Trauer

Schöpfer der Todesmarsch-Mahnmale: Hubertus von Pilgrim ist tot

Gedenkzug durchs Würmtal, Mahnmal am Friedhof Gräfelfing, Mahnmal von Hubertus von Pilgrim Foto: picture alliance / SZ Photo

Der Bildhauer Hubertus von Pilgrim ist tot. Der gebürtige Berliner sei bereits am 1. Januar im Alter von 94 Jahren an seinem Wohnort in Pullach gestorben, sagte Björn Mensing, Pfarrer der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau, am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage. Zu den bekanntesten Werken des Künstlers gehören 22 identische Mahnmale, die seit 1989 südlich von München an den Todesmarsch erinnern, bei dem ab 26. April 1945 rund 25.000 Häftlinge des KZ Dachau durchs Würmtal Richtung Alpen getrieben wurden. Dabei starben nach Angaben der KZ-Gedenkstätte Dachau mindestens 1.000 Menschen.

Schon 1965 hatte Hubertus von Pilgrim beim Bau der Versöhnungskirche ein Wandrelief gestaltet, dessen »liegende Gestalten« ihn 1985 dann zum Todesmarsch-Mahnmal inspirierten, wie Mensing erklärte. Ein Abguss der Skulptur ist Teil der Dauerausstellung der KZ-Gedenkstätte Dachau, ein weiterer steht in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.

Vom Fassmacher zum Professor für Bildhauerei

Hubertus von Pilgrim kam am 24. August 1931 in Berlin zur Welt. Nach einer Lehre als Böttcher studierte er Kunst- und Literaturgeschichte in Heidelberg und anschließend Bildhauerei in Berlin. Ab 1963 war er Professor an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, 1977 folgte er einem Ruf an die Akademie der Bildenden Künste in München. 1995 wurde er in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen und wurde später mit dem Großen Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

Am Freitag (9. Januar) erinnert die Versöhnungskirche Dachau in ihrem Coventry-Gebet an den Verstorbenen. Die Trauerfeier findet laut Mensing am 19. Januar auf dem Friedhof Pullach statt. epd 

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