Berlin

Erste Schule wird nach Margot Friedländer benannt

Schüler bedanken sich am 24.04.2017 in Berlin im Hans-Carossa-Gymnasium bei der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer nach ihrer Lesung aus ihrem Buch »Versuche, dein Leben zu machen«. Nun soll die Schule nach Margot Friedländer benannt werden. Foto: picture alliance / Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ZB

Das Hans-Carossa-Gymnasium in Berlin-Spandau wird als erste deutsche Schule nach der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer (1921-2025) benannt. Wie die nach der Verstorbenen benannte Stiftung am Montag mitteilte, hat die Schulkonferenz des Gymnasiums einstimmig die Umbenennung in »Margot-Friedländer-Gymnasium« beschlossen. Das Bezirksamt Spandau muss der Umbenennung den Angaben zufolge noch zustimmen. Bislang ist die Schule nach dem Schriftsteller und Arzt Hans Carossa (1878-1956) benannt.

Die Anfrage zur Umbenennung wurde laut Stiftung noch zu Lebzeiten Friedländers gestellt. Stiftungsvorsitzende Karsten Dreinhöfer, erklärte, »Margot Friedländer hat sich darüber sehr gefreut und war stolz darauf«.

Seit 2011 Schule besucht

Schulleiter Henning Rußbült erklärte, Friedländer habe seit 2011 regelmäßig mit Schülerinnen und Schülern über den Holocaust und ihre Lebensgeschichte gesprochen: »Ihr Aufruf, menschlich zu handeln und sich anderen gegenüber respektvoll zu verhalten, hat einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und ist zu einem Leitbild für unsere Schulgemeinschaft geworden.« Zum Holocaust-Gedenkag am 27. Januar veranstalten Gymnasium und Stiftung einen Gedenkabend für die Verstorbene.

Margot Friedländer starb am 9. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren in ihrer Geburtsstadt Berlin. Sie hatte als einzige in ihrer direkten Familie das Konzentrationslager Theresienstadt überlebt. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging sie mit ihrem Mann nach New York. Im Alter von 88 Jahren kehrte sie 2010 zurück nach Berlin und besuchte bis zu ihrem Tod unzählige Schulen. Berühmt wurde ihr Ausspruch: »Seid Menschen«. epd

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