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Im November 1920 gegründet: Die Henry und Emma Budge-Stiftung in Frankfurt Foto: Thomas Rau

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Bundeswehrsoldaten unterstützen das Seniorenheim der Budge-Stiftung bei Corona-Schnelltests

von Eugen El  24.02.2021 09:47 Uhr

Täglich unterstützen derzeit jeweils drei Bundeswehrsoldaten das Senioren- und Pflegeheim der Henry und Emma Budge-Stiftung in Frankfurt am Main bei den verpflichtenden Testung aller Besucher auf das Coronavirus.

Sie kommen nicht in Uniform. Die Soldaten tragen im Moment die Dienstkleidung der Budge-Stiftung, berichtet Andrew Steiman am Telefon. Der Rabbiner ist neben einem katholischen Priester und einer evangelischen Pfarrerin für die Seelsorge der jüdischen und christlichen Heimbewohner zuständig.

TESTS Das Personal des Heims sei, so Steiman, größtenteils gegen Corona geimpft. »Trotzdem muss jeder sich mindestens zwei Mal in der Woche testen lassen«, sagt der Rabbiner. »Ich bin zwar auch geimpft. Aber ich lasse mich drei Mal in der Woche testen, weil ich zu den ganz Alten und Kranken gehe«, erzählt er.

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Über die Bundeswehrsoldaten sagt Steiman: »Sie machen das ganz gern. Sie sind sehr freundlich.« Die Soldaten kämen sehr gut mit den alten Menschen aus, berichtet der Rabbiner. Sie müssten einzig lernen, dass sie langsam und deutlich sprechen müssen. Die Soldaten seien in allererster Linie nicht dazu da, um mit den Bewohnern in Kontakt zu kommen – sondern mit den Besuchern. 

SENSIBILITÄT Wie kommen aber die jüdischen Bewohner, unter ihnen auch Schoa-Überlebende, mit den Bundeswehrsoldaten klar? »Es gibt da überhaupt kein Problem«, betont Steiman. Auch die meisten Überlebenden seien irgendwann einmal in Israel gewesen, dort hätten sie sehr viele Uniformen und Soldaten gesehen.

Im Vorfeld seien die Soldaten ein Gesprächsthema gewesen. »Da haben wir aufseiten der nichtjüdischen Öffentlichkeit eine Sensibilität, die gut ist, aber an der Stelle ist das kein Problem«, betont Steiman. An jüdischen Feiertagen sei immer Polizei im Haus. Auch das sei unproblematisch.

»Ich war 14 Jahre lang Militärseelsorger bei den Amerikanern. Jetzt kann ich daran anschließen.«

Rabbiner Andrew Steiman

Zu den Soldaten hat Andrew Steiman auch eine persönliche Verbindung: »Ich war 14 Jahre lang Militärseelsorger bei den Amerikanern. Jetzt kann ich daran anschließen.« Er sei wahrscheinlich der einzige noch lebende Seelsorger weltweit, der sowohl Soldaten, als auch Schoa-Überlebenden als Seelsorger beigestanden habe, sagt Steiman.

PURIM Für das Telefongespräch hat er nicht viel Zeit, da er die coronakonformen Purim-Aktivitäten im Budge-Heim mitorganisiert. »Wir feiern Purim am Mittwoch«, sagt Steiman. Am Freitag sei es für die Bewohner zu schwierig. Wenn die Älteren Purim feierten, seien sie erschöpft und könnten dann Kabbalat Schabbat nicht machen. »Schabbat soll nicht mit Purim konkurrieren«, betont der Rabbiner.

Also sei es am besten, Purim einen Tag vorher zu feiern. »Da ist aber der Fastentag Taanit Esther, da trifft es sich nicht gut, wenn man Purim feiern würde, es sei denn, man würde es abends, nach Sonnenuntergang machen. Aber da schlafen die Bewohner schon!«, erläutert Steiman das Dilemma. Daher wird Purim im Budge-Heim schon am Mittwoch gefeiert.

LESUNG »Wir haben volles Programm«, sagt Steiman. Die Feier werde über den hausinternen Fernsehkanal in die Zimmer übertragen. »Ein Musiker ist dabei und spielt. Dann machen wir auch ein Wunschkonzert«, berichtet der Rabbiner.

»Die Leute bekommen Hamantaschen und Ratschen nach Hause geliefert, können sich verkleiden und anrufen.« Ein besonderer Programmpunkt soll den nichtjüdischen Bewohnern helfen, Purim zu verstehen: »Wir machen eine Megille-Lesung in hessischer Mundart, wie eine Büttenrede.«

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