Berlin

Babka, Borschtsch und Pargiot

Gute Stimmung beim Streetfood-Festival 2025 Foto: Rolf Walter

Sie stammen aus Kyjiw, lebten lange als Zauberkünstler in China und traten in Shanghai der Chabad-Gemeinde bei. Seit 2022 lebt das »Magical Duo Roman & Viki« in Berlin. Und genauso lange sind sie immer wieder beim Koscheren Streetfood-Festival dabei: »Das erste Festival war noch anders, kleiner. Jedes Jahr wird es größer und die Organisation besser. Jetzt kommen auch viele nichtjüdische Besucher, weil es sich herumgesprochen hat«, sagt Viki. »Genau wie wir: Jedes Jahr können wir unsere Show ein Stück verbessern«, fügt Roman an.

Es ist schon ein erstes Jubiläum: Zum fünften Mal jährt sich am Sonntag nun das fröhliche Event, mehr als 10.000 Besucher strömten allein im vergangenen Jahr in den Hof der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße. Was ist also anders? »Neue Kopfschmerzen«, sagt Organisator Avi Toubiana, aber Spaß beiseite: »Wir haben diesmal noch mehr Platz geschaffen und sind mit 52 Betreibern dabei und einem neuen koscheren Tower, einem Aussichtsturm.«

Gestrichen wurde nichts. Neben den beliebten Walking Acts, der schon zur Institution gewordenen »Frag-den-Rabbi«-Stunde mit elf wechselnden Rabbinern und den Ständen von Alba Berlin und Hertha BSC, wo man Speedkicken und Körbe werfen kann, gibt es nun eine zusätzliche Kleinkunstbühne mit erweitertem Programm. Zum Jubiläum bekommen einige Besucher auch Überraschungsbeutel mit Gutscheinen geschenkt.
Schawarma und Babka, Tofu Bao und BBQ, kühle Slushies, Hawaiian Poké Bowls, nigerianische und indonesische Spezialitäten, Borschtsch oder Pargiot vom Grill – auf dem Festival kann man sich einmal um die Welt futtern, begleitet von israelischen Weinen, Bieren, Softdrinks oder geistigen Getränken.

Hüpfburg, Streichelzoo und Seifenblasen­show

Dazu wird, moderiert von Comedian Christian Schulte, Akrobatik mit Monsieur Chapeau gereicht oder die Puppenshow »Gackern auf Jiddish«; es gibt Jazz mit den Weichsel Sharks, Pantomime des Cirque Lunaire und Marionetten mit Mario Natti. Ein Tumbalaika-Ensemble des Jugendzentrums »Olam« und Tänzer sowie Tänzerinnen der DS Dance School & Olympia des Familienzentrums »Zion« treten auf, der TuS Makkabi lädt zu Schachpartien in die Laube, und an Merchandising-Shops kann man sich mit Judaica eindecken.

Hüpfburg, Streichelzoo und Seifenblasen­show, Tombola und Stelzenlauf – an alles ist gedacht. Zu den vorhergesagten heißen Temperaturen sprüht gar eine Sprinkleranlage kühle Tröpfchen auf die erhitzen Gemüter der Besucher. »Wir versuchen, jedes Jahr ein bisschen mehr draufzupacken, es ist immer wieder ein neues Roulette-Spiel«, sagt Organisator Avi Toubiana.

Auch Roman & Viki haben sich für dieses Jahr zusätzlich zu ihren Performances wieder etwas Neues einfallen lassen: »Eine Comedy- und Clown-Show, in der wir kochen, alles koscher natürlich.« Das mit allerlei Fallstricken Zubereitete bieten sie im Anschluss den Gästen an – koscherer Whiskey inklusive. Da kann ja nichts mehr schiefgehen.

Hamburg

Ruine mit Herz

Einst das Zuhause des Reformjudentums, stand der Israelitische Tempel kurz vor dem Verfall. Eine Bürgerinitiative und die Stadt wollen den historischen Ort nun neu beleben. Ein Besuch im Hinterhof

von Heike Linde-Lembke  02.08.2026

Geschichte

Die Pension in Mumbai

Ellie und Max Lesser aus Dresden waren nur zwei von vielen sächsischen Juden, die vor den Nazis Sicherheit in Indien suchten. Deren tragische Geschichte recherchierte die Journalistin Iris Völlnagel

von Thyra Veyder-Malberg  02.08.2026

Programm

Kultursommer, Führungen und Einstein vs. Hawking: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 31. Juli bis zum 6. August

 02.08.2026

Porträt der Woche

Mehr als ein Beruf

Valerie Vorkul ist Sozialarbeiterin – und jüdischer, als sie lange Zeit annahm

von Leon Stork  02.08.2026

Bundeswehr

Anerkennung für eine Zeitzeugin

Verteidigungsminister Boris Pistorius würdigte IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch mit dem Ehrenkreuz

von Luis Gruhler  01.08.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Thüringen

Das Erbe der Simsons

Beim jährlichen Moped-Treffen in Suhl feiern Zehntausende den »Sound des Ostens«. Doch hinter der Kultmarke steht die Geschichte einer von den Nazis vertriebenen jüdischen Unternehmerfamilie

von Helmut Kuhn  30.07.2026

Fußball

Rot-Weiß verbindet

Vergangene Woche gründete sich mit den »FCB Chaverim« der deutschlandweit erste jüdische Fanklub des FC Bayern München

von Luis Gruhler  30.07.2026

Erinnerung

Für immer

Manchmal sind es die kleinen Dinge, von denen wir uns nie trennen würden. Wir haben Gemeindemitglieder gefragt, welche Gegenstände ihnen viel bedeuten

von Christine Schmitt  30.07.2026