TV-Tipp

»Robert Lembke - Wer bin ich?« -Doku-Drama über die TV-Legende

Der Herr der Schweinderl: Moderator Robert Lembke mit zwei Sparschweinen Foto: picture alliance/United Archives

TV-Tipp

»Robert Lembke - Wer bin ich?« -Doku-Drama über die TV-Legende

»Robert Lembke - Wer bin ich« ist ein kluger Film über Verdrängung, Volksbildung und das Schweigen einer TV-Legende über die eigene Vergangenheit

von Jan Lehr  02.06.2026 20:46 Uhr

Sehr gelungenes Dokudrama von 2024 über den Journalisten und Fernsehmanager Robert Lembke (1913-1989), der vor allem als Moderator der sympathisch unspektakulären Quizsendung »Was bin ich?« mit seiner Kult-Frage »Welches Schweinderl hätten’s denn gern?«deutsche Fernsehgeschichte schrieb.

Dabei war der Job als Quizmaster nur eine so wichtige wie vergnügliche Nebenrolle. In der Hauptsache war Lembke, der nach dem Krieg zur Redaktion der von den Amerikanern gegründeten »Neuen Zeitung« gehörte, ab Ende der 1950er Jahre Mitglied der Chefredaktion und stellvertretender Programmdirektor beim Bayerischen Rundfunk. Dort verantwortete er auch Großprojekte wie die Koordination für das internationale Sendezentrum bei den Olympischen Spielen München 1972 und war auch an der Fußball-WM 1974 als TV-Manager beteiligt.

Lesen Sie auch

Der Film von Martin Weinhart geht aber auch auf die NS-Zeit ein, als der Sohn eines jüdischstämmigen Vaters seinen Beruf nicht ausüben konnte, von seinem Schwiegervater angeschwärzt wurde und sich zeitweise verstecken musste. Nach dem Zweiten Weltkrieg fällte Lembke allerdings die kategorische Entscheidung, selbst mit seiner Familie nicht über seine Erlebnisse zu sprechen.

Weinhart mischt Archivmaterial, Interviews und Spielszenen mit Johann von Bülow in der Rolle des Moderators, um den Kontrast zwischen der harmlosen »Was bin ich?«-Unterhaltung und dem autoritär-verschlossenen Charakter von Robert Lembke herauszuarbeiten. Das Archetypische seines Schicksals tritt dadurch ebenso hervor wie das traumatische Fortwirken des im Holocaust erfahrenen Leids auf nachfolgende Generationen.

»Robert Lembke - Wer bin ich?«, Dienstag, 2. Juni, 22.25 - 00.00 Uhr, 3sat.

Kino

»Zur Not machen wir es in einem Badezimmer«

Zum elften Mal findet in Berlin das israelische Filmfestival »Seret« statt. Trotz schwieriger Zeiten denken die Veranstalter nicht daran aufzugeben

von Leon Stork  04.09.2026

Israel-Hasserin El Hissy

Jüdische Gemeinde Frankfurt übt scharfe Kritik am Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die Hintergründe

 04.09.2026

Musik

»Ein Tribut an David Bowie«

Daniel Donskoy über das gefeierte neue Musical »Rebel Rebel« und das Erbe des legendären britischen Sängers

von Ralf Balke  04.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  04.09.2026

Junge Israelis, die von Beta Israel, äthiopischen Juden, abstammen

Hamburg

2,5 Millionen Euro für Erforschung religiöser jüdischer Handschriften

Sophia Dege-Müller, Expertin für äthiopische Handschriften, erforscht religiöse Handschriften der äthiopischen Juden, der sogenannten Beta Israel. Ihre bis zu 500 Jahre alten Schriften seien bislang kaum wissenschaftlich untersucht worden

 03.09.2026

Medien

Wie »Die Zeit« den fanatischen Israelhasser Zohran Mamdani zur politischen Lichtgestalt umdeutet

von Regula Stämpfli  03.09.2026

Debatte

Öffentlich-Rechtliche Medien: Macht euren Job, aber macht ihn besser!

Ein Appell von Esther Schapira

von Esther Schapira  03.09.2026

Medien

Stephan-Andreas Casdorff ist wieder für den »Tagesspiegel« tätig

Die KI-generierten Meinungstexte von Stephan-Andreas Casdorff im »Tagesspiegel« hatten in der Branche für viel Aufruhr gesorgt. Seit Juni hatte der Ex-Chefredakteur seine Tätigkeit ruhen lassen. Nun kehrt er zurück

von Jana Ballweber  03.09.2026

Literatur

Die perfekte Paranoia

»Howl« ist eine romangewordene Angstattacke, die Hoffnung macht. So etwas kann nur der britische Schriftsteller Howard Jacobson

von Sophie Albers Ben Chamo  03.09.2026