München

Von besonderer Bedeutung

Jom Haschoa, Israels Gedenktag für die Opfer des Holocaust und die Helden des Widerstands, ist für die jüdische Gemeinde Münchens ein besonderer Tag. Zur diesjährigen Gedenkstunde der Israelitischen Kultusgemeinde in der Synagoge am Jakobsplatz kam auch Generalkonsulin Sandra Simovich.

Für einen zu Herzen gehenden Moment sorgte am Ende der Feierlichkeiten Natan Grossmann. Als der Holocaust-Überlebende nach seinem bewegenden Vortrag ein altes Partisanenlied anstimmte, sangen die Männer und Frauen des »Café Zelig«, des Münchner Treffpunkts für Schoa-Überlebende, von ihren Plätzen aus mit.

schüler An der Gedenkstunde wirkten auch Schülerinnen und Schüler des Jüdischen Gymnasiums durch auf den Anlass bezogene Rezitationen mit. Gemeinderabbiner Shmuel Aharon Brodman konnte auf diese Weise auch viele ihrer Eltern und Geschwister in der Synagoge willkommen heißen. Für die musikalische Gestaltung des Gedenkens sorgte der Männerchor »Schma Kaulenu«, der »Elohai N’zor Leschoni« aus dem Amida-Gebet vortrug.

Natan Grossmann, der das Ghetto Lodz und Auschwitz sowie den Todesmarsch am Kriegsende überlebte, ermöglichte seinen Zuhörern mit den Schilderungen seiner Erfahrung ein tiefes Eintauchen in die Erinnerung an die Schoa. Er überlebte als Einziger seiner Familie, wie er mit letzter Gewissheit aber erst viele Jahre später in Erfahrung bringen konnte. Das war, als er sich in der Dokumentation Linie 41 auf die Suche nach ihren Spuren begab.

Am 2. Mai 1945 wurde er von den Amerikanern aus einem Lager bei Hamburg befreit. Er fühlte sich nach diesem Tag wie neu geboren, erzählt der Holocaust-Überlebende. Kurz darauf landete er in einem Lager für Displaced Persons (DP) bei Landsberg, ein knappes Jahr nach Kriegsende in Palästina. In Deutschland zu bleiben, stand für ihn damals nicht zur Debatte.

generationen Erinnerungen, wie sie Natan Grossmann als Zeitzeuge an einem Tag wie Jom Haschoa nachfolgenden Generationen vermittelt, haben besonderes Gewicht. Dazu gehört auch seine von Skepsis begleitete, durch gesundheitliche Probleme bedingte Rückkehr ins Land der Täter – und die Geschichte, wie er seinen Hass verlor.

Natan Grossmann, der die Staatsgründung Israels miterlebte und sich immer noch ein Stück weit als Kibbuznik fühlt, hat in München seine Liebe und sein privates Glück gefunden. Zu den Auszeichnungen, die für ihn besonderen Stellenwert haben, gehört seine Ehrenmitgliedschaft bei Maccabi München. Auch bei der Gründung des deutsch-jüdischen Sportvereins war er seinerzeit dabei.

Bundeswehr

»Wir sind Partner auf Augenhöhe«

Am 21. Juni 2021 begann die jüdische Militärseelsorge bei der Bundeswehr. Militärbundesrabbiner Zsolt Balla zieht nach fünf Jahren eine positive Zwischenbilanz

 18.06.2026

Magdeburg

Juden in Sachsen-Anhalt: Lebendige Gemeinden und Antisemitismus

Nach dem antisemitischen Anschlag vom 9. Oktober 2019 in Halle (Saale) hat Sachsen-Anhalt 2020 ein Landesprogramm für jüdisches Leben beschlossen, um die jüdische Gemeinschaft zu fördern und zu schützen

 17.06.2026

Frankfurt am Main

Jüdische Gemeinde zeichnet Jugendengagement mit Beni-Bloch-Preis aus

»Wir ehren unser langjähriges Vorstandsmitglied Benjamin Bloch sel.A. und erinnern damit an seinen Einsatz für die jüdische Gemeinschaft«, sagt der Vorstandvorsitzende der Gemeinde, Benjamin Graumann

 01.06.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Berlin

»Ein leuchtendes Beispiel«

Jüdische Gemeinde Chabad zeichnet die First Lady Elke Büdenbender für ihr Engagement zur Stärkung jüdisches Lebens in Deutschland aus

 20.05.2026

Chemnitz

Ausstellung zum Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz

»Jetzt erst recht!«: Eine Ausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie erinnert an den mutigen Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz 1945

 18.05.2026

Baden-Württemberg

»Voices of Hope« - Stuttgart ist Bühne für Jewrovision

Die Veranstalter sprechen vom größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Europas: Am Freitag startet die Jewrovision in Stuttgart. Vorbild ist der ESC, der parallel in Wien stattfindet - jedoch mit anderen Tönen

von Leticia Witte  12.05.2026

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026

Berlin

Berliner Rabbinerin wird Präsidentin der Rabbinical Assembly

Mit Gesa Ederberg übernimmt erstmals eine Europäerin das Spitzenamt der internationalen Organisation

 18.03.2026