Verlegung

Magdeburg erhält 900. Stolperstein

Insgesamt werden an beiden Tagen 36 Stolpersteine auf Fußwegen an den letzten Wohn- oder Arbeitsorten der NS-Opfer in den Boden eingelassen. (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa

Zum Gedenken an in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgte oder ermordete Jüdinnen und Juden wird am Donnerstag in Magdeburg der 900. Stolperstein verlegt. Die insgesamt 47. Verlegungsaktion seit 2007 begann am Mittwoch und werde am Folgetag fortgesetzt, teilte die Stadtverwaltung mit. Insgesamt würden an beiden Tagen 36 Stolpersteine auf Fußwegen an den letzten Wohn- oder Arbeitsorten der NS-Opfer in den Boden eingelassen.

Neben Magdeburger Bürgern, Politikern und Vertretern der jüdischen Gemeinschaft seien auch Angehörige aus den USA und aus Israel bei der Gedenkveranstaltung anwesend, sagte die Initiatorin der Aktion, Waltraud Zachhuber. Seit 2007 gedenkt die Landeshauptstadt auf diese Weise ihrer früheren Einwohner. Nunmehr steige die Zahl der verlegten Stolpersteine auf 911, ehe im Oktober weitere 13 Gedenksteine hinzukommen sollen. Die meisten Opfer seien Jüdinnen und Juden, aber auch körperlich oder geistig Beeinträchtigte, Zeugen Jehovas, politische Gegner oder Homosexuelle, die ihren letzten Wohnsitz oder ihre Arbeitsstätte in Magdeburg hatten.

Schulen putzen die Gedenksteine

Die Gedenksteine haben eine Messingoberfläche, auf der die Namen und biografischen Daten der Opfer, der Zeitpunkt ihrer Deportation und der Deportationsort eingraviert sind. Seit 1997 setzt der Kölner Künstler Gunter Demnig diese zehn mal zehn Zentimeter großen Betonquader mit eingelassener Messingplatte in den Boden vor ehemaligen Wohnhäusern und Wirkungsstätten von Opfern des Nationalsozialismus. Mehrere Schulen und viele Freiwillige beteiligen sich an Stolperstein-Putzaktionen in Magdeburg. epd

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