Würdigung

Oldenburgerin Elke Heger erhält den Albrecht Weinberg-Preis

Albrecht Weinberg ist Namenspate und erster Preisträger des Albrecht Weinberg-Preises Foto: picture alliance/dpa

Die Oldenburger Diplom-Pädagogin Elke Heger erhält den diesjährigen Albrecht Weinberg-Preis der Jüdischen Gemeinde in Oldenburg. Die mit 2.000 Euro verbundene Ehrung für besonderes soziales Engagement und Verdienste um die Gemeinschaft wird ihr am 22. Februar vom Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, überreicht, wie die jüdische Gemeinde am Mittwoch mitteilte. Zu der Feier werden unter anderem der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) und der Präsident des Landesverbandes der Juden in Niedersachsen, Michael Fürst, erwartet.

Heger wurde 1944 im sächsischen Zwickau geboren und interessierte sich bereits früh für Politik. Nach einem abgebrochenen Theologiestudium widmete sie sich der Behindertenpädagogik, die ihr ganzes Berufsleben prägte. 1971 zog sie nach Oldenburg, um die Leitung einer neu gegründeten diakonischen Behinderteneinrichtung zu übernehmen, die sie bis zu ihrem Ruhestand 2007 prägte. Mit ihrem multidisziplinären Ansatz leistete sie zu Beginn der 1970-er Jahre Pionierarbeit.

Engagement für verwaisten jüdischen Friedhof

Ab 1978 kümmerte sich Heger mit ihrem Mann um den neben ihrem Haus liegenden verwaisten jüdischen Friedhof. Noch im selben Jahr trat Heger der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Oldenburg bei. Mit der Neugründung der jüdischen Gemeinde 1992 suchte sie den Kontakt zur jüdischen Gemeinde, der sie bis heute intensiv verbunden ist.

Der Albrecht Weinberg-Preis der Jüdischen Gemeinde in Oldenburg wurde den Angaben zufolge im vergangenen Jahr erstmals ins Leben gerufen und an den Namensgeber verliehen. Die Auszeichnung wird jährlich verliehen und würdigt das Wirken des Leeraners Albrecht Weinberg - einem unermüdlichen Mahner, Zeitzeugen und Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Im Anschluss an die Preisverleihung werden die Oldenburger Rabbiner Netanel Olhoeft und Levi Israel Ufferfilge offiziell in ihr Amt eingeführt. Die Zeremonie wird geleitet von dem Rabbiner Jonathan Wittenberg und Bea Wyler. Sie war die erste Frau im Rabbineramt im Nachkriegsdeutschland und leitete die Oldenburger Gemeinde von 1995 bis 2004.

Dresden

Jüdisches Leben: Gefühl von Unsicherheit im Alltag

In Sachsen gestalten Jüdinnen und Juden das kulturelle und gesellschaftliche Leben entscheidend mit. Dennoch bleibt Antisemitismus ein präsentes Problem

 23.06.2026

Meinung

Essen mit Beigeschmack

Katrin Richter kritisiert, dass jüdische und israelische Küche zunehmend nur noch mit Schutzkonzept serviert werden kann

 23.06.2026

Berlin

Zusammen genießen

Zum fünften Mal fand das Koschere Streetfood-Festival statt – mit Geschmäckern von fast überall

von Katrin Richter  23.06.2026

Jubiläum

Fünf Jahre jüdische Seelsorge der Bundeswehr: Militärrabbiner Zsolt Balla zieht Bilanz

Seit dem Start der jüdischen Militärseelsorge vor fünf Jahren wächst ihre Bedeutung in der Truppe. Sieben Militärrabbiner tun inzwischen Dienst. Ein Fazit - mit Blick auf Zeitenwende und deutsche Geschichte

von Karin Wollschläger  23.06.2026

Bildung

»Die jüdische Sicht stärken«

Eduard Steinberg über den neu gegründeten Verband jüdischer Pädagogen, Ausbildung von Lehrern und Fakten statt Meinungen

von Katrin Richter  22.06.2026

Maccabi

Eine Feier für den jüdischen Sport

Der Verein lud zum traditionellen Sommerfest im Vereinsgelände an der Riemer Straße

von Luis Gruhler  21.06.2026

München

Ganz im Vertrauen

Seit rund sechs Wochen ist Dominik Krause als Oberbürgermeister im Amt. Nun traf er sich mit Vertretern des Vorstandes der IKG zum Gespräch

von Luis Gruhler  21.06.2026

Porträt der Woche

Flucht und Farben

Alexander Glinkin ist Maler. Im Frühjahr 2022 verließ er Kyjiw und lebt heute in Berlin

von Matthias Messmer  21.06.2026

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026