Schalom Aleikum

Mit besonderem Blick

Im Gespräch über Religion, Gemeinsamkeiten und Corona Foto: Gregor Zielke

In schwierigen Zeiten zusammenstehen, Gemeinsamkeiten den Vorzug vor Unterschieden geben und mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie umgehen – darüber haben am Donnerstagabend vier Medizinerinnen und Mediziner im Rahmen des Zentralratsprojekts »Schalom Aleikum« gesprochen.

ERFAHRUNGEN Zwei muslimische Frauen und zwei jüdische Männer tauschten sich über ihre Erfahrungen mit der jeweils anderen Religion aus. Moderiert wurde die Runde von der TV-Moderatorin und Medizinjournalistin Susanne Kluge-Paustian.

Meryam Schouler-Ocak ist Leitende Oberärztin in der Psychiatrie des St.-Hedwig-Krankenhauses in Berlin. Sie ist muslimisch, ihr Mann jüdisch. Sie sei immer wieder aufs Neue überrascht, wie sehr sich die von beiden Gemeinschaften gepflegten Rituale und Bräuche ähnelten, sagte sie.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Boris Hoz stammt aus Russland. Seine Eltern leben in Israel, er selbst kam 1992 nach Deutschland. Hoz verbindet eine langjährige Freundschaft mit seiner muslimischen Kollegin Yüksel König; beide sind als Oberärzte für Viszeralchirurgie am Berliner Vivantes-Klinikum tätig.

2012 überzeugte Hoz König, nach Israel zu reisen – was deren Sicht auf das Land und die Menschen dort völlig veränderte. Vergangenes Jahr fuhr König wieder dorthin, gegen den Rat mancher ihrer Kollegen. Ihr Bild von Israel habe sich komplett gewandelt, sagte die Ärztin.

GEMEINSAMKEITEN Wie Boris Hoz wuchs auch Evgeni Zorin in Russland auf, beschreibt sich aber eher als säkularer Jude. Im Alter von fünf Jahren kam Zorin nach Israel, wo er seine Jugendzeit verbrachte. Derzeit ist er Arzt in Weiterbildung in Berlin. In seiner Jugend in Haifa erlebte Zorin das Zusammenleben von Juden und Muslimen ganz praktisch. »Ich finde es eher komisch, dass wir uns immer wieder auf die Unterschiede fokussieren.« Dabei seien die Überschneidungen zwischen den beiden Religionen doch sehr groß, meint auch er.

Alle vier Mediziner haben sowohl durch ihre Arbeit als auch durch ihre privaten Lebensumstände einen besonderen Blick auf die jüdisch-muslimischen Befindlichkeiten in Deutschland. Offen sprachen sie in der Podiumsdiskussion über ihre persönliche Ansichten. Auch kontroverse Themen wie der Umgang mit dem Thema Beschneidung kamen zur Sprache.

Einen ausführlichen Bericht über die Veranstaltung finden Sie in der nächsten Printausgabe der Jüdischen Allgemeinen am 29. Oktober.

Sachsen

Rund 1000 Veranstaltungen zum »Jahr der jüdischen Kultur«

Unter dem Titel »Tacheles« steht in Sachsen 2026 das jüdische Leben im Mittelpunkt. Zahlreiche Akteure beteiligten sich. Das Programm wächst noch immer

von Katharina Rögner  24.03.2026

Rothenburg

Unter dem Pflaster

Als im vergangenen Sommer bei Grabungsarbeiten die Fundamente einer Synagoge entdeckt wurden, war das eine Sensation. Messungen zeigen nun: Sie war eine der großen

von Marc Peschke  23.03.2026

Kulturprogramm

Von Spezialitäten und Zumutungen

Der Schriftsteller Dmitrij Kapitelman las im Jüdischen Gemeindezentrum aus seinem jüngsten Buch

von Nora Niemann  23.03.2026

Neukölln

Rechts und links der Sonnenallee

Ein Stadtspaziergang führt auf jüdischen Spuren durch den ehemaligen Arbeiterbezirk

von Pascal Beck  23.03.2026

Gedenken

Zwei Buchenwald-Verbände gegen Auftritt von Wolfram Weimer

In der Gedenkstätte Buchenwald wird am 12. April an die Befreiung des Konzentrationslagers erinnert. Geplant ist ein Grußwort von Kulturstaatsminister Weimer. Zwei Verbände haben damit ein Problem

 23.03.2026

Schule

Vernetzt für die Zukunft jüdischer Bildung

Direktoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz treffen sich in München zum Austausch

von Esther Martel  22.03.2026

Porträt der Woche

Sprache als Zuhause

Michal Zamir betreibt eine hebräische Privatbibliothek und einen literarischen Salon

von Alicia Rust  22.03.2026

Flora

Sehnsucht nach Kirschblüten

Neben einigen Synagogen gibt es Gärten, um die sich Gemeindemitglieder kümmern. Sie ernten Äpfel, grillen oder feiern im Grünen. Ein Streifzug zum Frühlingsanfang

von Christine Schmitt  21.03.2026

Geburtstag

Holocaust-Überlebender Abba Naor wird 98

Der Zeitzeuge, dessen Mutter und Bruder in Auschwitz ermordet wurden, kämpfte in Israels Unabhängigkeitskrieg und war später Mossad-Agent

 20.03.2026