Panel

Satire, Moderne, Islamismus

»Die Macht der Religionen. Was darf Satire?«

7. Januar 2015: Islamistische Terroristen verüben einen Anschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins »Charlie Hebdo«. Die Juristin Angelika Günzel, der Publizist Michael Wuliger und Prälat Karl Jüsten erinnerten sich in ihrem Workshop am Sonntagvormittag, wie sie den Moment erlebten, als der Anschlag geschah. Günzel, die Professorin an der Fachhochschule des Bundes in Brühl, beschrieb nicht nur ihre emotionale, sondern auch ihre juristische Wahrnehmung. Michael Wuliger sei »innerlich erstarrt« gewesen. Charlie Hebdo habe ihn schockiert, Hyper Cacher habe ihm Angst gemacht, beschrieb er seine Gefühle im Januar 2015. Prälat Karl Jüsten sei nach dem ersten Schock positiv überrascht gewesen, dass die muslimische Community recht schnell zu einer Solidaritätskundgebung am Brandenburger Tor in Berlin aufgerufen habe. Der Workshop, der von dem Journalisten Philipp Gessler moderiert wurde, begann bei aller Ernstheit des Themas aber erst einmal komisch, nämlich mit je einem christlichen, jüdischen und muslimischen Witz. Warum »Schicksen« nur Ärger bereiten, was ein Engelchen Kardinal Reinhard Marx ins Ohr flüstert und wer ein wirklich frommer Muslim ist, darüber lachten die etwa 15 Teilnehmer. kat

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»Jüdische Gemeinden 4.0. – Wohin soll die Reise gehen?«

»Die Zahl der Mitglieder in den Jüdischen Gemeinden liegt laut Statistik der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland 2015 erstmals unter 100.000«, beginnt der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland, Daniel Botmann, den Workshop über die Zukunft der Gemeinden. Wie wird die Gemeinde der Zukunft aussehen? Was muss geschehen, um sie attraktiver zu gestalten? Fragen, die die Gesprächspartner auf dem Podium heftig und engagiert diskutierten. Trotz aller Kontroversen darüber, ob Gemeinden unter 200 Mitgliedern in 20 Jahren noch bestehen werden, dem Vorwurf, sie hätten veraltete Vorstände und ihnen stehe nicht genügend Geld zur Verfügung, konnten sich die Gesprächsteilnehmer schließlich doch darauf einigen, dass dringend neue Konzepte für Gemeinden entwickelt werden müssen. Dazu bedürfe es möglicherweise eines gemeinsamen Brainstormings, wie es die Gemeindevorsitzende der Gelsenkirchener Gemeinde, Judith Neuwald-Tasbach vorschlug. Jonathan Heuberger, Rechtsanwalt, der jetzt in Tel Aviv lebt und in seiner jüdischen Sozialisation die Gemeinden Frankfurt, Köln und Berlin kennengelernt hat, warb für Unterstützung, die sich Gemeinden aus dem Ausland holen sollten. Alon Meyer, Makkabi-Deutschland Präsident aus Frankfurt, plädierte für eine Öffnung der jüdischen Gemeinschaft, um Mitglieder nicht dadurch zu verlieren, dass ihre nichtjüdischen Ehepartner ausgeschlossen würden. Meyer appellierte, nicht zusätzlich Mauern aufzubauen. »So können wir keine Integration schaffen.« Jonathan Kreutner, Vorsitzender des Schweizerischen Gemeindebundes, schlug vor, mit alten Strukturen zu brechen und endlich anzuerkennen, dass die jüdische Gemeinschaft in einer »betriebswirtschaftlichen Welt lebt und danach handeln muss«. Gemeindemitglieder müssten das Gefühl bekommen, Teil einer modernen, dynamisch agierenden Gemeinschaft zu sein. hso

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»Islamismus Fundamentalismus Dschihadismus. Ist unser Staat für die aktuellen Herausforderungen gewappnet?«

Über die Herausforderungen des Islamismus, Fundamentalismus und Dschihadismus sprachen in einem Workshop unter anderem Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen, Ansgar Haveling, der Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages, und der ehemalige Sprecher der israelischen Armee, Arye Sharuz Shalicar. Moderator Gil Yaron betonte eingangs, dass islamistischer Terror kein israelisches Problem mehr sei, sondern dass das Phänomen vielmehr immer mehr Menschen und Länder bedrohe. Shalicar sagte, dass dieser Terror zum Alltag in Israel gehöre, doch das Land wie kein anderes gelernt habe, damit umzugehen. Verfassungsschutzpräsident Maaßen bestätigte, dass sich die Sicherheitsbehörden in der Bundesrepublik den neuen Herausforderungen stellten. Er wolle aber nicht nur vom Terrorismus sprechen, sondern auch auf die mehr als 9000 Salafisten verweisen, die einen anderen Staat wollten und bereit seien, den Dschihadismus zu unterstützen. Es bedürfe guter Präventionsarbeit, und es sei viel zu tun. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Haveling äußerte sich vorsichtig zur Frage, welche Aufgaben die Bundeswehr bei der Terrorbekämpfung übernehmen könne. Er verwies auf die historisch bedingte Struktur der Sicherheitsbehörden, aber auch darauf, dass es im kommenden Jahr bereits eine erste gemeinsame Übung von Polizei und Bundeswehr geben werde. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sagte, dass er derzeit eher eine allgemeine Sicherheitsbedrohung als eine speziell auf jüdische Einrichtungen bezogene Gefährdung erkenne. Dabei habe man volles Vertrauen in die Sicherheitsbehörden. ddk

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»Jüdische Religion zwischen Tradition und Moderne«

»Alle leben unter einem Dach, jeder in seinem Zimmer, und manchmal treffen sich alle im Wohnzimmer auch das ist Familie.« So beschrieb Rabbiner Avichai Apel die Unterschiede der jeweiligen religiösen Ausrichtungen im Judentum, wie sie derzeit in Deutschland praktiziert werden. Auf diese Frage lief letztlich wie auch schon in anderen Panels des Gemeindetages auch die Gesprächsrunde zum Thema »Jüdische Religion zwischen Tradition und Moderne« hinaus. Neben dem orthodoxen Gemeinderabbiner aus Frankfurt diskutierten darüber die liberale Frankfurter Rabbinerin Elisa Klapheck sowie die Rabbiner Yehuda Teichtal und Walter Homolka. Es ging vor allem um die Frage, wie Rabbiner junge Menschen zwischen Bar- und Batmizwa und dem Berufsleben für Religion begeistern können. Die vier Rabbiner plädierten für unterschiedliche Strategien. Mit Abraham Lehrer, dem Vizepräsidenten des Zentralrats, thematisierten sie das Spannungsfeld zwischen der ältesten Religion und modernen Erfordernissen heutiger Zeit sowie mögliche zeitgemäße Neu-Interpretationen. ksh

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