Geiseldeal

Alon Ohel, Matan Angrest, Eitan Mor, Omri Miran, Guy Gilboa-Dallal, Gali und Ziv Berman sind frei

Die Hamas hat die Geiseln Alon Ohel, Matan Angrest, Guy Gilboa-Dallal, Eitan Mor, Gali und Ziv Berman und Omri Miran freigelassen. Die Männer wurden am Montag gegen 8 Uhr Ortszeit (7 Uhr MESZ) in Gaza-Stadt nach 738 Tagen in Gefangenschaft von Terroristen der Hamas an Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben. Dem  TV-Sender N12 zufolge konnte jeder von ihnen selbstständig in die Autos des Roten Kreuzes steigen.

Die Ankündigung wurde auf dem Platz der Geiseln in Tel Aviv mit großem Jubel begrüßt. Seit fünf Uhr morgens haben sich dort Tausende versammelt, um der Freilassung der Männer entgegenzufiebern.

Hamas-Terroristen übergeben in Gaza-Stadt einige der Geiseln an das Rote KreuzFoto: picture alliance / Anadolu
Tausende haben sich am Hostage Square versammelt, um der Freilassung der Geiseln zuzuschauenFoto: copyright (c) Flash90 2025

Gegen 9.15 Uhr meldete das israelische Militär: Das IKRK hat die Freigelassenen übergeben. Zwanzig Minuten später wären die Männer zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren wieder in Israel.

Eitan Mors Mutter Efrat konnte bereits mit ihrem Sohn per Video telefonieren. »Er sieht dünn und blass aus, aber er lächelt«, sagte sie im Interview mit N12. »Es ist schwer zu beschreiben, ihn stehen, sprechen, lächeln zu sehen. Es ist einfach ein Wunder. Er sieht großartig aus. Er ist dünn und blass, aber davon abgesehen eine zehn. Das ist ein einzigartiger Moment, wie ein zweiter Geburtstag.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Zweite Gruppe soll gegen zehn Uhr freikommen

Gegen zehn Uhr Ortszeit soll die Hamas weitere 13 Männer, die zweite Gruppe der noch lebenden Geiseln, an das Rote Kreuz übergeben. Fahrzeuge des IKRK sind derzeit unterwegs, um die wohl letzten noch lebenden Geiseln abzuholen.

Das Rote Kreuz soll die Männer in von Israel kontrolliertes Gebiet im Gazastreifen bringen. Auf der Militärbasis Re’im an der Grenze zu Gaza sollen die Männer psychologisch und medizinisch untersucht werden, ehe sie dort ihre Familien wiedersehen. Dafür bekommt jeder von ihnen einen eigenen Raum. Anschließend werden sie auf drei Krankenhäuser in Israel verteilt und dort medizinisch untersucht.

Ehemalige Geiseln berichten, dass sie in Gefangenschaft gefoltert wurden. Nachdem die Hamas Propagandavideos von Alon Ohel veröffentlicht hatte, wurden Sorgen laut, Ohel könnte in der Gefangenschaft erblindet sein.

Lesen Sie auch

Hamas wird wohl nicht alle toten Geiseln heute übergeben

Israels Militär geht nicht davon aus, dass die Hamas auch alle 28 toten Geiseln heute – und damit innerhalb der im Rahmen der Waffenruhe vereinbarten 72-Stunden-Frist – übergeben kann. 

Am Freitag war im Rahmen eines von US-Präsident Donald Trump initiierten Friedensplans eine Waffenruhe im Gaza-Krieg in Kraft getreten. Israel soll im Gegenzug für die Übergabe der Geiseln rund 2.000 palästinensische Häftlinge freilassen. Darunter sind bis zu 250, die zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt wurden. 

Die israelische Armee hatte sich mit Beginn der Waffenruhe auf eine vereinbarte Linie zurückgezogen. Die Armee hat aber immer noch die Kontrolle über etwa die Hälfte des von Israel abgeriegelten Küstenstreifens. nko/dpa

Glosse

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Tipps und Tricks für Judenhasser

Eine Handreichung

von Daniel Neumann  03.05.2026

Archäologie

Rätsel um antikes Baby-Massengrab

Wissenschaftler der Universität Tel Aviv haben Knochenreste aus der Perserzeit gefunden, die in Tel Aseka bestattet wurden. Etwa 70 Prozent stammen von Kindern unter zwei Jahren

von Sabine Brandes  03.05.2026

Essay

Brandbeschleuniger Hass auf Israel: Der Gesetzgeber darf nicht länger wegschauen

Wer auf unseren Straßen »Tod Israel« ruft, kann bislang in der Regel ohne strafrechtliche Konsequenzen bleiben. Das zermürbt die Demokratie

von Volker Beck  03.05.2026

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  02.05.2026

Israel

Heimkehr nach Nir Oz

Zwischen ausgebrannten Häusern und neuen Plänen versucht ein kleiner Kibbuz nach dem Massaker der Hamas wieder in den Alltag zu finden. Ein Ortsbesuch

von Nils Kottmann  01.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Flottille legt ungeplant auf Kreta an

Außenministerium in Jerusalem: Terrorverdacht gegen einen der Teilnehmer – zwei Aktivisten werden nach Israel gebracht

 01.05.2026

Mittelmeer

Israel stoppt Gaza-Flottille auf hoher See

Die 175 Aktivisten an Bord der »Gaza Sumad Flotilla« wurden festgenommen und werden nun nach Israel gebracht

 30.04.2026

Jerusalem

Israel fordert von Großbritannien mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Nach einem weiteren Terrorangriff auf Juden wirft Jerusalem London vor, die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Präsident Herzog: »Es ist an der Zeit, dass die Welt aufwacht.«

 30.04.2026

Washington D.C.

US-Regierung wirft PA fortgesetzte Zahlungen von Terror-Renten vor

Im vergangenen Jahr hat die Autonomiebehörde nach amerikanischen Angaben 156 Millionen Dollar (134 Millionen Euro) an Terroristen ausgezahlt

 30.04.2026