Köln

Paten für 205 Kinder

Junge Frauen in Barockkostümen geleiteten die Gäste formvollendet zu ihren Plätzen im festlich dekorierten Saal der Kölner Wolkenburg. Wieder einmal gelang es der Kölner Women’s International Zionist Organization (WIZO), eine unverwechselbare Atmosphäre für ihren traditionellen Patenschaftsball zu schaffen.

Dazu gehörte auch eine Aktion der Young WIZO: Zusammen mit dem Fotografen Ilja Kagan kümmerten sich Julia Blechman, Natascha Krymalowski, Marina Roife, Alexandra Sborowski und Anna Span darum, dass jeder Gast am Ende der Veranstaltung sein Porträtfoto erwerben konnte. Den Erlös von knapp 2000 Euro spendeten sie der WIZO.

»Es ist ein schönes Zeichen, dass Juden und Nichtjuden gemeinsam feiern und dass die Stadtgesellschaft es sich nicht nehmen lässt, den guten Zweck von WIZO zu unterstützen und damit religionsübergreifend Hilfe in Israel zu leisten«, stellte Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden, zu Beginn des Abends fest.

Als Vertreter der Stadtgesellschaft kam Ulrich Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Köln. »Der WIZO-Ball ist einerseits ein gesellschaftliches Ereignis in Köln, andererseits aber auch ein Anlass, die Menschen für einen guten Zweck und das friedliche Zusammenleben in Israel zu begeistern«, sagte er.

Freundschaften Ähnlich sahen es Jürgen Roters, der ehemalige Kölner Oberbürgermeister, und seine Frau Angela. »Auch wenn mein Mann nicht mehr im Amt ist, fühlen wir uns der jüdischen Gemeinde und insbesondere den WIZO-Damen sehr verbunden«, betonte die Schirmherrin des Balls von 2014. Jürgen Roters fügte hinzu: »Es ist mehr als eine lose Verbindung, eher eine sehr herzliche und persönliche.« Eine solch enge Verbindung hat auch Andrea Kiewel, ZDF-Moderatorin, die mit viel Esprit durch den Abend führte. »Es ist immer großartig, sich für Kinder zu engagieren«, würdigte die RTL-Moderatorin Birgit Schrowange die Projekte der Organisation.

Simone Graumann, Präsidentin der WIZO Deutschland, sollte Recht behalten mit ihrer Hoffnung, dass der Ball, »von den Kölner WIZO-Mädels so liebevoll vorbereitet, einfach ein Erfolg werden muss und wir mit einem sensationellen Ergebnis rechnen können«. Am Ende standen insgesamt 205 Patenschaften (90 mehr als im Vorjahr) im Wert von jeweils 500 Euro. »Wir sind überglücklich, dass es uns gelungen ist, die Idee der Patenschaft so deutlich zu vermitteln«, bilanzierte Orly Licht von der Kölner WIZO-Gruppe.

Somit kann für 205 Kinder ein Jahr lang die Unterbringung in einer WIZO-Kindertagesstätte ermöglicht werden. Licht und ihre Mitstreiterinnen freuten sich: »Unser Aufwand hat sich offenbar gelohnt, da geht einem das Herz auf.«

Projekte Weltweit engagieren sich rund 200.000 WIZO-Frauen in den unterschiedlichsten sozialen Projekten. Babys und Kinder, Jugendliche, Frauen und Familien, Neueinwanderer und Senioren, die mit sozialen Benachteiligungen leben müssen, finden bei der WIZO liebevolle und kompetente Begleitung.

Dies gilt insbesondere für Kinder. »Denn sie sind die Zukunft«, sagte Graumann. Zuletzt wurden in Pardes Hanna-Karkur sowie Rischon LeZion Klassenräume renoviert und Spielplätze neu gestaltet. Aktuell werden etwa 14.500 Kinder im Alter von drei Monaten bis vier Jahren aus problematischen Familienverhältnissen betreut. Sie erhalten psychologische Unterstützung, um einen Weg in eine gesicherte Zukunft zu finden, sicher auch vor Terroranschlägen.

Als Graumann dies am Beispiel einer Einrichtung in Sderot in Wort und Bild dokumentierte, war die Betroffenheit unter den Gästen deutlich zu spüren. »Im Early Childhood Development Center schlug in der Nacht vom 1. Juli eine Rakete ein«, berichtete Graumann. »Gott sei Dank war es Nacht, und niemand war im Zentrum, aber was, wenn es tagsüber gewesen wäre?« Zwei Tage später habe in der Einrichtung wie geplant eine Feier stattgefunden. In diesem Sinne setzte auch der Kölner WIZO-Ball ein Zeichen der Solidarität. Bis in die frühen Morgenstunden wurde getanzt und gesungen.

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