Brandenburg

Potsdam soll jüdische Kita bekommen

Evgeni Kutikow Foto: Uwe Steinert

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Potsdam soll jüdische Kita bekommen

Zum jüdischen Leben gehören auch jüdische Schulen und Kitas. Eine Kindertagesstätte wird derzeit in Potsdam geplant

 09.01.2026 12:22 Uhr

In Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam soll eine jüdische Kita eröffnet werden. Die Einrichtung mit 40 Plätzen könnte im April oder Mai in Betrieb gehen, berichtet die »Märkische Allgemeine Zeitung« (Freitag, online) unter Berufung auf den Sozialverband Arbeiterwohlfahrt (AWO) als Träger. Die Kita solle sowohl jüdischen als auch nicht-jüdischen Kindern offenstehen, hieß es.

Ziel sei, jüdische Kultur und Tradition weiterzugeben, zitiert die Zeitung den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Potsdam, Evgeni Kutikow. Dazu gehörten die kindgerechte Vermittlung jüdischer Religion und Geschichte ebenso wie die Einhaltung der jüdischen Feiertage und ein koscheres Essensangebot. Für die Kita seien hohe Sicherheitsvorkehrungen geplant.

Furcht vor Antisemitismus

Kutikow sagte der Zeitung, die Entwicklungen nach dem Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 bereiteten auch Probleme bei der Gründung der Kita. »Mittlerweile raten jüdische Eltern ihren Kindern, sich in der Schule nicht mehr als Juden zu outen«, sagte er. Diese allgemeine Furcht habe auch Auswirkungen auf die geplante jüdische Kita.

Während das Interesse der Eltern in der jüdischen Gemeinde vor zwei Jahren im Anfangsstadium der Planungen groß gewesen sei, herrsche derzeit Zurückhaltung, hieß es. Derzeit gebe es noch keine einzige Anmeldung für die Kita. Die für die Religionsgemeinschaften zuständige Potsdamer Sozialbeigeordnete Brigitte Meier sagte der Zeitung, ein Aufgeben komme nicht infrage. »Wir wollen uns von den Antisemiten nicht das jüdische Leben ’stehlen‘ lassen«, sagte sie. epd

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