Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten ist Ziel eines Cyberangriffs geworden. Bei dem sogenannten Ransomware-Angriff seien durch Eindringen in die internen IT-Systeme Daten mit einer speziellen Software verschlüsselt worden, teilte die Stiftung am Dienstag in Oranienburg mit. Wie bei solchen Attacken üblich, sei eine Textdatei mit der Aufforderung zur Kontaktaufnahme mit dem Ziel hinterlassen worden, eine Zahlung für die Entschlüsselung der Daten zu fordern.
Nach aktuellem Stand werde auch davon ausgegangen, dass Daten von den Angreifern heruntergeladen wurden, hieß es. Durch diesen Datenabfluss könne es nun vermehrt zu Phishing- und Spammails oder zu Versuchen von Rechnungsbetrug kommen. Daher werde um erhöhte Aufmerksamkeit bei verdächtigen E-Mails gebeten, insbesondere solchen, die die Stiftung als vermeintlichen Absender ausweisen.
»Schwerwiegender Angriff«
Der Vorfall sei am 5. August festgestellt worden. Betroffen seien sowohl die Gedenkstätten an allen sieben Standorten als auch die Geschäftsstelle. Der Besuch der Gedenkstätten sei jedoch weiterhin ohne Einschränkungen möglich. Zur Stiftung gehören unter anderem die KZ-Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück.
Stiftungsdirektor Axel Drecoll betonte, durch den »schwerwiegenden Angriff professioneller IT-Krimineller« sei das gesamte IT-System derzeit außer Funktion. Das Ausmaß des entstandenen Schadens, insbesondere hinsichtlich von möglichen Datenverlusten und Datenabflüssen, sei momentan noch nicht absehbar. An der sicheren Wiederherstellung der Systeme werde mit Hochdruck gearbeitet. epd