In Sachsen-Anhalt gibt es einem Regierungsbericht zufolge wieder lebendige jüdische Gemeinden, aber auch eine Zunahme von antisemitischen Vorfällen. Das ist das Fazit des dritten Umsetzungsberichts zum jüdischen Leben in Sachsen-Anhalt, den die Landesregierung am Dienstag in Magdeburg verabschiedet hat.
Der Bericht betont positive Entwicklungen, wie die Eröffnung zweier neuer Synagogen in Dessau-Roßlau und Magdeburg in der aktuellen Legislaturperiode. Gleichzeitig hätten die Entwicklungen seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 auch Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt negativ betroffen, hieß es.
Mit dem im April verabschiedeten Staatsvertrag mit der jüdischen Gemeinschaft sei ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt worden. Zudem war bereits im Sommer 2025 ein Sicherheitsstaatsvertrag vereinbart worden, um baulich-technische Maßnahmen und Sicherheit einschließlich des Schutzes von Synagogen und Räumen der jüdischen Gemeinschaft zu regeln, hieß es.
Um das jüdische Erbe und heutiges jüdisches Leben im Land zu fördern, sollen künftig die landesweiten Kulturtage im dreijährigen Turnus stattfinden.
Zugleich seien antisemitische Vorfälle seit zweieinhalb Jahren auf hohem Niveau. Deshalb sei es notwendig, die Umsetzung des Landesprogramms auch in den kommenden Jahren mit hoher Priorität fortzuführen.
In Sachsen-Anhalt gibt es vier anerkannte jüdische Gemeinden mit zusammen etwa 1300 Mitgliedern: die Synagogen-Gemeinde und die liberale Jüdische Gemeinde in Magdeburg sowie je eine Gemeinde in Halle an der Saale und Dessau-Roßlau. epd