Alle Register hatte der Sommer noch nicht gezogen beim diesjährigen Maccabi-Sommerfest: Immer wieder wehte ein kühler Wind über das Sportgelände in Riem, und die Sonne versteckte sich hinter den Wolken. Der ausgelassenen Stimmung tat das aber auch in diesem Jahr keinen Abbruch.
Viele Familien und sportbegeisterte Kinder aller Altersklassen waren gekommen. Auf dem Kurt-Landauer-Platz wurde Fußball gespielt, in der »Jony«-Freilufthalle bereitete die Karate-Abteilung ihre kleine Performance vor, und beim israelischen Volkstanz drehten begeisterte Tänzer Ringelreihen. Die meisten jüngeren Teilnehmer zog es aber auf die Wiese zu den Hüpfburgen oder zum aufblasbaren Hindernis-Parcours. Die längste Warteschlange konnte das Bungee-Trampolin vorweisen, wo sich jeder an gewagten Saltos versuchen durfte.
Neben dem obligatorischen Kinderschminken bot das Jugendzentrum »Neschama« einen Stand zur T-Shirt-Bemalung an, und auch eine Gelegenheit zum Gebet fehlte nicht. Bei einer Tombola gab es schließlich Preise zu gewinnen; zudem kam ein von der gesamten Mannschaft unterschriebenes Trikot des FC Bayern unter den Hammer.
Der neue Präsident des TSV Maccabi München, Patrick Guttmann, freute sich, das Sommerfest in Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde veranstalten zu können.
Der neue Präsident des TSV Maccabi München, Patrick Guttmann, freute sich, das Sommerfest in Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG) veranstalten zu können. »Wir können so unsere Kräfte bündeln und noch enger zusammenstehen«, erklärte Guttmann. Er dankte den zahlreichen Unterstützern des Vereins, die zum Teil seit vielen Jahren das Vereinsleben erst ermöglicht haben, und nicht zuletzt seinem langjährigen Vorgänger Robby Rajber, der für Maccabi eine ganze Ära geprägt hatte.
Auch IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch zeigte sich begeistert von den Feierlichkeiten. Sie verwies auf die zentrale Rolle des Vereins für das jüdische Leben in München: »Der Sport in allen seinen Facetten ist fester Bestandteil des Alltags, natürlich auch des jüdischen. Deshalb ist Maccabi ein Teil des Fundaments, auf dem wir als jüdische Gemeinschaft überhaupt erst stehen können. Was Maccabi bietet, das ist für München absolut unentbehrlich!« Stolz betonte Knobloch auch das enge Band, das zwischen dem Verein und der IKG seit mehr als 60 Jahren bestehe: »Maccabi München wäre ohne die IKG genauso wenig denkbar wie eine IKG ohne Maccabi.«
Auch Münchens Zweite Bürgermeisterin, Mona Fuchs, sparte in ihrem Grußwort nicht mit Superlativen. »Wir haben für den Sport in München tolle Zeiten vor uns«, erklärte sie mit Blick auf die Olympiabewerbung der Stadt. Und Stadtrat Beppo Brem betonte: »Wir haben über 600 Vereine in München – aber kaum einer ist so speziell wie Maccabi.« An diesem Tag wurde einmal mehr deutlich: Maccabi ist und bleibt einzigartig.