Dresden

»Keine ideelle oder finanzielle Unterstützung«

Der Alte Leipziger Bahnhof in Dresden Foto: imago/Sven Ellger

Die Jüdische Gemeinde zu Dresden hat den geplanten Standort zur Errichtung eines jüdischen Kultur- und Begegnungszentrums kritisiert. Der Alte Leipziger Bahnhof sei dafür denkbar ungeeignet, erklärte der Vorsitzende der Gemeinde, Michael Hurshell, am Donnerstag in Dresden mit Hinweis auf die NS-Geschichte des Ortes.

»Wo einst die Rampe für die Deportationen stand, ist ein Begegnungszentrum mit Café und sonstigen der Vergnügung dienenden Bestandteilen unvorstellbar«, betonte er. Vielmehr sollte der Alte Leipziger Bahnhof als Gedenkort erhalten, gepflegt und weiterentwickelt werden.

appell »Wir appellieren an die Entscheider im Rathaus, auf die Gefühle der Nazi-Opfer ohne Wenn und Aber Rücksicht zu nehmen und ein Kultur- und Begegnungszentrum am Alten Leipziger Bahnhof weder zu befürworten noch ideell oder finanziell zu unterstützen«, sagte Hurshell weiter.

Grundsätzlich begrüße die Gemeinde aber die Idee eines Kultur- und Begegnungszentrums. Das Zentrum könne als Heimstätte für Vereine rund um jüdische Themen und andere Initiativen eine Bereicherung sein und helfen, Antisemitismus zu bekämpfen. Die Planungen dazu gehörten aber nicht nur wegen des fragwürdigen Standorts auf den Prüfstand, so Hurshell.

Bislang sei seine Gemeinde nicht genügend in die Planungen einbezogen worden. Unklar sei auch, wer das Zentrum künftig betreiben soll und welche Rolle dabei die verschiedenen jüdischen Organisationen spielen. Vor einer Entscheidung sollten zunächst grundsätzliche Fragen geklärt werden, zumal es um Steuermittel von mehr als 2,2 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren gehe. epd

Maccabi

Eine Feier für den jüdischen Sport

Der Verein lud zum traditionellen Sommerfest im Vereinsgelände an der Riemer Straße

von Luis Gruhler  21.06.2026

München

Ganz im Vertrauen

Seit rund sechs Wochen ist Dominik Krause als Oberbürgermeister im Amt. Nun traf er sich mit Vertretern des Vorstandes der IKG zum Gespräch

von Luis Gruhler  21.06.2026

Porträt der Woche

Flucht und Farben

Alexander Glinkin ist Maler. Im Frühjahr 2022 verließ er Kyjiw und lebt heute in Berlin

von Matthias Messmer  21.06.2026

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

Essay

Zwischen Progressivität und Zerfaserung

Quo vadis, liberales Judentum? Ein Debattenbeitrag von Avitall Gerstetter

von Avitall Gerstetter  19.06.2026

Interview

»Ich kann daraus lernen«

Rabbiner Avigdor Moshe Nosikov hat eine ungewöhnliche Umfrage durchgeführt: Wie zufrieden sind die Mitglieder der Dortmunder Jüdischen Kultusgemeinde mit seiner Arbeit?

von Christine Schmitt  18.06.2026

Berlin

Kampflibellen am BER

Bei der gerade zu Ende gegangenen Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Schönefeld haben auch israelische Firmen die neueste Technik vorgestellt. Ein Besuch zwischen Kraftstofftanks und Drohnenabwehr

von Leon Stork  18.06.2026

Nordrhein-Westfalen

Landtag ehrt Sieger von »Shalom - Jüdisches Leben heute«

Mehr als 2200 junge Menschen haben mit mehr als 450 Beiträgen jüdisches Leben greifbarer gemacht

 17.06.2026

Berlin

Babka, Borschtsch und Pargiot

Zum fünften Jubiläum des Streetfood-Festivals locken 52 Stände, viele Acts und eine zusätzliche Kleinkunstbühne

von Helmut Kuhn  17.06.2026