ist sie nicht. Ein Jerusalemer Hobbyjogger forderte die neue Straßenbahn in der Hauptstadt jetzt zum Wettkampf. Nachdem er von vielen Fahrgästen gehört hatte, sie sei »langsam wie eine Schildkröte«, wollte es Michael Spiwak wissen. Zunächst beobachtete er die Waggons, wie sie durch die Straßen fahren, und stellte fest: wirklich langsam. Doch der Student begnügte sich nicht mit einer Schätzung. Deshalb joggte er vergangene Woche die 13,8 Kilometerstrecke neben der Bahn vom Herzlberg bis nach Pisgat Zeev her. Zumindest am Anfang. Denn schon bald hatte er sie überholt. In einem Lauf ohne große Anstrengungen erreichte er das Ziel vier Minuten vor dem silbernen Zug. Die Betreiber versprechen jetzt: Künftig wird es flotter werden.

Ausgehandelt
Handelsverbände warnen, dass die Krise zwischen Jerusalem und Ankara schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft haben könne. Der Vorsitzende der Vereinigung israelischer Handelskammern, Uriel Lynn, sagte, dass Israel einen exzellenten Handelspartner verlieren würde, sollte die Türkei beschließen, die Wirtschaftsverbindungen zu kappen. Das Volumen des gesamten binationalen Handels wird in diesem Jahr auf fast drei Milliarden Euro geschätzt. Die Türkei ist die sechstwichtigste Exportnation für Israel. Lynn gab zu bedenken, dass im schlimmsten Falle Hunderte von Arbeitern in heimischen Fabriken entlassen werden müssten.

Kommentar

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