München

Musik für die Seele

Sorgten für einen unterhaltsamen Abend: Sharon Brauner und Harry Ermer Foto: Tom J.M.Hauzenberger

Wie schon 2011 war es dem Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern vor Kurzem möglich, mithilfe des Kulturprogramms, das der Zentralrat der Juden in Deutschland alljährlich auslobt, die Sängerin und Schauspielerin Sharon Brauner, gemeinsam mit dem Pianisten Harry Ermer zu einem Abend ins Jüdische Gemeindezentrum am Jakobsplatz einzuladen.

14 Jahre nach einem Konzert unter dem Motto »Glücklich unperfekt« brachte die gebürtige Berlinerin dieses Mal »Jiddish Soulfood« mit. Das bedeutete einen Reigen jiddischer Klassiker, beginnend mit Melodien, die Glück in vielen Variationen beschwören: ob als »Glik«, komponiert von Alexander Olshanetsky, »A bissele Glik« von Ben-Zion Wittler oder »Mazel«, geschrieben von Abraham Ellenstein und interpretiert von Molly Picon zum Evergreen geworden. Da durfte auch das Lied von Werner Richard Heymann aus dem Jahr 1932 nicht fehlen, »Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück«. Es wurde rasch zur stillschweigenden Sehnsucht aller, die noch hofften, lebend aus Nazi-Deutschland entkommen zu können.

Sharon Brauner wagte sich an eine jiddische Adaption des Chansons »Padam Padam«, das der 1933 aus Berlin nach Paris geflüchtete Komponist und Pianist Norbert Glantzberg für seine zeitweilige Mäzenin Edith Piaf geschrieben hatte. Das gelang ihr ebenso überzeugend wie die jiddische Fassung des Titelsongs von Francis Lai aus dem Film Love Story.
Die Begeisterung des Publikums, die schon bei Melodien wie »Bei mir bist du sheyn« und »Rumenia« kaum zu übertreffen war, steigerte sich noch einmal, als »Raindrops keep falling on my Head« von Burt Bacharach und »My Way« von Jacques Revaux erklangen.

Im April 2026 kommt Brauner wieder – dann mit einer Revue im »Circus Krone«

Die Stimme von Sharon Brauner, das sagten viele, die ihre Karriere schon lange verfolgen, ist von ungewöhnlicher Reife. Andere hörten sie erstmals und brachten die zierliche, strahlend junge Persönlichkeit gedanklich nicht mit ihrem Jahrgang 1969 zusammen. Sharon Brauner kann aber auch ganz anders. Das bewies sie nur wenige Tage nach dem fulminanten Auftritt in München im Kriminalfilm Schattenmord: Unter Feinden, in dem sie die verhärmte Witwe eines ermordeten jüdischen Oberstaatsanwalts, dargestellt von Dani Levy, spielt.

Im April 2026 kommt Brauner wieder – dann mit einer Revue im »Circus Krone«. Ihren kongenialen Begleiter am Klavier und an der Mundharmonika, Harry Ermer, einen gebürtigen Pfälzer, der sich in Berlin sehr wohlfühlt und der schon mit vielen Stars des Showbusiness von Brigitte Mira bis Helen Schneider gearbeitet hat, kann man seit 15 Jahren in dem Dauerbrenner Ewig Jung, einem schwarzhumorigen Abgesang auf das Altwerden, am Renaissance-Theater Berlin erleben.
Die Danksagung für das Konzert in München übernahm Sara Schmerz von der mitveranstaltenden WIZO München – eine gute Gelegenheit, den schönen Abend mit einem Hinweis auf die wertvolle Arbeit für rund 800 Hilfsprojekte in Israel zu verbinden.

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