Die für kommende Woche geplante Neueröffnung »Wege nach Friedland. Über Aufbruch, Ankunft und Ankommen« wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Grund seien »Hinweise auf die Verwendung des verfassungsfeindlichen Symbols der Hamas durch einen an der Ausstellung beteiligten Protagonisten«, heißt es in einer Pressemitteilung des Hauses bei Göttingen. Der Name der betreffenden Person wird darin nicht genannt.
»Das Museum Friedland steht für eine weltoffene Gesellschaft und ist den Grundsätzen von Vielfalt, Respekt und gegenseitiger Anerkennung verpflichtet«, so die Mitteilung weiter. »Es wendet sich entschieden gegen Antisemitismus, Rassismus und jede andere Form von Diskriminierung.« Vor diesem Hintergrund hätten die Verantwortlichen entschieden, die Ausstellung zu überarbeiten und Inhalte erneut zu prüfen.
Bei dem Zeichen handelt es sich nach Angaben der Pressestelle um das Rote Dreieck, ein Symbol der islamistischen Terrororganisation Hamas. Genutzt worden sei es nicht in der Ausstellung, sondern »im privaten Umfeld« der Person, sagte Christian Blohm, Pressesprecher des Museums Friedland, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). »Als wir erfahren haben, dass die Person sich damit umgibt, beschlossen wir aber, einen Strich zu ziehen«, sagt Blohm. Die Person werde »aus der Ausstellung entfernt«.
Geschichte um neue Erkenntnisse ergänzt
Mit der Ausstellung »Wege nach Friedland. Über Aufbruch, Ankunft und Ankommen« sollte das 2016 eröffnete Museum Friedland erweitert werden. Es dokumentiert die Geschichte des Grenzdurchgangslagers Friedland, das 1945 als Aufnahmestelle in Niedersachsen gegründet wurde. Zunächst kamen dort Flüchtlinge, Vertriebene und Kriegsheimkehrer an.
Bis heute dient das Lager als Anlaufstelle für Schutzsuchende und Spätaussiedler. Nach Angaben der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen ist es bundesweit die einzige Aufnahmeeinrichtung für Spätaussiedler und ihre Familienangehörigen.
Die Ausstellung sollte am Mittwoch (21. Oktober) mit einem Festakt eröffnet werden. Als Gäste waren Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der niedersächsische Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) angekündigt. Ein neuer Eröffnungstermin soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. »Das Verfahren läuft noch«, sagte Blohm. Derzeit lägen die Personendaten beim Bundeskriminalamt. KNA