WIZO

Tatkraft und Humanität

Das Credo »Doing What Matters« hat sich beim diesjährigen Solidaritätsabend der WIZO München auf vielfältige Weise erfüllt. Die Gala unter dem Motto »One Night for Children« wollte Patenschaften sammeln für bedürftige Kinder in Israel, die aus prekären Familienverhältnissen stammen, traumatisiert sind durch das Massaker vom 7. Oktober 2023, durch den ständigen Raketenbeschuss und den Krieg gegen Hamas und Hisbollah, der nicht wenige elternlos machte. Gleichzeitig ist es den Frauen der Münchner WIZO ein Anliegen, einmal im Jahr als Dankeschön den Spendern gute Unterhaltung und eine festliche Atmosphäre zu bieten, wie dies im Leonardo Hotel Munich Arabellapark glanzvoll gelang.

Der Information diente eine Filmdoku­mentation, welche die Präsidentin der WIZO Deutschland, Nicole Faktor, mitgebracht hatte. Darin wurde das WIZO-Jugenddorf Hadassim vorgestellt, in dem derzeit 1300 Kinder und Jugendliche rundum betreut werden, mit dem Bedarf des Ausbaus eines weiteren Campus. Seitdem 1964 das Beth Heuss in Herzliya gegründet wurde, unterhält die ab 1960 in Deutschland aktive WIZO 160 Kindertagesstätten in Israel, die nach und nach mit Schutzräumen ausgestattet wurden.

»Wir, die jüdische Gemeinschaft in der Galut, müssen Israel nicht nur mit Worten beistehen, sondern auch mit Taten.«

Charlotte Knobloch

Die Schirmherrin des Abends, IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch, appellierte an die Festgesellschaft: »Wir, die jüdische Gemeinschaft in der Galut, müssen Israel nicht nur mit Worten beistehen, sondern auch mit Taten« – und gerade deshalb schätze sie das Engagement der WIZO so sehr. Diesem Gedanken schlossen sich auch die weiteren Ehrengäste des Abends an. Ludwig Spaenle, den Beauftragten für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus in Bayern, der soeben erst aus Israel zurückgekehrt war, beeindruckte das Konzept der WIZO, das Tatkraft, Humanität und das Selbstbestimmungsrecht für Juden in einem eigenen Staat zusammenführt.

Silvia Berladski-Baruch, neue israelische Vizegeneralkonsulin für Süddeutschland, sprach lobend von der lokalen Gastfreundschaft und der spürbaren Verbundenheit mit Israel. Sehr wohl fühlte sich an diesem Abend auch Sarah Maria Sander. Das Leben der Schauspielerin und Journalistin hat sich komplett verändert, seit sie mit ihren Reportagen und Eindrücken aus Israel in den sozialen Medien offen für Israel eintritt. In Berlin, wo sie lebt, kann Sander sich ohne Polizeischutz nicht mehr frei bewegen.

Die Moderation zwischen Redebeiträgen, musikalischen Einlagen und einem mehrgängigen Menü meisterte Sabina Wolf, Journalistin beim »Bayerischen Rundfunk«, souverän. So konnte sich das Münchner WIZO-Team mit Sara Schmerz im Lauf eines informativen, kurzweiligen Abends schließlich bei seinen Gästen für zahlreiche Spendenzusagen bedanken. Die Women’s International Zionist Organization ist weltweit in 50 Ländern aktiv, die Sektion in Deutschland steht – nach den USA – mit ihrem jährlichen Spendenaufkommen an zweiter Stelle. Die Gala in München hat dazu beigetragen, dass es so bleibt.

Meinung

»Boykottlisten« gegen »Zionisten«? Die 30er-Jahre lassen grüßen

Streit um eine Palästina-Halskette: Was wirklich im Berliner Café »The Barn« passierte, was das Café »Acid« damit zu tun hat und welche Rolle die Lokalpresse spielt

von Ayala Goldmann  08.05.2026

Andenken

Vier Schulen und mehrere Plätze nach Margot Friedländer benannt

Vor einem Jahr - am 9. Mai - starb die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer mit 103 Jahren. Für viele war sie ein Vorbild. Inzwischen tragen immer mehr Schulen, Straßen und Plätze ihren Namen. Eine Übersicht

von Karin Wollschläger  08.05.2026

Meinung

LMU München: Ein Abschiedsbrief an meine geliebte Alma Mater

Ein Liebesbrief aus Enttäuschung an eine Universität, die sich selbst zu verlieren droht

von Guy Katz  08.05.2026

Redaktion

Die Menschen hinter der Jüdischen Allgemeinen

Wer textet und redigiert, gestaltet, illustriert und organisiert heute die Jüdische Allgemeine? 18 Menschen, neun Ressorts – wir stellen uns vor

 07.05.2026

Andenken

Berlin hat jetzt einen Margot-Friedländer-Platz

Bei der Einweihungszeremonie sagt Cornelia Seibeld (CDU), die Präsidentin des Abgeordnetenhauses, die »Herzkammer der Demokratie« habe nun eine neue Adresse

 07.05.2026

Deutschland

»Die Jüdische Allgemeine gehört einfach dazu«

Seit drei Generationen ist die Jüdische Allgemeine ein Kompass für die jüdische Welt. Prominente Leserinnen und Leser erzählen, warum ihnen die Zeitung wichtig ist

 07.05.2026

Jubiläum

Starke Stimme

Vor 80 Jahren erschien die erste Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen. Mehr denn je braucht es eine präsente und selbstbewusste jüdische Zeitung in Deutschland

von Philipp Peyman Engel  07.05.2026

Programm

Urbane Ästhetik, cineastische Architektur und späte Aufklärung: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 7. Mai bis zum 14. Mai

 06.05.2026

Kino

Am Puls der Zeit

Gegen Polarisierung und Boykott: Das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg will den Blick weiten

von Ayala Goldmann  06.05.2026