Rechtsextremismus

Razzia bei der Schießsportgruppe

»Der waffenaffinen Szene rund um Pegida München gehörig auf die Füße getreten«: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann Foto: Marina Maisel

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat gegen den Verein »Die Bayerische Schießsportgruppe München« ein vereinsrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. »Wir haben Anhaltspunkte, dass sich der Zweck der Schießsportgruppe gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung richtet und nur vorgeblich im sportlichen Schießen besteht«, erklärte Herrmann am Donnerstag vergangener Woche nach der polizeilichen Großrazzia bei der Schießsportgruppe.

Nach Darstellung des bayerischen Innenministers gibt es Anhaltspunkte dafür, dass es sich bei der Schießsportgruppe um den »bewaffneten Arm von Pegida« München handelt. Es bestehe eine enge personelle Überschneidung zwischen den Mitgliedern des Schützenvereins und Pegida München, insbesondere auf Führungsebene. Diese hätte beispielsweise, betonte Herrmann, bei Pegida-Kundgebungen von »schweinischen Migranten« gesprochen. Außerdem sei Propagandamaterial rechtsextremistischer Parteien verteilt worden.

Spezialeinheiten Um die konkreten Verdachtsmomente zu überprüfen, fanden vergangene Woche aufgrund richterlicher Anordnung Durchsuchungsmaßnahmen bei zehn Personen an elf Objekten statt, schwerpunktmäßig im Raum München, aber auch in Kaufbeuren und Bad Rodach. Mehr als 120 Polizisten waren im Einsatz, darunter auch Spezialeinheiten.

Die Ermittler haben verschiedenes Beweismaterial sichergestellt, das jetzt ausgewertet wird. Unter anderem wurden Verstöße gegen das Waffengesetz festgestellt und zwei illegale Waffen beschlagnahmt. Ob die Beweislage für ein vereinsrechtliches Verbot ausreicht, wird nach Herrmanns Worten jetzt akribisch geprüft. In einem Punkt ist sich der Innenminister sicher: »Auf jeden Fall haben wir heute der waffenaffinen Szene rund um Pegida München gehörig auf die Füße getreten.«

»Wir haben die Sorge, dass die Bayerische Schießsportgruppe München die verfassungsfeindlichen Ziele von Pegida München kämpferisch aggressiv verwirklichen will, beispielweise mit Angriffen auf Minderheiten wie Flüchtlinge und Muslime«, erläuterte Herrmann weiter. Er versicherte aber, dass man nicht tatenlos zusehen werde. »Jede Form von Extremismus«, erklärte er, »nehmen wir sehr ernst. Deshalb gehen wir auch jedem Verdacht auf eine Unterwanderung unserer verfassungsmäßigen Ordnung konsequent nach.«

Bundeswehr

»Wir sind Partner auf Augenhöhe«

Am 21. Juni 2021 begann die jüdische Militärseelsorge bei der Bundeswehr. Militärbundesrabbiner Zsolt Balla zieht nach fünf Jahren eine positive Zwischenbilanz

 18.06.2026

Magdeburg

Juden in Sachsen-Anhalt: Lebendige Gemeinden und Antisemitismus

Nach dem antisemitischen Anschlag vom 9. Oktober 2019 in Halle (Saale) hat Sachsen-Anhalt 2020 ein Landesprogramm für jüdisches Leben beschlossen, um die jüdische Gemeinschaft zu fördern und zu schützen

 17.06.2026

Frankfurt am Main

Jüdische Gemeinde zeichnet Jugendengagement mit Beni-Bloch-Preis aus

»Wir ehren unser langjähriges Vorstandsmitglied Benjamin Bloch sel.A. und erinnern damit an seinen Einsatz für die jüdische Gemeinschaft«, sagt der Vorstandvorsitzende der Gemeinde, Benjamin Graumann

 01.06.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Berlin

»Ein leuchtendes Beispiel«

Jüdische Gemeinde Chabad zeichnet die First Lady Elke Büdenbender für ihr Engagement zur Stärkung jüdisches Lebens in Deutschland aus

 20.05.2026

Chemnitz

Ausstellung zum Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz

»Jetzt erst recht!«: Eine Ausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie erinnert an den mutigen Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz 1945

 18.05.2026

Baden-Württemberg

»Voices of Hope« - Stuttgart ist Bühne für Jewrovision

Die Veranstalter sprechen vom größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Europas: Am Freitag startet die Jewrovision in Stuttgart. Vorbild ist der ESC, der parallel in Wien stattfindet - jedoch mit anderen Tönen

von Leticia Witte  12.05.2026

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026

Berlin

Berliner Rabbinerin wird Präsidentin der Rabbinical Assembly

Mit Gesa Ederberg übernimmt erstmals eine Europäerin das Spitzenamt der internationalen Organisation

 18.03.2026