Ab dem 4. Juni zeigt das stadthistorische Museum Flohburg in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora die Ausstellung »Wer ein Leben rettet «. Die Wanderausstellung veranschaulicht die Biografien von acht exemplarisch ausgewählten jüdischen Kindern und Jugendlichen, wie die Gedenkstätten-Stiftung am Mittwoch in Nordhausen mitteilte. Die Kinder waren im April 1945 mit dem »Verlorenen Transport« aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert und bei Tröbitz in der Lausitz befreit worden.
Insgesamt waren nach Angaben eines Stiftungssprechers in der Nähe des kleinen Bergarbeiterdorfs mehr als 2.300 völlig entkräftete und kranke Kinder, Frauen und Männer durch Soldaten der Roten Armee befreit worden. Die jüdischen Opfer waren in einer mehrtägigen Irrfahrt aus dem KZ Bergen-Belsen über Berlin bis ins südliche Brandenburg deportiert worden. Etwa 500 Jüdinnen und Juden starben während der Fahrt oder in den Wochen danach. Sie wurden in Massengräbern entlang der Zugstrecke und in Tröbitz beigesetzt.
Opfer waren sogenannte Austauschjuden
Die aus elf Stelen bestehende Ausstellung zeigt anhand von zumeist unbekannten privaten Fotografien und Illustrationen das Leben der ausgewählten Kinder dieses Transports in den besetzten Ländern, ihre Deportation sowie die unterschiedlichen Lebensverläufe nach der Befreiung in Tröbitz. Die Gefangenen des Transports waren sogenannte Austauschjuden. Dabei handelte es sich um jüdische Häftlinge, die vom NS-Regime gezielt in Konzentrationslagern interniert wurden, um sie gegen im Ausland festgehaltene Deutsche oder gegen kriegswichtige Güter auszutauschen. epd