Berlin

Makkabi trifft in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den VfL Wolfsburg

Foto: picture alliance / firo Sportphoto

Im DFB-Pokal trifft Makkabi Berlin bald auf den Bundesligisten VfL Wolfsburg. Der jüdische Club hatte gegen Sparta Lichtenberg gewonnen und sich damit zum ersten Mal für den DFB-Pokal qualifiziert.

Die Pokalspiele finden Mitte August statt. Seit einer Auslosung am Sonntag stehen die Partien fest. Makkabi ist jetzt der erste jüdische Verein überhaupt, der es jemals in den DFB-Pokal schaffte.

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Die Reaktion bei Makkabi ist gemischt. »Damit können wir leben« erklärte Makkabi-Trainer Wolfgang Sandhowe gegenüber dem ZDF trocken. Während sich die Begeisterung bei ihm offensichtlich in Grenzen hielt, zeigte Alon Meyer, der Präsident von Makkabi Deutschland, etwas mehr Enthusiasmus.

»In erster Linie verspüren wir Freude«, sagte Alon Meyer im Gespräch mit der Jüdischen Allgemeinen. »Freude darüber, dass wir als Makkabi Deutschland wieder einmal Geschichte geschrieben haben, nach den European Makkabi Games 2015, nach den letzten Winter Games und auch dazwischen, mit den Deutschland Games.«

»Wir hatten uns natürlich ausgemalt, dass wir attraktivere Gegner bekommen, mit mehr Anhängern.«

Doron Bruck, Teamkapitän Makkabi Berlin

Konsequenz »Weltweit ist es das erste Mal, dass sich ein Makkabi-Verein außerhalb Israels für ein professionelles Turnier im eigenen Land überhaupt qualifiziert«, so Alon Meyer weiter. »Die Freude überwiegt - und wird auch noch ganz lange andauern.«

Der Erfolg sei die Konsequenz der Makkabi-Arbeit der letzten Jahre. »Insofern haben wir uns gefreut, überhaupt mal im Aktuellen Sportstudio in der ersten Runde gelost zu werden, teilzunehmen und mitzumachen.«

Die Tatsache, dass der VfL Wolfsburg »ein namhafter Gegner ist«, der »schon international komplett dabei war«, sieht Alon Meyer positiv. Die Münze hat jedoch eine Rückseite: »Dass Wolfsburg nicht gerade zu den Vereinen zählt, die Zuschauermagneten sind - vor allem bei Auswärtsspielen - wissen wir alle. Über Borussia Dortmund, Bayern München, Eintracht Frankfurt oder Union Berlin hätte man sich noch mehr gefreut.«

Bei Makkabi Berlin sieht das Verhältnis zwischen Freude und Ernüchterung derweil etwas anders aus. »Es überwiegt ehrlich gesagt schon die Enttäuschung«, sagt Doron Bruck, der deutsch-israelische Kapitän des Teams, das am 8. Juni den Sieg gegen Sparta errungen hatte, wenn auch erst in der Nachspielzeit der Verlängerung.

»Wir hatten uns natürlich ausgemalt, dass wir attraktivere Gegner bekommen, mit mehr Anhängern.« Viel Respekt hat der Makkabi-Teamkapitän aber für Wolfsburg: Sportlich sei der Verein »ein hartes Los.«

»Es freut mich natürlich, dass wir dadurch ein Stück weit positive Geschichte - positive jüdische Sportgeschichte - aus Deutschland in die ganze Welt transportieren.«

Alon Meyer, Präsident von Makkabi Deutschland

Strategie Die Strategie, die im Spiel gegen den VfL Wolfsburg verfolgt werden könnte, wird derzeit noch entwickelt: »Ehrlich gesagt habe ich mich noch nicht so intensiv mit dem Gegner beschäftigt«, so Bruck gegenüber der Jüdischen Allgemeinen. »Ich glaube, dass wir von der Atmosphäre her eventuell die Chance haben, in der Überzahl zu sein und dass wir Fans und Anhänger beim Spiel begrüßen können, die sich entscheiden werden, uns zu unterstützen.« Bruck will »stimmungsmäßig einen Hexenkessel entstehen lassen, der uns stärker macht.«

Weitere Aspekte könnten Makkabi gegen Wolfsburg helfen, wenn sich Brucks Hoffnungen erfüllen: »Ich glaube, dass die Platzverhältnisse auch für uns sprechen werden. Dann heißt es zu hoffen, dass wir einen guten Tag erwischen, Wolfsburg aber nicht.«

Der Makkabi-Sieg gegen Lichtenberg, der Eintritt des Vereins in den DFB-Pokal und das Ergebnis der gestrigen Auslosung zieht laut Alon Meyer weite Kreise: »Natürlich haben wir ganz viele Anfragen, aber die leite ich dann auch gerne weiter an Makkabi Berlin.« Denn den Erfolg hätten sich die Makkabäer in der Hauptstadt verdient.

»Die Anfragen kommen aus der ganzen Welt«, so Meyer. »Sie hören an den europäischen Grenzen nicht auf. Es freut mich, dass wir dadurch ein Stück weit positive Geschichte - positive jüdische Sportgeschichte - aus Deutschland in die ganze Welt transportieren.«

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